Ferrari präsentiert mit dem Luce sein erstes vollelektrisches Modell. Dieser Gran Turismo Crossover mit vier Türen und fünf Sitzen markiert einen Wendepunkt für die Marke aus Maranello. Der Luce kombiniert beeindruckende Leistung mit einem überraschend niedrigen Luftwiderstandsbeiwert und einem Design, das teilweise von Jony Iver mitgestaltet wurde. Mit einem Preis von über 500.000 Euro richtet er sich an eine exklusive Käuferschaft und verspricht, Ferraris Tradition in die Ära der Elektromobilität zu führen.
Wichtige Details zum Ferrari Luce
- Erstes vollelektrisches Modell von Ferrari.
- Leistung von 772 kW (1050 PS) durch vier Elektromotoren.
- Geschätzter Preis: über 500.000 Euro.
- Design in Zusammenarbeit mit Jony Ive.
- Reichweite von etwa 530 Kilometern.
Revolutionäres Design und Technologie
Der Ferrari Luce bricht mit vielen traditionellen Designelementen der Marke. Er ist kein flacher Zweisitzer und auch kein klassischer Gran Turismo im herkömmlichen Sinne. Stattdessen präsentiert sich der Luce als fünfsitziges, viertüriges Crossover-Modell. Diese Formgebung wurde nicht allein vom Ferrari Centro Stile entwickelt, sondern in Zusammenarbeit mit LoveFrom, dem Kreativkollektiv um Jony Ive und Marc Newson. Jony Ive ist bekannt für seine Arbeit am Design des iMac G3 und des iPod.
Das Design des Luce zeichnet sich durch eine schalenartige Linie aus, die an die Ästhetik von Apple-Produkten erinnert. Gegenläufig öffnende Türen erleichtern den Zugang zum Innenraum. Mit einem cW-Wert von 0,254 erreicht der Luce den niedrigsten Wert aller bisherigen Ferrari-Modelle, ohne dabei den nötigen Abtrieb zu vernachlässigen. Der Schwerpunkt liegt zudem 9,5 Zentimeter tiefer als beim Purosangue, was die Fahrdynamik weiter verbessert.
Faktencheck: Aerodynamik
Der Ferrari Luce erreicht einen Luftwiderstandsbeiwert (cW-Wert) von 0,254. Dies ist der niedrigste Wert, den Ferrari je bei einem Serienfahrzeug erzielt hat, und trägt maßgeblich zur Effizienz und Reichweite bei.
Leistung, Reichweite und Ladeinfrastruktur
Der Luce wird von vier Permanentmagnet-Synchronmotoren angetrieben, die eine beeindruckende Systemleistung von 772 kW (ca. 1050 PS) liefern. Die Hinterachsmotoren leisten je 310 kW, die vorderen je 105 kW. Diese Konfiguration ermöglicht ein Torque Vectoring über die Längs- und Querachse, wodurch sich das Fahrzeug leichter anfühlen soll, als es ist. Die Achslastverteilung beträgt 48 Prozent vorne und 52 Prozent hinten, was der Fahrdynamik zugutekommt.
Die Energieversorgung erfolgt über eine 122-kWh-Batterie, die tief im Fahrzeugboden verbaut ist. Die 800-Volt-Architektur ermöglicht schnelles Laden mit bis zu 350 kW. Ferrari gibt eine geschätzte Reichweite von etwa 530 Kilometern an, was im Vergleich zu einigen Wettbewerbern nicht überragend, aber solide ist. Die maximale Rekuperationsleistung beträgt 500 kW.
"Der Ferrari Luce bringt zusammen, was wir sind und was wir sein wollen", sagt John Elkann, der Aufsichtsratsvorsitzende von Ferrari.
Fahrleistungen auf Supersportwagen-Niveau
Trotz seines Crossover-Formats liefert der Luce Fahrleistungen, die einem Ferrari würdig sind. Er beschleunigt in nur 2,5 Sekunden von 0 auf 100 km/h und erreicht die 200 km/h-Marke in 6,8 Sekunden. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 310 km/h. Mit einem Leergewicht von 2260 Kilogramm gilt er für ein fünfsitziges Elektroauto mit dieser Batterieleistung als beinahe schlank.
Hintergrund: Ferraris Weg zur Elektromobilität
Für Ferrari ist der Schritt in die Elektromobilität nicht nur eine Reaktion auf gesetzliche Vorgaben und Umweltauflagen, sondern auch eine strategische Neuausrichtung. Das Unternehmen muss sich den Herausforderungen stellen, die mit teuren Strafzahlungen für hohe CO2-Emissionen verbunden sind, falls keine Elektrofahrzeuge angeboten werden. Der Luce ist ein klares Statement, dass Ferrari bereit ist, seine Identität neu zu definieren, ohne die Kernwerte der Marke zu verlieren.
Innenraum: Purismus trifft Funktionalität
Der Innenraum des Ferrari Luce spiegelt die Design-Einflüsse von Jony Ive wider. Er präsentiert sich aufgeräumt, schlicht und mit abgerundeten Kanten. Statt alle Funktionen in einem zentralen Bildschirm zu bündeln, setzt Ferrari auf eine Kombination aus mechanischen Tasten, Drehreglern, Kippschaltern und OLED-Anzeigen. Dies sorgt für eine intuitive Bedienung und ein weniger ablenkendes Fahrerlebnis.
Interessanterweise verzichtet der Luce auf eine eigene Navigation und integriert stattdessen das Smartphone via Apple CarPlay oder Android Auto. Over-the-Air-Updates sind ebenfalls nicht vorgesehen. Dieser Purismus in einem Fahrzeug dieser Preisklasse ist eine bewusste Entscheidung, die den Fokus auf das Fahrerlebnis legen soll. Ferrari hofft, mit diesem Ansatz nicht nur bestehende Kunden zu überzeugen, sondern auch neue Käuferschichten für die Marke zu begeistern.
- Länge: 5,026 Meter
- Breite: 1,999 Meter
- Höhe: 1,544 Meter
- Radstand: 2,961 Meter (identisch mit dem 296 GTB)
Das aktive Fahrwerk, abgeleitet vom F80, und die unabhängige Hinterachslenkung, die die Räder um bis zu 2,15 Grad einschlagen lässt, tragen zur Agilität und Fahrstabilität bei. Die fast schon monströsen Reifendimensionen – 265/35-23 vorne und 315/30-24 hinten – gewährleisten die nötige Traktion und den Grip, um die enorme Leistung des Luce auf die Straße zu bringen.





