Ducati feiert seinen 100. Geburtstag mit einem Paukenschlag: Die neue Superleggera V4 Centenario ist nicht nur das stärkste, sondern auch das teuerste Serienmotorrad, das der italienische Hersteller je gebaut hat. Mit bis zu 247 PS und einem Preis von bis zu 200.000 Euro setzt dieses Sondermodell neue Maßstäbe in der Motorradwelt.
Wichtige Fakten
- Die Superleggera V4 Centenario ist das stärkste und teuerste Serienmotorrad von Ducati.
- Sie leistet bis zu 247 PS mit Racing-Auspuffanlage.
- Der Preis beginnt bei 150.000 Euro, die Centenario Tricolore-Lackierung kostet 200.000 Euro.
- Rahmen, Schwinge, Heckrahmen und Räder bestehen aus Kohlefaser.
- Nur 500 Exemplare der Standardversion und 100 der Tricolore-Version werden gefertigt.
Leistung und Exklusivität
Die Superleggera V4 Centenario markiert einen Höhepunkt in Ducatis Unternehmensgeschichte. Das Motorrad ist eine Hommage an 100 Jahre Ingenieurskunst und Leidenschaft. Es bricht gleich zwei Rekorde: Es ist das stärkste und das teuerste Serienmotorrad der Marke. Mit Straßenzulassung liefert die Maschine bereits beeindruckende 228 PS. Wer den optionalen Racing-Auspuff und spezielles Öl verwendet, erreicht sogar die Spitzenleistung von 247 PS.
Der Einstiegspreis für die „Rosso Centenario“-Lackierung liegt bei 150.000 Euro. Für die noch exklusivere „Centenario Tricolore“-Lackierung, die an die ikonische Ducati 750 F1 der 1980er Jahre erinnert, steigt der Preis auf 200.000 Euro. Diese Preisgestaltung unterstreicht den Sammlerwert und die Exklusivität des Modells.
Faktencheck
- Leistung: 228 PS (Straße), 247 PS (Racing-Kit)
- Preis: 150.000 € (Rosso Centenario), 200.000 € (Centenario Tricolore)
- Trockengewicht: 173 kg (Standard), 167 kg (mit Racing-Kit)
- Leistungsgewicht: 1,48 PS pro Kilogramm
Materialien aus dem Rennsport
Ducati hat für die Superleggera V4 Centenario keine Kosten und Mühen gescheut. Das Motorrad basiert auf der Panigale V4, doch fast jedes Bauteil wurde veredelt. Rahmen, Schwinge, Heckrahmen und Räder bestehen vollständig aus Kohlefaserlaminat. Dies führt zu einer erheblichen Gewichtsersparnis. Allein der Rahmen ist 17 Prozent leichter als sein Aluminium-Pendant. Die Kohlefaserräder reduzieren das Gewicht um weitere 300 Gramm.
Das Trockengewicht der Superleggera V4 Centenario beträgt nur 173 kg, was 14 kg weniger ist als bei der Panigale V4 S. Mit dem mitgelieferten Racing-Kit sinkt das Gewicht sogar auf 167 kg. Dies resultiert in einem rekordverdächtigen Leistungsgewicht von 1,48 PS pro Kilogramm.
Innovative Bremstechnologie und Fahrwerk
Ein weiteres Highlight ist die Bremstechnologie. Die Superleggera V4 Centenario ist das erste straßenzugelassene Motorrad, das mit Carbon-Keramik-Bremsscheiben ausgestattet ist. Diese High-Tech-Bremsen sparen 450 Gramm pro Scheibe. Sie verbessern nicht nur das Einlenkverhalten, sondern sind auch widerstandsfähiger bei extremen Belastungen auf der Rennstrecke. Die Bremssättel stammen von Brembo, genauer gesagt die GP4-HY-Monoblock-Sättel.
Auch das Fahrwerk ist auf dem neuesten Stand der Technik. Ducati setzt auf die neue NPX-25/30-Carbon-Gabel von Öhlins, eine Premiere im Serienbau. Das Federbein ist ebenfalls von Öhlins, das TTX-36-GP-LW-Federbein, das mit einer Stahlfeder zur Gewichtsersparnis und Ventilen aus Ducatis MotoGP-Bike ausgestattet ist. Die Umlenkhebel bestehen aus Titan.
Hintergrund der Superleggera-Serie
Ducati hat in der Vergangenheit immer wieder limitierte Editionen von PS-starken Sportbikes auf den Markt gebracht. Diese Modelle waren stets sehr exklusiv und teuer, was sie bei Sammlern äußerst begehrt macht. Ein bekanntes Beispiel ist die Desmosedici aus dem Jahr 2007, ein straßenzugelassener MotoGP-Ableger mit 195 PS (200 PS im Renntrimm) und einem Preis von 61.500 Euro. Diese Sondermodelle steigern das Prestige der Marke und sind oft schnell ausverkauft.
Motor und Aerodynamik
Der 1103 cm³ V4-Motor stammt aus der Panigale, wurde jedoch umfassend überarbeitet. Durch den Einsatz von Titan, leichteren Schrauben und optimierten Komponenten wiegt er 3,6 kg weniger. Die Stahl-Gegengewichte der Kurbelwelle wurden durch Wolfram-Einsätze ersetzt, die eine höhere Dichte aufweisen und ein schnelleres Hochdrehen des Motors ermöglichen. Der Durchmesser der Drosselklappen wurde von 52 auf 56 mm erhöht, und die Ansaugtrichter sind neu geformt. Das Getriebe wurde direkt aus dem Rennsport übernommen.
Auch in puncto Aerodynamik setzt die Superleggera V4 Centenario neue Maßstäbe. Neben den markanten Winglets verfügt sie über sogenannte „Corner Sidepods“ an der unteren Verkleidung. Diese Elemente erzeugen in Schräglage zusätzlichen Abtrieb und „saugen“ das Motorrad förmlich auf den Asphalt. Dies ist ebenfalls eine Premiere im Serienbau und zeigt, wie viel Technologie aus der MotoGP in dieses Modell eingeflossen ist. Selbstverständlich verfügt die Ducati über modernste, aus dem Rennsport abgeleitete Elektronikhilfen.
Limitierte Auflage und Käuferauswahl
Die Superleggera V4 Centenario ist streng limitiert. Es werden nur 500 Exemplare der Standardversion und 100 Exemplare der Centenario Tricolore-Version gefertigt. Doch selbst wer das nötige Kleingeld besitzt, hat keine Garantie auf den Kauf. Ducati wählt die Käufer sorgfältig aus, um sicherzustellen, dass diese exklusiven Motorräder in die richtigen Hände gelangen.
Jede Superleggera V4 Centenario wird mit einer laser-gravierten Seriennummer in der oberen Gabelbrücke geliefert. Zum Lieferumfang gehören außerdem ein Echtheitszertifikat, eine Motorradabdeckhaube, eine Garagenmatte und Montageständer. Alles wird in einer individuell gestalteten Holzkiste verpackt. Der Racing-Kit, der eine Akrapovic-Anlage, Racing-Software, einen offenen Kupplungsdeckel und Carbon-Schutz für Schwinge und Lichtmaschine enthält, ist ebenfalls Teil des Pakets.
„Die Superleggera V4 Centenario ist mehr als nur ein Motorrad; sie ist ein rollendes Kunstwerk, das die Grenzen der Technik neu definiert und gleichzeitig eine Hommage an unsere reiche Geschichte darstellt.“
Für Ducati ist dieses Projekt in doppelter Hinsicht ein Erfolg. Es steigert das Prestige der Marke als Hersteller der stärksten und besten Sportmotorräder. Gleichzeitig klingeln die Kassen: 500 Superleggera V4 Centenario zu 150.000 Euro generieren 75 Millionen Euro, und weitere 100 Centenario Tricolore bringen zusätzliche 20 Millionen Euro ein. Dies ergibt einen Gesamtumsatz von 95 Millionen Euro allein aus dieser limitierten Serie. Viele dieser Motorräder werden voraussichtlich nicht auf der Straße oder Rennstrecke zu sehen sein, sondern in klimatisierten Garagen als Sammlerstücke aufbewahrt.





