Die Kosten für neue Kleinwagen sind in den letzten zehn Jahren stark gestiegen. Ein Benziner kostet heute fast 24.000 Euro, ein Anstieg von fast 80 Prozent. Der ADAC kritisiert diese Entwicklung und fordert die Hersteller auf, wieder bezahlbare Modelle anzubieten.
Wichtige Erkenntnisse
- Benzin-Kleinwagen kosten durchschnittlich fast 24.000 Euro.
- Die Preise stiegen in zehn Jahren um fast 80 Prozent.
- Das Angebot an Verbrenner-Kleinwagen schrumpft auf 46 Modelle.
- Elektro-Kleinwagen bleiben teuer, aber Preise sinken leicht für 2026.
- ADAC fordert den Verzicht auf unnötige Komfortausstattung.
Preissprung bei Kleinwagen: Eine Analyse
Kleinwagen galten lange als Symbol für erschwingliche Mobilität. Diese Zeiten scheinen vorbei zu sein. Eine aktuelle Auswertung des ADAC zeigt, dass ein neuer Kleinwagen mit Benzinmotor im Durchschnitt fast 24.000 Euro kostet. Dies ist ein Anstieg von knapp 80 Prozent im Vergleich zu vor zehn Jahren.
Gleichzeitig verringert sich das Angebot an Modellen mit Verbrennungsmotor. Aktuell sind nur noch 46 Modelle auf dem Markt. Diesel-Kleinwagen werden in dieser Klasse überhaupt nicht mehr angeboten. Diese Entwicklung macht es für viele Verbraucher schwierig, einen passenden und bezahlbaren Neuwagen zu finden.
Fakten zum Preisanstieg
- Durchschnittspreis Benzin-Kleinwagen: fast 24.000 Euro.
- Preisanstieg in 10 Jahren: fast 80 Prozent.
- Modellangebot Verbrenner: nur noch 46 Modelle.
- Durchschnittspreis aller Kleinwagen (2024): über 10.000 Euro höher als 2017.
Elektro-Kleinwagen: Sinkende Preise, aber immer noch teuer
Im Bereich der Elektro-Kleinwagen gibt es eine leichte Entspannung, jedoch auf hohem Niveau. Für das Jahr 2026 prognostiziert der ADAC einen Durchschnittspreis von unter 30.000 Euro für einen E-Kleinwagen. Das wäre ein Rückgang von über neun Prozent gegenüber 2024.
Der ADAC-Autokatalog listet inzwischen fast 40 Elektro-Modelle in diesem Segment. Trotz des prognostizierten Preisrückgangs müssen Käufer für einen elektrischen Kleinwagen immer noch rund 5.000 Euro mehr ausgeben als vor zehn Jahren. Damals war das Angebot allerdings mit weniger als zehn Modellen deutlich kleiner.
Hintergrund der Preisentwicklung
Hersteller begründen die Preissteigerungen oft mit gestiegenen Sicherheitsanforderungen und der allgemeinen Inflation. Der ADAC sieht den Beginn der extremen Kostensteigerungen mit der Covid-19-Pandemie. Fehlende Teile und stockende Lieferketten trieben die Preise damals in die Höhe. Obwohl diese Engpässe heute weitgehend behoben sind, bleiben die Preise hoch.
Die allgemeine Verbraucherpreisinflation lag in den letzten Jahren bei etwa zwei bis drei Prozent jährlich. Der Verkehrsindex bei Destatis stieg um fünf bis sieben Prozent pro Jahr. Die Preissteigerung bei Kleinwagen von etwa 80 Prozent in nur einem Jahrzehnt übertrifft diese Werte jedoch deutlich. Der ADAC bezeichnet diesen Preissprung als unverhältnismäßig.
ADAC fordert Verzicht auf Komfort-Ballast
Der Automobilclub kritisiert, dass viele Kleinwagen heute serienmäßig mit Komfort- und Unterhaltungsfunktionen ausgestattet sind. Ein preisbewusstes Publikum benötige oder wolle diese oft nicht bezahlen. Hier sieht der ADAC ein großes Einsparpotenzial.
Hersteller sollten nicht höhere Basisausstattungen als Rechtfertigung für steigende Preise nutzen. Stattdessen sollten sie einfache und kreative Lösungen für bezahlbare, moderne Mobilität entwickeln. Dies könnte bedeuten, auf aufwendige Infotainmentsysteme zu verzichten und stattdessen eine einfache Smartphone-Anbindung anzubieten. Auch manuelle Klimaanlagen statt Klimaautomatik und kleinere, günstigere Batterien für Elektro-Kleinwagen im Stadtbetrieb wären denkbar.
„Viele Verbraucher sind nach den hohen finanziellen Belastungen der vergangenen Jahre auf günstige Mobilität angewiesen. Ein Kleinwagen sollte genau das leisten, statt als aufgeblähtes Kompaktklasse-Derivat zum Premium-Preis daherzukommen.“
– ADAC
Günstigere Elektro-Modelle sind möglich
Dass günstigere Elektro-Kleinwagen technisch machbar sind, zeigen einige aktuelle Marktbeispiele. Dacia bietet den Spring bereits ab 16.900 Euro an. Der Leapmotor T03 ist ab 18.900 Euro erhältlich. Der Citroën ë-C3 startet bei 23.450 Euro.
Auch aus Asien könnte der Preisdruck zunehmen. BYD entwickelt eine globale Kleinwagen-Plattform, die auf japanischer Kei-Car-Technik basiert. Diese soll durch eine hochintegrierte Komponentenarchitektur Kosten senken. Solche Entwicklungen könnten europäische Hersteller wie VW, Renault und Stellantis unter Zugzwang setzen.
Der ADAC appelliert an die Industrie, das Kleinwagensegment nicht zu vernachlässigen. Bezahlbare Mobilität bleibt ein wichtiges Thema für viele Menschen in Deutschland.





