KTM präsentiert die neue 1390 Super Adventure S Evo, ein Modell, das nach einer herausfordernden Phase für den Hersteller aus Österreich den Weg zurück auf den Markt ebnen soll. Die Reiseenduro kommt mit gesteigerter Leistung und einem optionalen automatisierten Schaltgetriebe auf den Markt, das für mehr Fahrkomfort sorgen soll.
Wichtige Punkte
- KTM 1390 Super Adventure S Evo bietet 173 PS und 145 Nm Drehmoment.
- Optionales automatisiertes Schaltgetriebe (AMT) für erhöhten Fahrkomfort.
- Semi-aktives Fahrwerk und umfangreiche Assistenzsysteme sind serienmäßig.
- Neues Design, darunter ein überarbeitetes Frontprofil und ein 8-Zoll-TFT-Display.
- Preis startet bei 22.999 Euro, inklusive vier Jahre Garantie.
Leistungssteigerung und Motorinnovation
Die 1390 Super Adventure S Evo tritt in die Fußstapfen ihres Vorgängers, der 1290 Super Adventure. KTM hat den Hubraum von 1301 cm³ auf 1350 cm³ erhöht. Diese Anpassung führt zu einer deutlichen Leistungssteigerung. Der Motor liefert nun 173 PS und ein maximales Drehmoment von 145 Nm.
Ein besonderes Merkmal des Motors ist der Drehmomentverlauf. Dieser wird durch zwei unterschiedliche Nockenprofile über das gesamte Drehzahlband optimiert. Bei einer Drehzahl von 6500 U/min wechseln die Nockenprofile, um eine gleichmäßige Kraftentfaltung zu gewährleisten. Das Leergewicht der Maschine beträgt 244 kg.
Faktencheck: Motorleistung
- Hubraum: 1350 cm³
- Leistung: 173 PS
- Drehmoment: 145 Nm
- Nockenprofilwechsel: Bei 6500 U/min
Design und Fahrwerks-Highlights
Optisch zeigt sich die 1390 Super Adventure S Evo grundlegend überarbeitet, bleibt aber als Super Adventure erkennbar. Besonders auffällig ist die Neugestaltung der Front. Während schmale LED-Tagfahrleuchten die Form des alten Scheinwerfers aufgreifen, verschwinden die Hauptscheinwerfer in einem schwarzen Bereich, was ein unkonventionelles Erscheinungsbild erzeugt.
Verkleidung und Tank wurden ebenfalls neu gestaltet. Der Tank fasst weiterhin 23 Liter und reicht tief nach unten. Der Rahmen ist verbessert worden und soll eine 73-prozentige höhere Verwindungssteifigkeit aufweisen. Dies trägt zur Fahrstabilität bei, auch wenn der Vorgänger bereits sehr stabil war.
Semi-aktives Fahrwerk für jede Bedingung
Das Fahrwerk nutzt Komponenten des hauseigenen Zulieferers WP. Die Evo-Version bietet ein semi-aktives Fahrwerk. Es ermöglicht die Anpassung der Federvorspannung an Terrain und Beladung. Die Dämpfung wird elektronisch über Magnetventile geregelt, um stets den passenden Fahrmodus zu unterstützen. Fahrer können zwischen vier Fahrmodi wählen: Rain, Street, Sport und Offroad. Zusätzlich gibt es drei freie Modi und optional einen Rally-Modus.
Die 1390 Super Adventure S Evo rollt auf Gussfelgen, vorne 19 Zoll und hinten 17 Zoll. Für Geländeliebhaber bietet KTM die 1390 Super Adventure R mit 21-Zoll-Vorderrad und Drahtspeichenfelgen an. Die Bremsanlage stammt von Brembo und verfügt über radial angebrachte Vierkolben-Bremszangen, die für hohe Verzögerungsleistung sorgen.
Automatisches Schaltgetriebe (AMT)
Ein zentrales neues Feature ist das optionale automatisierte Schaltgetriebe (AMT). Dieses System stellt eine Abkehr vom traditionellen „Ready to Race“-Slogan von KTM dar und zielt auf gesteigerten Komfort ab. Es gibt keinen Kupplungshebel mehr, aber weiterhin einen Fußschalthebel. Alternativ können die Gänge über zwei Tasten am linken Lenkerende gewechselt werden. Wer möchte, kann die Gangwechsel komplett der Automatik überlassen.
„Die Gangwechsel dauern laut KTM nur 50 Millisekunden und sollen ruckfrei verlaufen.“
Das AMT spart im Vergleich zu Doppelkupplungsgetrieben, wie sie Honda anbietet, Kosten und Gewicht. Es handelt sich um ein automatisiertes Schaltgetriebe, bei dem eine mechanische Fliehkraftbetätigung die Mehrscheibenkupplung steuert. Das Motorrad fährt bei eingelegtem Gang an, sobald ausreichend Gas gegeben wird. Sinkt die Drehzahl unter einen bestimmten Wert, öffnet die Kupplung, was ein Abwürgen des Motors verhindert.
Hintergrund: AMT vs. Doppelkupplungsgetriebe
Das automatisierte Schaltgetriebe (AMT) von KTM ist eine kostengünstigere und leichtere Alternative zum Doppelkupplungsgetriebe (DCT) von Herstellern wie Honda. Während DCTs zwei Kupplungen für nahtlose Übergänge nutzen, verwendet das AMT eine einzelne Kupplung, die elektronisch gesteuert wird, um den Schaltvorgang zu automatisieren.
Der Fußschalthebel dient beim AMT lediglich als elektrischer Impulsgeber, ohne direkte mechanische Verbindung zum Getriebe. Das Schaltschema lässt sich per Knopfdruck umkehren. Eine Parkposition („P“) unterhalb des Leerlaufs ist erforderlich, da die Fliehkraftkupplung im Stand immer offen ist und das Motorrad sonst nicht im Gang gehalten werden könnte.
Ergonomie und Konnektivität
Der Fahrkomfort auf der 1390 Super Adventure S Evo ist hoch. Die gut gepolsterte Sitzbank ist in zwei Positionen (847 mm oder 867 mm) einstellbar. Der Lenker liegt 3 cm höher als beim Vorgängermodell, die Fußrasten sind einige Millimeter tiefer positioniert. Der Windschild lässt sich per Handrad um 70 mm verstellen.
Im Cockpit befindet sich ein acht Zoll großes TFT-Display mit Touchscreen-Funktion. Es ist vertikal ausgerichtet, ähnlich einem Smartphone. Ein Navigationssystem ist direkt im Display integriert und kann im Splitscreen dargestellt werden. Das Display kann mit dem Smartphone gekoppelt werden, aber das GPS arbeitet autark.
Assistenzsysteme der fünften Generation
Serienmäßig ist ein Frontradar der fünften Generation von Bosch verbaut. Dieses ermöglicht eine adaptive Geschwindigkeitsregelanlage mit Distanz- und Kollisionswarner, Überholfunktion und Bremsassistent. Der gewünschte Abstand lässt sich in fünf Stufen einstellen, von „sehr gering“ bis „sehr groß“.
- Display: 8-Zoll-TFT, Touchscreen, vertikale Ausrichtung
- Navigation: Integriert, Splitscreen-fähig
- Radar: Bosch Frontradar der 5. Generation
- Assistenz: Abstandstempomat, Kollisionswarner, Überholfunktion, Bremsassistent
Sicherheit und Preis
Die 1390 Super Adventure S Evo verfügt über ein verbessertes Keyless-System mit Anti-Relay-Attack-Funktion. Dies soll das Risiko eines unbefugten Zugriffs minimieren. Neben Lenkung und Zündung können auch der Tankdeckel und das optionale Koffersystem schlüssellos entriegelt werden.
Der Startpreis für die KTM 1390 Super Adventure S Evo liegt bei 22.999 Euro, zuzüglich 495 Euro Nebenkosten. Sie ist in den Farbkombinationen Orange-Schwarz oder Schwarz-Weiß erhältlich. KTM bietet eine vierjährige Garantie an, um das Vertrauen der Kunden nach Qualitätsproblemen in der Vergangenheit wiederherzustellen. Eine Bedingung dafür ist die Einhaltung des Serviceplans, der unter anderem ein Ventilspiel-Einstellen nur noch alle 60.000 km vorsieht.





