Ford führt bei den Basisversionen seiner Elektro-SUVs Explorer und Capri eine neue Batteriechemie ein. Beide Modelle, die auf dem Modularen Elektrikbaukasten (MEB) von Volkswagen basieren, erhalten künftig Lithium-Eisen-Phosphat-Batterien (LFP) und einen stärkeren Elektromotor. Diese Umstellung verspricht Vorteile bei den Kosten und der Lebensdauer der Batterie, bringt aber auch Anpassungen bei der Ladeleistung mit sich.
Wichtige Punkte
- Ford Explorer und Capri erhalten LFP-Batterien als Basis.
- Die nutzbare Batteriekapazität steigt auf 58 kWh.
- Die DC-Ladeleistung sinkt auf maximal 110 kW.
- Ein neuer 140 kW Elektromotor verbessert Effizienz und Reichweite.
- Reichweite steigt auf bis zu 464 km (Capri) bzw. 444 km (Explorer).
- Preise starten ab 39.900 Euro für den Explorer (vor Rabatten).
Neue Batteriechemie: LFP-Technologie für mehr Robustheit
Die Umstellung auf Lithium-Eisen-Phosphat-Batterien ist ein bedeutender Schritt für die Elektro-SUVs von Ford. Diese Zellchemie ist bekannt für ihre Robustheit und Langlebigkeit. Ein großer Vorteil ist die Möglichkeit, die Batterie dauerhaft auf 100 Prozent aufzuladen, ohne Kapazitätseinbußen befürchten zu müssen. Dies unterscheidet LFP-Batterien von den bisher oft verwendeten Nickel-Mangan-Kobalt-Zellen (NMC), bei denen eine regelmäßige Vollladung die Lebensdauer beeinträchtigen kann.
Die nutzbare Energiekapazität der neuen LFP-Batterie beträgt 58 kWh. Das ist etwas mehr als bei den bisherigen Basismodellen. Obwohl LFP-Zellen im Verhältnis zu Gewicht und Volumen eine geringere Energiedichte aufweisen, sind sie in der Produktion günstiger. Dies ermöglicht Ford, die Fahrzeuge wettbewerbsfähiger anzubieten.
Faktencheck Batterie
- Zellchemie: Lithium-Eisen-Phosphat (LFP)
- Nutzbarer Energiegehalt: 58 kWh
- Vorteile: Kostengünstiger, robust, dauerhaft auf 100% ladbar
- Nachteile: Geringere Energiedichte (Gewicht/Volumen), höhere optimale Betriebstemperatur
Anpassungen bei der Ladeleistung und Effizienz
Die Einführung der LFP-Batterien bringt auch Änderungen bei der Ladeleistung mit sich. Die maximale DC-Ladeleistung sinkt von bisher 145 kW auf 110 kW. Ford gibt an, dass eine Aufladung von 10 auf 80 Prozent etwa 28 Minuten dauert. Dies entspricht einer durchschnittlichen Netto-Ladeleistung von rund 87 kW in diesem Bereich.
Ein weiterer Aspekt der LFP-Technologie ist die Betriebstemperatur. LFP-Zellen laden am schnellsten bei etwas höheren Temperaturen als NMC-Zellen. Dies könnte bedeuten, dass die Vorkonditionierung der Batterie vor dem Schnellladen tendenziell etwas mehr Energie verbraucht, um die optimale Temperatur zu erreichen.
"Die Umstellung auf LFP-Batterien ist ein strategischer Schritt, um unsere Elektrofahrzeuge zugänglicher zu machen und gleichzeitig die Lebensdauer der Batterie zu optimieren. Wir bieten unseren Kunden eine robuste und zuverlässige Lösung."
Neuer Elektromotor steigert Reichweite
Parallel zur neuen Batterie wird ein überarbeiteter Elektromotor eingeführt. Dieser leistet nun 140 kW, verglichen mit den 125 kW des Vorgängers. Der neue Motor soll nicht nur leistungsstärker, sondern auch effizienter sein. In Kombination mit der leicht erhöhten Batteriekapazität führt dies zu einer verbesserten Reichweite.
Der Ford Capri erreicht im WLTP-Zyklus eine Reichweite von 433 bis 464 km. Der Ford Explorer schafft 410 bis 444 km. Der Verbrauch im Zyklus liegt beim Capri zwischen 14,8 und 15,7 kWh pro 100 km, während der Explorer 15,4 bis 16,4 kWh pro 100 km verbraucht. Diese Zahlen unterstreichen die Effizienzverbesserungen durch den neuen Antriebsstrang.
Hintergrund: MEB-Plattform
Der Ford Explorer und der Ford Capri basieren auf dem Modularen Elektrikbaukasten (MEB) von Volkswagen. Diese Plattform wird auch für eine Vielzahl von Elektrofahrzeugen des Volkswagen-Konzerns genutzt, darunter Modelle von VW, Skoda und Cupra. Die enge Zusammenarbeit ermöglicht Ford den Zugang zu bewährter Elektroauto-Technologie und beschleunigt die Entwicklung eigener E-Modelle.
Auswirkungen auf den Volkswagen-Konzern
Die technischen Neuerungen bei Ford dürften nicht lange auf sich warten lassen, bis sie auch in den Elektroautos des Volkswagen-Konzerns Einzug halten. Es ist üblich, dass Lizenznehmer seltener zuerst von solchen technischen Veränderungen profitieren. In diesem Fall scheint Ford jedoch die Vorreiterrolle zu übernehmen.
Bei Skoda wurden bereits die Basismodelle des Elroq und des Enyaq vorübergehend aus dem Programm genommen. Es wird erwartet, dass diese Modelle bald mit dem hier vorgestellten Antriebsstrang und der LFP-Batterie wieder bestellbar sein werden. Auch für den VW ID.3 und den ID.4, der nach der anstehenden Modellpflege ID.Tiguan heißen soll, wird die Umstellung auf die LFP-Batterie und den 140-kW-Motor im Laufe des Jahres erwartet.
- Skoda: Elroq und Enyaq Basismodelle erwarten baldige Umstellung.
- Volkswagen: ID.3 und ID.4 (zukünftig ID.Tiguan) sollen LFP-Batterie und 140 kW Motor erhalten.
Preise und Verfügbarkeit
Ford bietet die Kombination aus der neuen Batterie und dem stärkeren Motor in zwei Ausstattungslinien an. Der Ford Explorer startet laut aktueller Preisliste bei 39.900 Euro. Der Ford Capri ist offiziell ab 42.400 Euro erhältlich. Diese Preise beziehen sich auf die unverbindliche Preisempfehlung.
Aktuell gewährt Ford einen Nachlass von 5.000 Euro für alle Käufer. In Kombination mit staatlichen Förderungen, die unter bestimmten Umständen gewährt werden, könnte ein neuer Explorer für weniger als 30.000 Euro zu haben sein. Dies macht die Modelle besonders attraktiv für Interessenten, die einen erschwinglichen Einstieg in die Elektromobilität suchen.
Die verbesserte Effizienz, die höhere Reichweite und die robuste Batterietechnologie positionieren den Ford Explorer und Capri als interessante Optionen im wachsenden Markt der Elektro-SUVs. Die Kostenersparnis durch die LFP-Technologie wird voraussichtlich auch positive Auswirkungen auf die Endkundenpreise haben und die Attraktivität der Modelle weiter steigern.





