Fiat Professional präsentiert den Fiat Tris, ein neues Elektro-Lastendreirad. Dieses Fahrzeug ist speziell für urbane Umgebungen und die sogenannte Last-Mile-Logistik konzipiert. Es soll die Lücke füllen, die durch das Ende der Piaggio Ape-Produktion in Europa entstanden ist, und dabei emissionsfreie Lieferungen ermöglichen.
Wichtige Fakten
- Der Fiat Tris ist ein elektrisches Lastendreirad.
- Er wurde für urbane Logistik und enge Gassen entwickelt.
- Produziert wird der Tris in Marokko und kommt 2026 nach Europa.
- Er basiert auf der Technik des Fiat Topolino.
- Die Nutzlast beträgt 540 kg, die Reichweite 90 km.
Ein Erbe für die Zukunft: Die Geburt des Tris
Die Piaggio Ape, eine Ikone der italienischen Mobilität, hat ihre Produktion in Europa im Jahr 2025 eingestellt. Dies geschah Berichten zufolge aufgrund strengerer EU-Zulassungsvorschriften. Die Ape bleibt jedoch in Indien verfügbar. Fiat Professional hat nun mit dem Fiat Tris eine moderne, elektrische Alternative geschaffen. Dieses Fahrzeug soll das Konzept des kompakten, wendigen Lastendreirads in die Ära der Elektromobilität überführen.
Der Fiat Tris wurde vom Fiat Style Centre entworfen. Die Produktion findet in Marokko statt. Von dort aus wird das Fahrzeug auch in europäische Märkte exportiert. Dies unterstreicht die globale Strategie von Stellantis, um den wachsenden Bedarf an emissionsfreien Transportlösungen zu decken.
Interessanter Fakt
Die Piaggio Ape, deren Name 'Biene' bedeutet, wurde seit 1947 auf Vespa-Basis gebaut und ist in Italien ein automobiles Kulturgut.
Technik und Leistung: Was der Tris bietet
Der Fiat Tris nutzt bewährte Technik innerhalb des Stellantis-Konzerns. Er teilt sich Komponenten mit den Leichtkraftwagenmodellen Fiat Topolino, Opel Rocks und Citroën Ami. Dies ermöglicht eine effiziente Produktion und Wartung. Der Antrieb erfolgt über einen 6-kW-Motor mit einer Spitzenleistung von 9 kW.
Die Energieversorgung übernimmt eine Lithiumbatterie mit einer Kapazität von 6,9 kWh. Dies ist eine Steigerung gegenüber den 5,5 kWh des Fiat Topolino. Unter den WMTC-Bedingungen (World Motorcycle Test Cycle) soll der Tris eine Reichweite von 90 Kilometern erreichen. Die Höchstgeschwindigkeit ist auf 45 km/h begrenzt, wie es für Leichtkraftwagen üblich ist.
„Der Fiat Tris überführt das geistige Erbe der Ape in die Zukunft nachhaltiger Mobilität.“
Ladezeiten und Praktikabilität
Das Aufladen des Fiat Tris ist unkompliziert. Eine Ladung von null auf 80 Prozent Kapazität dauert etwa 3,5 Stunden. Für eine vollständige Ladung von null auf 100 Prozent werden etwa 4,4 Stunden benötigt. Das Laden erfolgt an einer normalen Steckdose, eine Wallbox-Lademöglichkeit ist nicht vorgesehen.
Hintergrundinformation
Leichtkraftwagen sind Fahrzeuge, die in vielen europäischen Ländern mit einem Führerschein der Klasse AM gefahren werden dürfen. Dies macht sie besonders attraktiv für junge Fahrer oder für den Einsatz in städtischen Gebieten.
Design und Varianten: Vielseitigkeit für den Alltag
Der Fiat Tris wird in drei verschiedenen Varianten angeboten, um unterschiedlichen Anforderungen gerecht zu werden: als Kabine, mit Pritsche und als Koffer. Diese Vielseitigkeit macht ihn zu einem flexiblen Werkzeug für verschiedene gewerbliche Anwendungen, von Lieferdiensten bis hin zu Handwerksbetrieben.
Die Abmessungen des Tris sind optimal für den urbanen Einsatz. Mit einer Länge von 3,17 Metern ist er extrem kompakt. Sein einziges Vorderrad ermöglicht einen konkurrenzlosen Wendekreis von nur 3,05 Metern. Dies ist entscheidend für das Manövrieren in engen Altstadtgassen und belebten Stadtzentren.
- Länge: 3,17 Meter
- Wendekreis: 3,05 Meter
- Nutzlast: 540 kg
- Transportkapazität: Eine Europalette
Die Nutzlast von 540 kg ist präzise auf die Anforderungen der Last-Mile-Logistik zugeschnitten. Er kann eine Europalette transportieren, was ihn zu einem praktischen Partner für viele Unternehmen macht, die Waren in der Stadt ausliefern müssen.
Zukünftige Märkte und die Rolle in Europa
In Afrika, wo der Fiat Tris auch gebaut wird, verspricht das Mikromobil einen einfachen Einstieg in die individuelle Mobilität. Für Europa sieht die Situation etwas anders aus. Hier könnte der Tris von zwei wichtigen Trends profitieren: dem steigenden Bedarf an Last-Mile-Transporten und immer strengeren urbanen Emissionsvorschriften.
Städte in ganz Europa führen zunehmend Zonen mit geringen Emissionen ein. Dort sind Fahrzeuge mit Verbrennungsmotoren eingeschränkt oder verboten. Ein emissionsfreies Fahrzeug wie der Fiat Tris bietet hier eine attraktive Lösung. Er trägt dazu bei, sowohl Lärm- als auch Abgasemissionen in den Innenstädten zu reduzieren.
Stellantis plant die Einführung des Tris in den relevanten europäischen Märkten im Jahr 2026. Italien wird dabei der erste Markt sein, was angesichts der kulturellen Bedeutung solcher Dreiräder dort naheliegend ist. Die Brüsseler Motor Show, die vom 9. bis 18. Januar 2026 stattfindet, wird als Plattform für die Vorstellung des Minimalmobils dienen.
Wichtige Zahlen
Die Produktion der Piaggio Ape in Pontedera, Italien, endete 2025 nach 78 Jahren. Der Fiat Tris tritt in große Fußstapfen.
Fazit: Ein Hoffnungsträger für die urbane Logistik
Der Fiat Tris stellt einen wichtigen Schritt für Fiat Professional dar, um im Segment der urbanen Elektromobilität Fuß zu fassen. Er kombiniert die Praktikabilität und Wendigkeit klassischer Lastendreiräder mit einem modernen, emissionsfreien Antrieb. Mit seiner hohen Nutzlast und kompakten Abmessungen ist er ideal für die Herausforderungen der modernen Stadtlogistik geeignet.
Die Einführung des Fiat Tris könnte eine nachhaltige Lösung für Lieferdienste und kleine Unternehmen in Europas Städten bieten. Er ist ein Beispiel dafür, wie traditionelle Konzepte mit neuer Technologie kombiniert werden, um den Anforderungen der Zukunft gerecht zu werden. Dies trägt zur Reduzierung von Umweltbelastungen in urbanen Gebieten bei und unterstützt eine effizientere Güterverteilung.





