Das autonome Elektro-Shuttle Holon Urban hat vom Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) die Genehmigung für den Testbetrieb in ganz Deutschland erhalten. Diese Zulassung markiert einen wichtigen Schritt für die Einführung fahrerloser Mobilitätslösungen im öffentlichen Nahverkehr. Erste Einsätze sind bereits in Hamburg geplant, wo bis zu 20 solcher Shuttles getestet werden sollen.
Wichtige Punkte
- Holon Urban erhält bundesweite Zulassung für autonome Testfahrten.
- Das Shuttle erreicht Autonomie-Level 4 und bietet Platz für bis zu 15 Passagiere.
- Ersteinsatz in Hamburg im Rahmen des Projekts ALIKE mit der Hochbahn.
- Ziel ist die Reduzierung des Individualverkehrs und flexible Mobilität.
Bundesweite Erprobung startet
Der Fahrzeughersteller Holon darf sein vollelektrisches Shuttle nun bundesweit im autonomen Fahrmodus erproben. Das KBA hat die entsprechende Genehmigung erteilt. Holon teilte mit, dass das Fahrzeug die Fahraufgabe vollkommen autonom durchführt.
Ein Sicherheitsfahrer überwacht das System lediglich als Operator. Zusätzlich begleiten Entwicklungsingenieure die Testfahrten. Dies dient der fortlaufenden Verbesserung der autonomen Systeme.
Faktencheck Holon Urban
- Autonomie-Level: Level 4 (weitgehend fahrerlos)
- Kapazität: Bis zu 15 Passagiere (9 Sitze, 6 Stehplätze)
- Höchstgeschwindigkeit: ca. 60 km/h
- Antrieb: Vollelektrisch
Einsatz im öffentlichen Nahverkehr
Das Holon Urban wurde speziell für den Einsatz im öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) entwickelt. Es soll auch in Sammel-Taxi-Konzepten zum Einsatz kommen. Die maximale Geschwindigkeit von etwa 60 km/h macht es für urbane Umgebungen geeignet.
Mit der Autonomie-Stufe Level 4 ist das Fahrzeug weitgehend fahrerlos. Dies bedeutet, dass es in definierten Betriebsbereichen selbstständig agieren kann, ohne ständige menschliche Eingriffe.
„Die bundesweite Genehmigung für die Erprobung des autonomen Level-4 Shuttles ist ein Meilenstein für die Einführung autonomer Mobilität im ÖPNV.“
Projekt ALIKE in Hamburg
Der erste praktische Einsatz des Holon Urban findet in Hamburg statt. Es ist Teil des Projekts ALIKE, das zusammen mit der Hamburger Hochbahn durchgeführt wird. Dieses Projekt erhält eine Förderung von 26 Millionen Euro vom Bundesverkehrsministerium und läuft bis Oktober 2026.
In Hamburg werden insgesamt bis zu 20 autonome Shuttles verschiedener Hersteller unterwegs sein. Dazu gehört auch der VW ID.Buzz AD. Die Fahrzeuge werden nicht als individuelle Taxis eingesetzt, sondern im Ridepooling-System.
Ridepooling-Konzept
Das Ridepooling-System bündelt Buchungen mit ähnlichen Zielen. Ein IT-System organisiert die Fahrten. Dadurch teilen sich Fahrgäste ein Shuttle und werden direkt zu ihrem Ziel gebracht. Dieses Konzept soll den Individualverkehr reduzieren.
Es bietet flexible Mobilitätslösungen. Das Ziel ist, autonome Fahrten als Ergänzung zum klassischen ÖPNV, also Bus und Bahn, zu integrieren.
Beteiligte Partner im Projekt ALIKE
- Hamburger Verkehrsbehörde
- Hamburger Hochbahn
- Moia (On-Demand-Dienst)
- Volkswagen Nutzfahrzeuge
- Karlsruher Institut für Technologie
- Holon
Ausblick auf die Zukunft der Mobilität
Holon-Manager Flavio Friesen betont die Bedeutung der KBA-Genehmigung. Sie ebne den Weg für autonome Transportlösungen in Deutschland. Das Fahrzeugsystem überzeuge sowohl technisch als auch regulatorisch.
„Wir gehen mit großen Schritten auf eine neue Ära der Mobilität zu“, so Friesen. Diese Entwicklung zeigt, wie sich der ÖPNV in Zukunft verändern könnte. Autonome Shuttles könnten eine effiziente und flexible Ergänzung darstellen.
Die Tests in Hamburg werden wertvolle Daten liefern. Diese Daten sind entscheidend für die weitere Entwicklung und Skalierung autonomer Fahrdienste. Sie helfen, die Technologie sicherer und zuverlässiger zu machen.
Die Integration von Ridepooling-Diensten mit dem bestehenden Nahverkehrsnetz hat das Potenzial, Städte zu entlasten. Weniger private Fahrzeuge bedeuten weniger Stau und eine bessere Luftqualität. Dies ist ein wichtiger Schritt hin zu einer nachhaltigeren Stadtentwicklung.
Die Technologie hinter dem Holon Urban und ähnlichen Fahrzeugen ist komplex. Sie umfasst fortschrittliche Sensoren, Künstliche Intelligenz und präzise Navigationssysteme. Die Überwachung durch Sicherheitsfahrer ist in dieser frühen Phase unerlässlich, um die Sicherheit zu gewährleisten und kontinuierlich zu lernen.
Experten erwarten, dass autonome Shuttles in den nächsten Jahren zunehmend in Städten zum Einsatz kommen werden. Die Akzeptanz in der Bevölkerung wird dabei eine große Rolle spielen. Projekte wie ALIKE sind entscheidend, um Vertrauen aufzubauen und die Vorteile der neuen Mobilität zu demonstrieren.





