Der Volkswagen-Konzern hat im vergangenen Geschäftsjahr einen deutlichen Gewinnrückgang verzeichnet. Das Konzernergebnis nach Steuern sank um fast die Hälfte auf 6,9 Milliarden Euro. Trotz einer leichten Erholung im Schlussquartal bleibt der Konzern vorsichtig und plant umfassende Maßnahmen zur Steigerung des Anteils an Elektrofahrzeugen.
Wichtige Erkenntnisse
- Der Nettogewinn von Volkswagen fiel 2025 um 44 Prozent auf 6,9 Milliarden Euro.
- Der Umsatz sank leicht um 0,8 Prozent auf 322 Milliarden Euro.
- Die operative Gewinnmarge lag bei 2,8 Prozent, unter den Erwartungen.
- Konzern lieferte 8,98 Millionen Fahrzeuge aus, ein leichter Rückgang von 0,5 Prozent.
- Volkswagen muss den Anteil an E-Autos und Plug-in-Hybriden bis Ende 2027 deutlich erhöhen, um Strafen zu vermeiden.
Massiver Gewinneinbruch bei Volkswagen
Der Wolfsburger Autoriese Volkswagen musste im letzten Jahr einen erheblichen Rückschlag hinnehmen. Der Nettogewinn brach im Vergleich zum Vorjahr um rund 44 Prozent ein. Aus den ursprünglichen 12,4 Milliarden Euro im Vorjahr blieben nur noch 6,9 Milliarden Euro übrig.
Auch der Umsatz zeigte sich rückläufig, wenn auch weniger stark. Er sank um 0,8 Prozent und erreichte knapp 322 Milliarden Euro. Diese Zahlen unterstreichen die Herausforderungen, denen sich der Konzern derzeit stellen muss, insbesondere im Kontext globaler wirtschaftlicher Veränderungen und des Übergangs zur Elektromobilität.
Faktencheck
- Nettogewinn 2025: 6,9 Milliarden Euro
- Rückgang: 44 Prozent gegenüber dem Vorjahr
- Umsatz 2025: Knapp 322 Milliarden Euro
- Umsatzrückgang: 0,8 Prozent
- Ausgelieferte Fahrzeuge: 8,98 Millionen
Operative Marge und Dividendensenkung
Die operative Gewinnmarge vor Zinsen und Steuern (EBIT-Marge) fiel noch deutlicher als erwartet. Sie rutschte um 3,1 Prozentpunkte auf 2,8 Prozent ab. Für das laufende Jahr prognostiziert der Konzern eine Erholung auf 4,0 bis 5,5 Prozent, was jedoch immer noch unter früheren Spitzenwerten liegt.
Die Aktionäre spüren die Auswirkungen ebenfalls: Die Dividende je Vorzugsaktie soll auf 5,26 Euro sinken. Dies entspricht einem Rückgang von 17 Prozent im Vergleich zum Vorjahreswert. Diese Anpassung spiegelt die geringere Profitabilität und die Notwendigkeit wider, Kapital für zukünftige Investitionen zu sichern.
„Die aktuellen Zahlen zeigen, dass wir uns in einem herausfordernden Umfeld befinden. Wir arbeiten intensiv daran, unsere Effizienz zu steigern und uns auf die Zukunft auszurichten.“
Lichtblick im Schlussquartal und globale Auslieferungen
Trotz der insgesamt schwachen Jahresbilanz gab es im Schlussquartal eine leichte Besserung. Hier schnitt Volkswagen besser ab als in den ersten neun Monaten des Jahres. Dies ist ein positives Signal, nachdem der Konzern im dritten Quartal noch einen Verlust von über einer Milliarde Euro verbuchen musste.
Die Verluste im dritten Quartal waren hauptsächlich auf Belastungen bei Porsche zurückzuführen, insbesondere durch den Strategiewechsel zur Verlängerung von Verbrennungsmotoren. Hinzu kamen Milliardenbelastungen durch US-Zölle, die den gesamten Konzern trafen.
Bei den weltweiten Auslieferungen lag Volkswagen 2025 knapp unter der Neun-Millionen-Marke. Insgesamt wurden 8,98 Millionen Fahrzeuge aller Konzernmarken ausgeliefert, ein leichter Rückgang von 0,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Hintergrund: Globale Herausforderungen
Die Automobilindustrie steht weltweit vor großen Umbrüchen. Lieferkettenprobleme, steigende Rohstoffpreise und der schnelle Wandel hin zur Elektromobilität setzen viele Hersteller unter Druck. Volkswagen ist besonders gefordert, seine Marktposition in Schlüsselregionen wie China und Nordamerika zu stärken.
Druck durch Flottengrenzwerte und Elektromobilität
Volkswagen steht nicht nur bei den Verkaufszahlen, sondern auch bei den regulatorischen Vorgaben unter erheblichem Druck. Der Konzern muss den Verkaufsanteil von Elektroautos und Plug-in-Hybriden in diesem und voraussichtlich auch im nächsten Jahr massiv steigern. Andernfalls drohen Strafen für die Nichteinhaltung der Flottengrenzwerte.
Im vergangenen Jahr hatte Volkswagen diese Grenzwerte verfehlt. Um die Ziele für die Jahre 2025 bis 2027 im Mittel zu erreichen, ist eine deutliche Beschleunigung der Elektrifizierung notwendig. Der Konzern setzt auf eine Reihe neuer und überarbeiteter Elektromodelle, um diese Herausforderung zu meistern.
Neue E-Modelle sollen Wende bringen
Die Aussichten für eine Steigerung der Elektroauto-Verkäufe sind jedoch gut. Eine ganze Reihe von neuen oder überarbeiteten Elektrofahrzeugen steht kurz vor der Markteinführung. Dazu gehören:
- Der ID.Polo und ID.Cross von VW
- Der Skoda Epiq
- Überarbeitete Versionen von Cupra Born, VW ID.3 und VW ID.4 als ID.Tiguan
Diese Modelle sollen dazu beitragen, die Verkaufsanteile von elektrifizierten Fahrzeugen signifikant zu erhöhen und die Konzernziele zu erreichen. Die Investitionen in die Entwicklung dieser Fahrzeuge sind ein klares Bekenntnis zur Strategie der Elektromobilität.
Ausblick und strategische Neuausrichtung
Der Volkswagen-Konzern befindet sich in einer Phase der strategischen Neuausrichtung. Das Management fokussiert sich auf Effizienzsteigerungen und die Beschleunigung des Übergangs zur Elektromobilität. Dies beinhaltet auch die Optimierung von Produktionsprozessen und die Stärkung der Softwarekompetenzen innerhalb des Konzerns.
Die kommenden Jahre werden entscheidend sein, um die Wettbewerbsfähigkeit von Volkswagen in einem sich rasant entwickelnden globalen Automobilmarkt zu sichern. Die Fähigkeit, schnell auf Marktveränderungen zu reagieren und innovative Produkte anzubieten, wird dabei eine zentrale Rolle spielen.
Insbesondere der chinesische Markt, wo Volkswagen zuletzt Rückgänge verzeichnete, bleibt ein wichtiger Fokus. Hier sind maßgeschneiderte Strategien und Produkte gefragt, um die lokalen Kundenbedürfnisse besser zu erfüllen und Marktanteile zurückzugewinnen.





