Nach langer Wartezeit erhalten Besitzer von Tesla-Fahrzeugen mit Hardware 3 (HW3) nun das lang erwartete Software-Update FSD v14 Lite. Dieses Update bringt eine Reihe von Verbesserungen für das überwachte autonome Fahren, zeigt aber gleichzeitig die Grenzen der älteren Hardware auf.
Wichtigste Punkte
- FSD v14 Lite wird für Tesla-Fahrzeuge mit Hardware 3 ausgerollt.
- Das Update verbessert Navigation, Spurwechsel und Interaktion mit Fußgängern.
- Es handelt sich um eine komprimierte Version der Software, die für HW4 entwickelt wurde.
- Die HW3-Hardware stößt bei den Anforderungen an autonomes Fahren an ihre Grenzen.
- Unüberwachtes autonomes Fahren bleibt für HW3-Fahrzeuge weiterhin ausgeschlossen.
Ein langer Weg zum Update
Besitzer von Tesla-Fahrzeugen mit Hardware 3 mussten 14 Monate auf ein FSD-Update warten. Während Fahrzeuge mit der neueren Hardware 4 (HW4) bereits seit Längerem die Version FSD v14 nutzen, erhalten HW3-Fahrzeuge nun eine spezielle „Lite“-Version.
Erste Tester berichten bereits von einem spürbaren Unterschied zur vorherigen Version v12.6.4. Die Veröffentlichung dieser komprimierten Software-Version unterstreicht den Aufwand, den Tesla betreibt, um auch ältere Fahrzeuge aktuell zu halten.
Faktencheck: Hardware-Unterschiede
Der HW3-Computer verfügt laut Tesla-Chef Elon Musk nur über etwa ein Achtel (rund 12,5 Prozent) der effektiven Speicherbandbreite von HW4. Dies stellt eine große technische Herausforderung für die Softwareentwicklung dar.
Technische Anpassungen und Verbesserungen
Um FSD v14 für HW3-Fahrzeuge kompatibel zu machen, musste Tesla sein verwendetes Modell komprimieren. Ashok Elluswamy, Teslas KI-Chef, erklärte, dass die Software so angepasst wurde, dass sie Echtzeit-Entscheidungen der neueren Hardware nachahmt. Elon Musk lobte die technische Umsetzung als anspruchsvoll.
Die geringere Auflösung der Fahrzeugkameras und die niedrigere Verarbeitungsgeschwindigkeit der HW3 dürften die Entwicklungsarbeit zusätzlich erschwert haben. Trotz dieser Einschränkungen verspricht das Update konkrete Verbesserungen für die Nutzer.
Was sich für HW3-Fahrzeuge ändert
- Verbesserte Navigation: Dies betrifft Abzweigungen und Autobahnauffahrten.
- Präzisere Interaktion: Besonders im Umgang mit Fußgängern.
- Optimierter Spurwechsel: Fahrzeuge sollen besser die Spur wechseln und sich einfädeln können.
- Neue Funktionen: Für das Parken, Ausparken und Rückwärtsfahren.
- Sicherheitsverbesserungen: Übernahme aus den Trainingsmodellen der HW4.
„Der Unterschied zur v12.6.4 ist deutlich spürbar“, berichtet ein Nutzer auf X, der bereits Zugang zum Rollout erhalten hat.
Hintergrund: Full Self-Driving (FSD)
Teslas Full Self-Driving (FSD) ist ein erweitertes Fahrerassistenzsystem. Aktuell ist es als „FSD Supervised“ verfügbar, was bedeutet, dass der Fahrer stets die volle Verantwortung trägt und das System überwachen muss. Es ist kein vollständig autonomes System.
Grenzen der älteren Hardware
Obwohl FSD v14 Lite eine willkommene Neuerung darstellt, ändert es nichts an der grundsätzlichen Aussage Teslas: Fahrzeuge mit HW3 werden niemals die Fähigkeit zum unüberwachten autonomen Fahren erhalten. Das Update zeigt vielmehr, wie sehr die ältere Hardware bereits an ihre Grenzen stößt.
Einige Funktionen und „Rahmenprogramme“ der vollwertigen FSD v14-Version wurden für die Lite-Variante weggelassen. Dazu gehören die eigenständige Self-Driving-App, spielerische FSD-Streaks und die Gesamt-Kilometeranzeige.
Kein „Mad Max“-Modus für HW3
Tesla hat den sogenannten „Mad Max“-Modus des sportlichen teilautonomen Fahrens für HW3-Fahrzeuge komplett gestrichen. Dies deutet darauf hin, dass in komplexen Verkehrssituationen eher auf Nummer sicher gegangen wird, um die Leistungsfähigkeit der älteren Hardware nicht zu überfordern.
Branchenbeobachter erwarten für das kommende FSD v15, das eine zehnfache Parameterzahl ankündigt, keine Lite-Version mehr. Dies würde die Kluft zwischen den Hardware-Generationen weiter vertiefen.
Es bleibt abzuwarten, wann und ob die von Elon Musk in Aussicht gestellten Hardware-Upgrades für Altfahrzeuge tatsächlich kommen und wie sie sich auf die zukünftigen Fähigkeiten der HW3-Fahrzeuge auswirken werden.
Zahlen und Fakten zum Rollout
Das Update wird schrittweise an erste Tester ausgerollt. Die breite Verfügbarkeit wird entscheidend sein, um die Leistung in verschiedenen Verkehrsszenarien zu bewerten.





