Waymo, die Tochtergesellschaft von Alphabet, hat eine neue Generation ihrer autonomen Fahrzeuge vorgestellt. Die sogenannten Ojai-Robotaxis basieren auf Minivans des chinesischen Herstellers Zeekr. Diese 6. Generation der Waymo-Flotte wurde speziell für den Einsatz unter schwierigen Wetterbedingungen entwickelt und soll die Expansion in neue Regionen ermöglichen.
Wichtige Punkte
- Waymo erweitert seine Flotte um die 6. Generation von Robotaxis, genannt Ojai.
- Die neuen Fahrzeuge basieren auf Zeekr-Minivans und verfügen über verbesserte Kameras und Sensoren.
- Ziel ist die bessere Leistung bei Regen, Schnee und schlechten Lichtverhältnissen.
- Waymo plant, seine Dienste in schneereichere Städte wie Boston und international in Tokio anzubieten.
- Die chinesische Herkunft der Basisfahrzeuge hat politische Bedenken in den USA ausgelöst.
Verbesserte Technik für alle Wetterlagen
Die Ojai-Robotaxis sind mit einer Reihe von technischen Neuerungen ausgestattet. Besonders hervorzuheben ist das verbesserte Kamerasystem. Die Hauptkamera verfügt nun über eine Auflösung von 17 Megapixeln, eine deutliche Steigerung gegenüber den bisherigen 5- oder 8-Megapixel-Sensoren. Dies ermöglicht eine schärfere und detailreichere Bilderfassung.
Zusätzlich wurde die Lichtempfindlichkeit der Kameras optimiert. Dadurch sollen dunkel gekleidete Personen auf der Straße auch bei schlechten Lichtverhältnissen, wie in der Dämmerung oder bei Regen, besser erkannt werden. Waymo hat zudem spezielle Reinigungssysteme integriert, um die Sichtbarkeit der Sensoren unter widrigen Bedingungen zu gewährleisten.
Faktencheck
- Kameraauflösung: Erhöht auf 17 Megapixel (vorher 5-8 MP).
- Sensoren: Verbesserte Lidar- und Radarsysteme.
- Wettertauglichkeit: Spezielle Algorithmen für Regen und Schnee.
- Audioerkennung: Mikrofone zur frühzeitigen Erkennung von Sirenen.
Reduzierung der Sensoren und Kosten
Trotz der Leistungssteigerung hat Waymo die Anzahl der Kameras reduziert. Diese Maßnahme trägt zur Senkung der Produktionskosten bei. Auch die Lidar- und Radarsysteme wurden weiterentwickelt, wobei Waymo von gesunkenen Kosten bei lasergestützter Technik profitiert. Diese Optimierungen sollen ebenfalls die Leistung bei schlechtem Wetter verbessern.
Ein weniger bekanntes Feature sind die integrierten Mikrofone. Diese dienen dazu, Sirenen von Einsatzfahrzeugen frühzeitig zu erkennen und zu lokalisieren. Dies ist entscheidend, um angemessen reagieren zu können, selbst wenn die Fahrzeuge noch nicht visuell erfasst werden können.
Expansion in neue Märkte
Die verbesserte Wettertauglichkeit ist entscheidend für Waymos geplante Expansion. Das Unternehmen hat kürzlich angekündigt, seinen autonomen Taxidienst auch in Boston anzubieten. Boston ist eine der schneereichsten Großstädte der USA, was den Bedarf an wetterfesten Robotaxis unterstreicht. Allerdings muss der Bundesstaat Massachusetts autonome Fahrzeuge noch vollständig legalisieren.
Auch die globale Expansion schreitet voran. Waymo plant den Start seiner Dienste in Tokio, wo im Winter ebenfalls mit Schnee zu rechnen ist. Bislang war Waymo hauptsächlich in Städten mit mildem Klima aktiv, darunter Austin, Atlanta, Phoenix und Miami sowie Los Angeles und San Francisco. In den letztgenannten Städten nehmen die ersten Ojai-Robotaxis bereits den Betrieb auf.
„Die Leistung bei Regen oder Schnee wird durch den Einsatz neuer, intern entwickelter Algorithmen verbessert.“
Hintergrund: Waymo und seine Flotte
Waymo ist ein Pionier im Bereich des autonomen Fahrens und eine Tochtergesellschaft von Alphabet (Google). Das Unternehmen betreibt bereits seit mehreren Jahren Robotaxi-Dienste in den USA. Bisher nutzte Waymo umgebaute Jaguar I-Pace Elektrofahrzeuge. Die neuen Zeekr-Minivans ergänzen die bestehende Flotte, anstatt sie zu ersetzen.
Politische Bedenken wegen China-Basis
Die Entscheidung, Minivans des chinesischen Herstellers Zeekr als Basis für die neuen Robotaxis zu verwenden, hat in den USA politische Bedenken hervorgerufen. Bei einer Anhörung im Senat zur Zukunft selbstfahrender Autos äußerte der republikanische Senator Bernie Moreno seine Sorge. Er sprach Waymos Sicherheitschef direkt an und betonte, dass die USA sich in einem Wettlauf mit China befänden und es so aussehe, als würde Waymo sich mit China verbünden.
Waymo-Sprecherin Sandy Karp wies diese Bedenken jedoch zurück. Sie stellte klar, dass Zeekr keinen Zugriff auf Waymos streng geschützte Technologie für autonomes Fahren, Sensordaten oder Fahrerinformationen erhalten werde. Der chinesische Autohersteller stelle lediglich die Basisfahrzeuge zur Verfügung. Waymo installiere die gesamte autonome Fahrtechnik in den Fahrzeugen innerhalb der USA.
Neben den Zeekr-Minivans plant Waymo zukünftig auch die Integration seiner Technologie in den Hyundai Ioniq 5. Dies zeigt die Strategie, auf verschiedene Fahrzeugplattformen zu setzen, um die Flotte flexibel zu erweitern und die Abhängigkeit von einzelnen Herstellern zu reduzieren.





