Der Volkswagen-Konzern reagiert auf veränderte globale Rahmenbedingungen mit einem weitreichenden Transformationsplan, der bis zum Jahr 2030 umgesetzt werden soll. Konzernchef Oliver Blume kündigte in Wolfsburg an, dass dabei jeder Bereich des Geschäftsmodells auf den Prüfstand gestellt und auch erneute Kostensenkungen vorgenommen werden.
Wichtigste Punkte
- VW plant umfassenden Transformationsplan bis 2030.
- Kostenbasis des Konzerns soll gesenkt werden.
- Fokus liegt auf Effizienz in Beschaffung, Entwicklung, Material, Produktion und Vertrieb.
- Personalabbau ist bereits in separaten Programmen vereinbart.
- Geschäftsmodell der letzten Jahrzehnte funktioniert nicht mehr.
Neuausrichtung des Geschäftsmodells
Nach einem Gewinnrückgang im vergangenen Jahr sieht sich Volkswagen gezwungen, sein Geschäftsmodell grundlegend zu überdenken. Die Zeiten, in denen das bisherige Modell über Jahrzehnte erfolgreich war, sind vorbei. Dies betonte Konzernchef Oliver Blume bei der Vorstellung der Jahresbilanz in Wolfsburg.
Man konzentriere sich darauf, das Geschäftsmodell unter den neuen globalen Gegebenheiten zu überarbeiten. Ein zentraler Aspekt des neuen „Zielbild Volkswagen Konzern 2030“ wird die Kosteneffizienz sein. Volkswagen will hierbei keine Bereiche aussparen.
„Wir werden jeden Stein umdrehen. Das geht über alle Kostenarten“, erklärte Oliver Blume.
Faktencheck
- Im vergangenen Jahr sanken die Gesamtkosten bei VW bereits um 1,5 Milliarden Euro durch Effizienzprogramme.
- Der Konzern strebt weitere Einsparungen an, um neuen Belastungen wie US-Zöllen entgegenzuwirken.
Fokus auf Kostenstruktur und Effizienz
Die Kostenbasis bei Volkswagen wird weiterhin als zu hoch eingeschätzt, insbesondere im Euro-Raum. Daher sollen im Laufe des Jahres detaillierte Pläne erarbeitet werden, um Einsparungen in allen relevanten Bereichen zu realisieren. Dabei stehen zunächst nicht die Personalkosten im Vordergrund, da diese nur einen kleineren Teil der gesamten Kostenstruktur ausmachen.
Die größten Einsparungen sollen, wie bereits in der Vergangenheit, aus anderen Bereichen generiert werden. Dazu gehören die Beschaffung, die Entwicklung von Fahrzeugen und Technologien, die Materialkosten, die Produktion sowie der Vertrieb. Diese Bereiche werden nun schrittweise durchleuchtet und optimiert.
Personalmaßnahmen bereits in Umsetzung
Im Bereich des Personals setzt Volkswagen konsequent um, was bereits Ende 2024 nach langen Verhandlungen vereinbart wurde. Diese Programme sehen einen erheblichen Abbau von Arbeitsplätzen vor, insbesondere in Deutschland.
Hintergrundinformationen
Ende 2024 einigten sich Unternehmen und Gewerkschaft auf ein Sanierungsprogramm. Allein bei der Kernmarke VW sollen bis 2030 etwa 35.000 Arbeitsplätze in Deutschland wegfallen. Ähnliche Programme gibt es bei Audi und Porsche. Konzernweit ist von insgesamt 50.000 Stellen die Rede, die abgebaut werden sollen. Im Gegenzug wurden betriebsbedingte Kündigungen und Werkschließungen ausgeschlossen.
Finanzvorstand Arno Antlitz bestätigte, dass die 2024 gestarteten Effizienzprogramme bereits gute Fortschritte zeigen. Trotz der bereits erzielten Einsparungen von 1,5 Milliarden Euro im letzten Jahr reichen diese Maßnahmen allein nicht aus, um den neuen Herausforderungen, wie beispielsweise den US-Zöllen, zu begegnen. Der Transformationsplan zielt daher auf eine noch umfassendere und tiefgreifendere Restrukturierung ab.
Neue Herausforderungen erfordern neue Strategien
Die Automobilindustrie befindet sich in einem tiefgreifenden Wandel. Elektrifizierung, Digitalisierung und autonomes Fahren erfordern massive Investitionen und eine agile Anpassung der Geschäftsmodelle. Volkswagen muss sich diesen Veränderungen stellen, um auch in Zukunft wettbewerbsfähig zu bleiben.
Der Konzern plant, im Laufe des Jahres weitere Details zu dem Transformationsplan zu veröffentlichen. Es bleibt abzuwarten, welche konkreten Maßnahmen über die bereits bekannten hinausgehen und wie sich diese auf die einzelnen Marken und Standorte auswirken werden. Ziel ist es, Volkswagen für die kommenden Jahrzehnte neu aufzustellen und eine robuste Basis für nachhaltiges Wachstum zu schaffen.
Wichtige Kennzahlen
- Geplanter Personalabbau bei der Kernmarke VW in Deutschland: 35.000 Stellen bis 2030.
- Konzernweiter Personalabbau: 50.000 Stellen.
- Einsparungen durch Effizienzprogramme im letzten Jahr: 1,5 Milliarden Euro.
Die Transformation bei Volkswagen ist ein klares Signal, dass der Konzern die Zeichen der Zeit erkannt hat und bereit ist, tiefgreifende Veränderungen vorzunehmen. Dies wird nicht nur die internen Abläufe betreffen, sondern auch die Art und Weise, wie Volkswagen in einem sich schnell entwickelnden globalen Markt agiert.





