Die lang erwartete Zulassung von Teslas Full Self-Driving (FSD) Software in Europa könnte kurz bevorstehen. Nach Jahren des Wartens und mehrfachen Terminverschiebungen gibt es nun konkrete Hinweise auf eine Genehmigung. Tesla nennt den 10. April als möglichen Stichtag für die Zulassung in den Niederlanden, während die zuständige Behörde RDW bestätigt, dass das Verfahren in der finalen Phase ist.
Wichtige Punkte
- Tesla nennt den 10. April als möglichen Zulassungstermin für FSD in den Niederlanden.
- Die niederländische Behörde RDW bestätigt, dass das Verfahren in der Endphase ist.
- FSD Supervised entspricht SAE Level 2 für teilautomatisiertes Fahren, erfordert aber ständige Fahrerüberwachung.
- Tesla hat über 1,6 Millionen Kilometer Testfahrten in Europa absolviert.
- Eine Genehmigung in den Niederlanden könnte den Weg für eine EU-weite Zulassung ebnen.
Jahrelanges Warten auf autonomes Fahren
Tesla-Besitzer in der Europäischen Union warten schon lange auf die Freischaltung der Full Self-Driving (FSD) Funktion. Das Unternehmen verkauft die Softwareoption seit Jahren als Teil seiner Neufahrzeuge, doch die Nutzung war in Europa bisher nicht möglich. Diese Situation hat bei vielen Kunden für Frustration gesorgt, da sie für eine Funktion bezahlt haben, die nicht verfügbar war.
Ursprünglich gab es Ende 2025 erste Hoffnungen auf eine Zulassung. Doch die Termine verschoben sich immer wieder. Tesla hatte bereits im Vorjahr auf Ende Februar 2026 verwiesen und die Kunden aufgefordert, sich bei der RDW, dem niederländischen Kraftfahrtbundesamt, zu bedanken. Diese Aufforderung wurde von der Behörde jedoch entschieden zurückgewiesen, da die erforderlichen Nachweise noch fehlten.
Faktencheck FSD
- Status in EU: Noch nicht zugelassen, Verfahren läuft.
- Technologie: FSD Supervised (überwachtes autonomes Fahren).
- Automatisierungslevel: SAE Level 2 (teilautomatisiert).
- Fahrerrolle: Bleibt verantwortlich und muss System überwachen.
Der aktuelle Stand der Zulassung
Nach den früheren Missverständnissen scheint nun tatsächlich Bewegung in den Zulassungsprozess zu kommen. Tesla Europa verkündete auf X, dass der 10. April ein möglicher Termin für die Genehmigung in den Niederlanden sein könnte. Diese Information erhielt zusätzliche Glaubwürdigkeit durch eine Stellungnahme der RDW.
Die niederländische Zulassungsstelle bestätigte, dass sich das Verfahren in der finalen Phase befindet. Obwohl die RDW normalerweise laufende Verfahren nicht kommentiert, wurde aufgrund des hohen öffentlichen Interesses eine Ausnahme gemacht. Ein konkretes Datum nannte die Behörde nicht, aber die Aussage deutet auf einen baldigen Abschluss hin.
„Das Zulassungsverfahren befindet sich in der finalen Phase“, erklärte die RDW in einer offiziellen Verlautbarung. „Normalerweise kommentieren wir laufende Verfahren nicht, doch das hohe Interesse begründet hier eine Ausnahme.“
Hintergrund der Regulierung
Tesla strebt eine Zulassung nach der UN-Regulierung R-171 an. Diese Verordnung betrifft sogenannte Driver Control Assistance Systems (DCAS). Solche Systeme unterstützen den Fahrer dauerhaft bei der Längs- und Querführung des Fahrzeugs, ohne die komplette Steuerung zu übernehmen. FSD Supervised fällt damit unter das SAE-Automatisierungslevel 2. Dies bedeutet, dass der Fahrer weiterhin die volle Verantwortung trägt und das System sowie das Fahrzeug jederzeit überwachen muss, um bei Bedarf eingreifen zu können.
Zusätzlich benötigt Tesla Ausnahmegenehmigungen nach Artikel 39. Dieser Artikel erlaubt es EU-Mitgliedstaaten, Ausnahmen für Technologien zu erteilen, die noch nicht vollständig durch harmonisierte Normen abgedeckt sind. Voraussetzung ist, dass der Hersteller die Sicherheit der Technologie nachweisen kann. Diese Ausnahmegenehmigungen sind für Tesla entscheidend, um Level-2-Funktionen auch abseits von Autobahnen betreiben zu dürfen.
SAE-Automatisierungslevel erklärt
Die Society of Automotive Engineers (SAE) definiert sechs Level des automatisierten Fahrens (0 bis 5). Level 2, wie FSD Supervised, bedeutet teilautomatisiertes Fahren. Das Fahrzeug kann Lenkung und Beschleunigung/Bremsen in bestimmten Situationen übernehmen, der Fahrer muss jedoch jederzeit bereit sein, die Kontrolle zu übernehmen. Bei Level 5 fährt das Fahrzeug vollautonom unter allen Bedingungen, ohne dass ein menschlicher Fahrer eingreifen muss.
Umfangreiche Testphase in Europa
Der Zulassungsprozess war langwierig und umfassend. Tesla hat in den letzten 18 Monaten über 1,6 Millionen Kilometer Testfahrten mit FSD auf europäischen Straßen durchgeführt. Hinzu kommen mehr als 4.500 Testszenarien auf Teststrecken und die Erstellung tausender Seiten Dokumentation, um über 400 Compliance-Anforderungen zu erfüllen. Dutzende Sicherheitsstudien ergänzen diese Bemühungen.
Um die Funktion auch der Öffentlichkeit näherzubringen, bot Tesla in verschiedenen europäischen Filialen Testfahrten an. Dabei konnten Interessierte als Beifahrer oder Mitfahrer FSD Supervised in Aktion erleben. Diese 13.000 Kundenfahrten wurden stets von einem Tesla-Mitarbeiter am Steuer begleitet, um die Grenzen zwischen assistiertem und vollautonomen Fahren aufzuzeigen.
- 1,6 Millionen Kilometer Testfahrten in Europa.
- 4.500 Testszenarien auf Teststrecken.
- Tausende Seiten Dokumentation für Compliance.
- Dutzende Sicherheitsstudien.
- 13.000 Kundenfahrten zur Demonstration.
Ausblick auf eine EU-weite Zulassung
Eine erfolgreiche Typgenehmigung in den Niederlanden wäre ein bedeutender Schritt für Tesla und seine europäischen Kunden. Die Niederlande gelten oft als Vorreiter bei der Genehmigung neuer Technologien im Automobilbereich. Eine dort erteilte Zulassung könnte von anderen EU-Staaten übernommen werden, was den Weg für eine EU-weite Erlaubnis ebnen würde.
Tesla hofft, dass im Laufe des Sommers eine flächendeckende EU-weite Genehmigung vorliegt. Dies würde es ermöglichen, die FSD-Funktion auch in anderen Ländern freizuschalten. Für europäische Tesla-Besitzer würde dies eine lang ersehnte Erweiterung der Fahrzeugfunktionen bedeuten und das Fahrerlebnis maßgeblich verändern.
Die kommenden Wochen werden zeigen, ob der 10. April tatsächlich der Tag ist, an dem die europäische FSD-Odyssee für Tesla-Fahrer ein glückliches Ende findet. Die jüngste Bestätigung der RDW gibt Anlass zu vorsichtigem Optimismus, dass Teslas Versprechen diesmal eingelöst wird.





