Tesla verschiebt die lang erwartete Integration von Apple CarPlay in seine Fahrzeuge. Hauptgründe sind technische Schwierigkeiten mit Apple Maps und eine langsamere Verbreitung von iOS 26 als erwartet. Dies berichtet Mark Gurman in seinem Bloomberg-Newsletter Power On.
Wichtige Erkenntnisse
- Tesla plant eine Fenster-Integration von CarPlay, nicht Vollbild.
- Probleme mit widersprüchlichen Navigationsanweisungen von Apple Maps und Tesla-Software.
- Ein wichtiger Karten-Fix für iOS 26 kam verspätet.
- Die Verbreitung von iOS 26 ist langsamer als bei früheren Versionen.
- CarPlay soll drahtlos funktionieren und keinen Zugriff auf Tesla-Hardware erhalten.
- Die Integration könnte Tesla helfen, nach rückläufigen Verkaufszahlen neue Kunden zu gewinnen.
Technische Hürden und Navigationskonflikte
Die geplante CarPlay-Integration von Tesla unterscheidet sich grundlegend von der, die viele andere Autohersteller anbieten. Statt einer Vollbild-Darstellung soll CarPlay als Fenster in Teslas eigener Software-Oberfläche laufen. Etwa zwei Drittel des Bildschirms sind für iPhone-Apps vorgesehen.
Das verbleibende Drittel sowie eine untere Leiste sollen weiterhin wichtige Tesla-Informationen anzeigen. Dazu gehören die aktuelle Geschwindigkeit, der Batteriestand und Visualisierungen des Full Self-Driving Systems.
Faktencheck: Teslas CarPlay-Plan
- Anzeige: CarPlay als Fenster, nicht Vollbild.
- Bildschirmaufteilung: Zwei Drittel für iPhone-Apps, ein Drittel für Tesla-Infos.
- Tesla-Infos: Geschwindigkeit, Batteriestand, Full Self-Driving Visualisierungen.
Konflikte zwischen Navigationssystemen
Ein zentrales Problem liegt in der parallelen Nutzung von Apple Maps und Teslas eigener Navigationssoftware. Berichten zufolge synchronisieren sich die beiden Systeme nicht korrekt. Dies könnte zu widersprüchlichen Anweisungen führen, besonders kritisch bei aktiven Fahrassistenzsystemen wie dem Autopiloten oder Full Self-Driving.
Präzise und eindeutige Navigationshinweise sind in solchen Situationen unerlässlich. Tesla hat Apple um Anpassungen an Maps gebeten, um diese Konflikte zu beheben.
„Die Synchronisation zwischen Apple Maps und Teslas Navigationssoftware ist entscheidend für die Sicherheit und Nutzererfahrung, besonders bei aktiven Fahrassistenzsystemen.“
Verzögerter iOS 26 Rollout
Apple hat zugestimmt, Änderungen an Maps vorzunehmen. Der notwendige Fix wurde jedoch nicht direkt mit der initialen Version von iOS 26.0 ausgeliefert. Er kam erst mit einem späteren Update.
Dies führt zu einem weiteren Problem: Ende 2025 waren noch zu wenige iPhones mit der aktualisierten und kompatiblen iOS-Version ausgestattet. Tesla wartet offenbar auf eine ausreichende Verbreitung dieser aktualisierten Version, bevor CarPlay eingeführt wird.
Hintergrund: iOS 26 Verbreitung
Laut Apple-Zahlen vom 12. Februar 2026 läuft iOS 26 auf 74 Prozent der iPhones der letzten vier Jahre. Dies ist eine hohe Zahl, liegt aber leicht unter der Adoptionsrate von iOS 18 zum gleichen Zeitpunkt im Vorjahr (76 Prozent). Da der Maps-Fix nicht im Basis-Release enthalten war, ist unklar, wie viele Nutzer tatsächlich die kompatible Version besitzen.
Kein konkreter Zeitplan
Mark Gurman geht davon aus, dass die Wartezeit auf eine ausreichende Verbreitung des Updates „noch lange dauern“ könnte. Ein konkreter Zeitplan für die CarPlay-Einführung bei Tesla existiert derzeit nicht. Spekulationen deuten auf einen möglichen Start im Frühjahr 2026 hin.
Drahtlose Integration und eingeschränkter Zugriff
Die geplante CarPlay-Integration soll ausschließlich drahtlos erfolgen. Das bedeutet, das iPhone verbindet sich beim Einsteigen automatisch per Bluetooth und WLAN mit dem Fahrzeug. Ein Kabel ist dafür nicht notwendig.
CarPlay läuft dabei in einer sogenannten Sandbox-Umgebung. Es erhält keinen direkten Zugriff auf Teslas Hardware oder auf sensible Fahrdaten. Die Kernfunktionen des Tesla-Infotainmentsystems bleiben dominant, während CarPlay die Nutzung von Drittanbieter-Apps wie Podcast-Playern ergänzt.
- Verbindung: Drahtlos über Bluetooth und WLAN.
- Sicherheit: CarPlay läuft in einer Sandbox.
- Datenschutz: Kein Zugriff auf Tesla-Hardware oder Fahrdaten.
Teslas Kehrtwende und Marktstrategie
Jahrelang hatte sich Tesla gegen die Integration von CarPlay gewehrt. Das Unternehmen verwies stets auf die Qualität und den Funktionsumfang des eigenen Infotainmentsystems, das bereits Dienste wie Apple Music und Spotify integriert hat.
Die Kehrtwende erfolgte im Jahr 2025, nachdem die Verkaufszahlen des Elektroautoherstellers deutlich eingebrochen waren. In Europa fielen die Verkäufe 2025 um mehr als 30 Prozent. In Deutschland war der Rückgang mit 54 Prozent sogar noch stärker.
Verkaufsrückgang 2025
- Europa: Über 30 % Rückgang.
- Deutschland: 54 % Rückgang.
Die Integration von CarPlay könnte Tesla dabei helfen, neue Kunden anzuziehen, insbesondere iPhone-Nutzer. Viele Konkurrenten, von BYD bis VW, bieten bereits eine Apple-Integration in ihren Fahrzeugen an. Die Unterstützung von CarPlay könnte somit ein wichtiger Faktor im Wettbewerb um Marktanteile sein.





