Der neue Hyundai Ioniq 3 betritt den Markt der kleinen Elektro-SUVs mit ambitionierten Zielen. Trotz seiner kompakten Abmessungen von 4,16 Metern Länge verspricht das Fahrzeug ein überraschend großzügiges Raumangebot und Technologien, die sonst eher in höheren Fahrzeugklassen zu finden sind. Hyundai positioniert den Ioniq 3 als ernstzunehmende Alternative in einem wachsenden Segment.
Wichtige Details zum Hyundai Ioniq 3
- Länge von 4,16 Metern, aber großer Radstand von 2,68 Metern für viel Innenraum.
- Zwei Batterieoptionen: 42 kWh (344 km Reichweite) und 61 kWh (Reichweite noch nicht final).
- Schnellladefähigkeit: 10 auf 80 Prozent in 29 Minuten (42 kWh-Akku).
- Neue Infotainment-System Pleos Connect auf Android Automotive Basis.
- Optionaler 22-kW-AC-Lader und fortschrittliche Assistenzsysteme.
Außen kompakt, innen erstaunlich geräumig
Der Hyundai Ioniq 3 reiht sich in das Segment der kleinen Elektro-SUVs ein, das aktuell stark wächst. Mit einer Länge von 4,16 Metern ist er vergleichbar mit Modellen wie dem Renault 4 oder dem Skoda Epiq. Was jedoch überrascht, ist sein Radstand: Mit 2,68 Metern liegt dieser Wert nur 9 Zentimeter unter dem des deutlich längeren Skoda Elroq. Dieser lange Radstand ermöglicht ein beachtliches Platzangebot im Innenraum.
Besonders vorne genießen Fahrer und Beifahrer ein ausgezeichnetes Raumgefühl. Im Fond wird es etwas enger, doch eine Familie mit zwei Kindern sollte dennoch ausreichend Platz finden. Auch der Kofferraum überzeugt mit einem Volumen von 441 Litern, wobei Hyundai hier die 119 Liter unter dem Ladeboden mit einbezieht. Zum Vergleich: Der Opel Mokka Electric bietet lediglich 310 Liter, während der Skoda Epiq mit 475 Litern etwas mehr Ladevolumen hat.
Faktencheck: Radstand und Kofferraum
- Radstand: 2,68 Meter – nur 9 cm kürzer als beim über 30 cm längeren Skoda Elroq.
- Kofferraumvolumen: 441 Liter (inkl. Unterbodenfach), im Vergleich zum Opel Mokka Electric (310 Liter) deutlich größer.
Innovatives Interieur und Bedienkonzept
Im Innenraum des Ioniq 3 setzt Hyundai auf ein neues Designkonzept. Statt der bisher üblichen zwei gleichhohen Displays gibt es nun ein schmales Kombiinstrument, das weit oben und vorn auf dem Armaturenbrett platziert ist. Dies sorgt für eine hervorragende Ablesbarkeit. In der Mittelkonsole dominiert ein großer Bildschirm, der je nach Ausstattungsvariante 12,9 oder 14,6 Zoll misst.
Als Basis für das Betriebssystem dient Android Automotive. Hyundai hat darauf sein neues Pleos Connect-System aufgebaut. Erste Eindrücke zeigen, dass das System schnell auf Eingaben reagiert und eine logische Menüstruktur besitzt. Ein wichtiger Aspekt ist, dass Hyundai nicht alle Funktionen auf den Touchscreen verlagert hat. Für wesentliche Klimafunktionen gibt es weiterhin physische Tasten, was die Bedienung während der Fahrt verbessert.
„Hyundais Entscheidung, nicht die komplette Bedienung aller Funktionen auf den Bildschirm zu verlegen, tut der Funktionalität gut.“
Fortschrittliche Assistenzsysteme für mehr Sicherheit
Der Ioniq 3 ist mit einer Vielzahl von Assistenzsystemen ausgestattet, die im Standardmodus unaufgeregt arbeiten. Der Spurhalteassistent agiert diskret, und die Geschwindigkeitswarnung lässt sich einfach deaktivieren. Der adaptive Tempomat hält die Spur zuverlässig. Besonders hervorzuheben sind die umfangreichen Kamerasysteme, die in dieser Fahrzeugklasse nicht selbstverständlich sind.
Ein praktisches Feature ist der Totwinkelmonitor, der beim Blinken ein Kamerabild einblendet, sofern die Lichtverhältnisse dies zulassen. Optional sind eine 360-Grad-Rundumsicht, eine Remote-Parkfunktion und weitere Systeme verfügbar. Diese umfassende Ausstattung unterstreicht Hyundais Anspruch, auch in kompakten Modellen ein hohes Maß an Sicherheit und Komfort zu bieten.
Komfortables Fahrerlebnis und effiziente Antriebe
Während der Fahrt fällt die gute Geräuschdämmung des Ioniq 3 auf. Reifenabroll- und Antriebsgeräusche bleiben angenehm im Hintergrund. Windgeräusche werden erst bei Geschwindigkeiten über 130 km/h etwas wahrnehmbar, ohne jedoch störend zu wirken. Hyundai hat den Ioniq 3 auf Komfort ausgelegt: Er federt sanft und rollt geschmeidig ab, statt zu poltern oder zu stolpern.
Die Lenkung ist leichtgängig und präzise genug für den Alltag, liefert aber keine übermäßige Rückmeldung. Die Bremsen lassen sich gut dosieren. Über Lenkradwippen kann der Fahrer die Energierückgewinnung in mehreren Stufen einstellen, bis hin zum echten One-Pedal-Driving. Das System nutzt zudem Navigationsdaten, um die Verzögerung vor Kurven vorausschauend anzupassen, was die Effizienz weiter steigert.
Fahrkomfort im Fokus
Viele kleine E-SUVs versuchen, sportlich zu wirken. Der Hyundai Ioniq 3 geht hier einen anderen Weg und priorisiert den Fahrkomfort. Diese Abstimmung macht ihn besonders angenehm für den täglichen Gebrauch und längere Fahrten.
Zwei Antriebskonfigurationen und schnelle Ladezeiten
Der Hyundai Ioniq 3 wird zunächst mit zwei Antriebskonfigurationen angeboten. Das Basismodell verfügt über einen 108 kW starken Motor und eine 42 kWh-Traktionsbatterie. Hyundai gibt einen WLTP-Verbrauch von 14,2 kWh/100 km und eine Reichweite von 344 km an. Das Aufladen von 10 auf 80 Prozent soll in nur 29 Minuten gelingen, was einer durchschnittlichen Ladeleistung von rund 61 kW entspricht und eine Spitzenleistung von über 110 kW bedeutet.
Die teurere Version nutzt NMC-Zellen mit einem Energiegehalt von 61 kWh und einer etwas geringeren Motorleistung von 100 kW. Beide Antriebe erweisen sich im Alltag als ausreichend kräftig und überzeugen durch angenehme Elastizität, wie es für Elektroautos typisch ist. Bei der größeren Batterie sollen 70 Prozent des Energiegehalts in etwa 30 Minuten nachgeladen sein, mit einer Spitzenladeleistung von 110 kW.
Ladeoptionen im Überblick
- Basisbatterie (42 kWh): 10-80% in 29 Minuten (durchschnittlich 61 kW).
- Große Batterie (61 kWh): 0-70% in ca. 30 Minuten (durchschnittlich 85 kW).
- AC-Laden: Optionaler 22-kW-AC-Lader – lädt die kleine Batterie in ca. 2 Stunden komplett.
Eine Besonderheit ist die Option auf einen 22-kW-AC-Lader. Damit lässt sich die kleine Batterie in etwa zwei Stunden vollständig laden – eine Funktion, die viele Elektroautos nicht bieten und den Ioniq 3 für das Laden zu Hause oder am Arbeitsplatz besonders attraktiv macht. Hinzu kommen eine manuell zuschaltbare Batterievorkonditionierung, Plug & Charge und V2L (Vehicle-to-Load), welches das Fahrzeug zur mobilen Stromquelle macht. Der Routenplaner wurde laut Hyundai ebenfalls deutlich verbessert.
Preise und Marktpositionierung
Konkrete Preise für den Hyundai Ioniq 3 stehen noch nicht fest. Es wird jedoch erwartet, dass das Einstiegsmodell bei etwa 28.000 Euro beginnen könnte, ähnlich wie der etwas kürzere Kia EV2. Damit positioniert sich der Ioniq 3 als direkte Alternative zu den kleinen E-SUVs von Volkswagen, wie dem Skoda Epiq oder dem VW ID. Cross.
Diese Konkurrenten bieten in ihren Basisversionen oft nur 37 kWh Batteriekapazität. Der Ioniq 3 mit seiner 42 kWh- oder 61 kWh-Batterie und seinem expressiven Design spricht eine Zielgruppe an, für die Reichweiten von deutlich über 300 km nicht immer die oberste Priorität haben. Viele Nutzer legen im Alltag keine extrem langen Strecken zurück, und für sie bieten die kleineren Batterien eine kostengünstige und dennoch alltagstaugliche Lösung.
Wachsendes Segment der kleinen E-SUVs
Das Segment der kompakten Elektro-SUVs unter 4,2 Metern Länge wird in den kommenden Jahren voraussichtlich stark wachsen. Viele Hersteller setzen auf diese Klasse, um erschwinglichere Elektrofahrzeuge anzubieten, die dennoch SUV-typische Vorteile wie eine erhöhte Sitzposition und ein großzügiges Raumangebot bieten.
Der Hyundai Ioniq 3 überzeugt mit einer Kombination aus eigenständigem Design, durchdachtem Innenraum und fortschrittlicher Technik. Er zeigt, dass auch kompakte Elektroautos ein hohes Maß an Komfort und Alltagstauglichkeit bieten können, ohne Kompromisse bei wichtigen Funktionen einzugehen.





