Die US-Verkehrssicherheitsbehörde NHTSA (National Highway Traffic Safety Administration) hat ihre Untersuchung der „Actually Smart Summon“-Funktion von Tesla eingestellt. Diese Funktion erlaubt es Fahrern, ihre Fahrzeuge über kurze Distanzen per Smartphone-App fernzusteuern. Die Entscheidung folgt auf eine Reihe von Software-Updates durch Tesla und die Feststellung, dass gemeldete Vorfälle meist geringfügig waren.
Wichtige Erkenntnisse
- Die NHTSA schloss ihre Untersuchung zu Teslas Smart Summon Funktion ab.
- Gemeldete Unfälle waren überwiegend geringfügig, ohne schwere Verletzungen oder größere Sachschäden.
- Tesla hat mehrere Software-Updates implementiert, die die Funktion verbessert haben.
- Die Untersuchung zu Teslas „Full Self-Driving“-System wird fortgesetzt und ausgeweitet.
Hintergrund der Untersuchung
Die NHTSA leitete die Untersuchung Anfang letzten Jahres ein. Dies geschah nach Berichten über rund 100 Unfälle, die im Zusammenhang mit der „Actually Smart Summon“-Funktion standen. Diese Funktion ermöglicht es Tesla-Besitzern, ihre Fahrzeuge über eine Smartphone-Anwendung auf kurzen Strecken zu bewegen. Typische Einsatzorte sind Parkplätze oder private Grundstücke.
Die Behörde prüfte die Sicherheit des Systems, insbesondere nach den gemeldeten Vorfällen. Das Ziel war es, festzustellen, ob die Funktion ein Sicherheitsrisiko darstellt und ob weitere Maßnahmen von Tesla oder der Behörde notwendig sind.
Wichtige Zahlen
- 2,6 Millionen Tesla-Fahrzeuge waren von der Untersuchung betroffen.
- Es gab Berichte über etwa 100 Unfälle im Zusammenhang mit Smart Summon.
- Die meisten Unfälle führten zu geringfügigen Sachschäden.
- Es wurden keine schweren Verletzungen oder Todesfälle gemeldet.
Ergebnisse der NHTSA-Analyse
Nach umfassender Prüfung kam die NHTSA zu dem Schluss, dass die meisten gemeldeten Unfälle mit der Smart Summon-Funktion bei niedrigen Geschwindigkeiten auftraten. Die Schäden waren in der Regel geringfügig. Fahrzeuge stießen oft gegen Hindernisse wie geparkte Autos, Garagentore oder Einfahrten. Dies geschah häufig bei eingeschränkter Sicht oder fehlender Umgebungsübersicht durch den Nutzer.
Es gab keine Berichte über schwere Unfälle, die das Auslösen von Airbags oder das Abschleppen von Fahrzeugen zur Folge hatten. Auch wurden keine Verletzten oder Todesopfer registriert. Diese geringe Häufigkeit und Schwere der Vorfälle waren entscheidend für die Einstellung der Untersuchung.
„Die geringe Häufigkeit und Schwere der Vorfälle rechtfertigten keine weiteren Maßnahmen“, erklärte die Behörde in ihrer Mitteilung.
Teslas Software-Updates
Tesla hat in der Zwischenzeit eine Reihe von Software-Updates veröffentlicht. Diese Updates zielten darauf ab, die Leistung der Smart Summon-Funktion zu verbessern. Laut NHTSA betreffen die Verbesserungen die Hinderniserkennung und die Identifizierung von Kamerablockaden. Auch die Reaktion des Fahrzeugs auf dynamische Objekte wie Tore wurde optimiert.
Ein weiterer Fokus der Updates lag auf der Reduzierung von Fehlern, die durch Umwelteinflüsse verursacht werden. Dazu gehören Schnee oder Kondensation an den Kameras. Diese Maßnahmen haben offenbar dazu beigetragen, die Sicherheit und Zuverlässigkeit der Funktion zu erhöhen.
Was ist Smart Summon?
Smart Summon ist eine erweiterte Funktion von Tesla, die es Fahrern ermöglicht, ihr Fahrzeug aus einer Entfernung von bis zu 60 Metern zu rufen. Das Auto manövriert selbstständig aus engen Parklücken oder fährt zum Fahrer auf einem Parkplatz vor. Die Funktion nutzt die Sensoren des Fahrzeugs, erfordert jedoch die ständige Überwachung durch den Fahrer über die Smartphone-App.
Die laufende Untersuchung zum Full Self-Driving-System
Während die Smart Summon-Untersuchung abgeschlossen ist, bleibt Teslas „Full Self-Driving“ (FSD)-System weiterhin im Fokus der NHTSA. Vor etwa zwei Wochen stufte die Behörde eine Untersuchung der FSD-Software auf eine „technische Analyse“ hoch. Diese Ausweitung betrifft nun etwa 3,2 Millionen Fahrzeuge.
Eine „technische Analyse“ ist oft ein Vorläufer für einen möglichen Rückruf. Die NHTSA äußert Bedenken hinsichtlich gemeldeter Unfälle, eingeschränkter Sicht und der Frage, ob das FSD-System Fahrer unter realen Bedingungen ausreichend warnt und unterstützt.
FSD-Vorfälle im Fokus
Die Behörde untersucht 58 Zwischenfälle, bei denen 23 Personen verletzt wurden. Diese Vorfälle umfassen Situationen, in denen die FSD-Software Tesla-Modelle auf die Gegenfahrbahn lenkte oder an roten Ampeln vorbei in Kreuzungen steuerte. Bisher wurden keine Todesfälle im Zusammenhang mit diesen spezifischen FSD-Vorfällen gemeldet.
Im August nahm die US-Verkehrsaufsicht zudem Unfallberichte von Tesla unter die Lupe. Es gab den Verdacht, dass das Unternehmen Unfälle, die mit seinen Fahrassistenz- und Selbstfahrfunktionen in Verbindung standen, zu spät gemeldet hatte. Die NHTSA hat in der Vergangenheit immer wieder Untersuchungen gegen Tesla durchgeführt, etwa wegen möglicher Probleme mit dem Autopilot-System bei schlechter Sicht.
Die Entwicklungen zeigen, dass die Aufsichtsbehörden die Sicherheit von Fahrassistenzsystemen genau beobachten. Software-Updates und verbesserte Sensortechnologien sind entscheidend für die Akzeptanz und Sicherheit autonomer Fahrfunktionen.





