Der Hyundai Staria Hybrid betritt den europäischen Markt als luxuriöser Van, der Komfort über alles stellt. Mit seinem neuen Hybridantrieb und einer Ausstattung, die man sonst nur in der Oberklasse findet, positioniert sich der Staria als rollendes Wohnzimmer und bietet eine echte Alternative zu etablierten Modellen.
Wichtige Erkenntnisse
- Der Hyundai Staria Hybrid ersetzt den Dieselantrieb durch eine komfortorientierte Hybridlösung.
- Luxuriöse Ausstattung mit NASA-inspirierten Entspannungssitzen und hochwertigen Materialien.
- Deutlich günstiger als vergleichbar ausgestattete Konkurrenten wie VW Multivan oder Mercedes V-Klasse.
- Der Staria zielt auf Kunden, die Reisekomfort und Raum über sportliche Dynamik stellen.
Ein Raumschiff auf Rädern: Design und Innenraum
Der Hyundai Staria fällt auf. Sein futuristisches Design hebt ihn von der Masse der Kleinbusse ab. Mit einer Länge von 5,25 Metern sowie einer Breite und Höhe von jeweils 1,99 Metern bietet der Staria ein beeindruckendes Raumangebot. Die tief gezogene Gürtellinie und die großen Panoramafenster schaffen ein luftiges Raumgefühl, das an die erste Generation des Renault Espace erinnert. Dieses Designmerkmal beseitigt das oft klaustrophobische Gefühl herkömmlicher Kastenwagen.
Im Inneren setzt Hyundai konsequent auf Luxus. Besonders die zweite Reihe des Staria Signature bietet „Premium-Relax“-Sessel. Diese Sitze lassen sich auf Knopfdruck in eine Liegeposition bringen, die dem Gefühl der Schwerelosigkeit nachempfunden ist. Hierfür nutzten die Entwickler ein Prinzip der NASA zur optimalen Druckverteilung.
„Die Entwicklung dieser Sitze zeigt, wie ernst es Hyundai mit dem Komfort der Passagiere meint. Es ist ein Detail, das den Unterschied macht.“
Die Einzelsitze sind zudem beheizt, belüftet und elektrisch verstellbar. Der gesamte Dachhimmel ist mit einem veloursartigen Mikrofasermaterial bezogen, das eher an die Automobil-Oberklasse erinnert als an einen Bus. Diese Materialwahl unterstreicht den Premiumanspruch des Staria.
Interessanter Fakt
Die „Premium-Relax“-Sessel im Hyundai Staria basieren auf einem von der NASA entwickelten Prinzip zur Druckverteilung, um eine optimale Entspannungsposition zu ermöglichen.
Der neue Hybridantrieb: Laufruhe statt Dieselklang
Ein wesentliches Merkmal des neuen Staria ist der Wechsel vom Diesel- zum Vollhybridantrieb. Der 1.6 T-GDI Hybridmotor ersetzt den bisherigen 2.2 CRDi. Für viele deutsche Käufer mag dies ungewohnt sein, doch der Hybridantrieb harmoniert hervorragend mit dem Komfortgedanken des Staria. Ein entscheidender Vorteil ist die erhöhte Laufruhe. Während Dieselmotoren, selbst moderne, im Stand und unter Last Vibrationen in den Innenraum übertragen können, eliminiert der Staria dieses Problem.
Der Staria fährt elektrisch an und kann auch längere Strecken im Segelmodus zurücklegen. Schaltet sich der Benziner zu, läuft der Vierzylinder-Turbo seidenweich und deutlich leiser als jeder Diesel. Die Systemleistung beträgt 118 kW (160 PS) und das maximale Drehmoment 367 Nm. Damit beschleunigt der 2,35 Tonnen schwere Van in 10,2 Sekunden auf 100 km/h und erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von 167 km/h. Diese Werte sind für einen Bus dieser Größe absolut angemessen.
Hintergrund zum Hybridantrieb
Hybridantriebe sind besonders effizient im Stadtverkehr und auf Landstraßen, wo häufiges Anfahren und Bremsen Rekuperation ermöglichen. Auf langen Autobahnfahrten bei konstant hoher Geschwindigkeit relativiert sich der Verbrauchsvorteil gegenüber einem Diesel tendenziell.
Effizienz und Getriebe
Der Elektromotor leistet 54 kW (73 PS) und steuert 304 Nm Drehmoment bei. Eine 1,49 kWh große Batterie dient als Energiespeicher, ist jedoch nicht extern aufladbar (kein Plug-in-Hybrid). Gekoppelt ist der Antrieb an eine 6-Stufen-Wandlerautomatik. Diese bietet im Vergleich zu Doppelkupplungsgetrieben oft ein sanfteres Anfahren und geschmeidigere Schaltvorgänge, was das S-Klasse-ähnliche Gleiten im Stadtverkehr unterstützt. Der WLTP-Verbrauch liegt bei 7,6 Litern Super auf 100 Kilometer, was in etwa auf Dieselniveau vergleichbarer Fahrzeuge liegt.
Fahrwerk: Ingenieurskunst für mehr Komfort
Der Staria fährt sich deutlich geschmeidiger als ein klassischer Transporter. Dies liegt nicht nur am Antrieb, sondern auch am aufwendigen Fahrwerk. Hyundai setzt auf eine Mehrlenker-Hinterachse, eine Konstruktion, die man eher in besser ausgestatteten Pkw findet. Diese Achsarchitektur entkoppelt Längs- und Querkräfte voneinander.
Wenn ein Rad über einen Gullydeckel fährt, wird der Stoß von mehreren Lenkern absorbiert und nicht starr in die Karosserie geleitet. Zudem werden so keine Kräfte auf das gegenüberliegende Rad übertragen. Dies reduziert die ungefederten Massen und führt zu einem spürbar höheren Fahrkomfort. Der Fokus auf diesen technischen Aufwand zeigt, dass bei der Entwicklung des Staria der Komfort der Passagiere Priorität hatte, noch vor der reinen Nutzlasteignung.
Technisches Detail
Die Mehrlenker-Hinterachse des Staria ist ein Indiz für den hohen Komfortanspruch. Sie verbessert die Straßenlage und den Federungskomfort erheblich.
Preis-Leistungs-Verhältnis: Die Konkurrenz staunt
Im direkten Vergleich mit der deutschen Konkurrenz, wie dem VW T7 Multivan oder der Mercedes V-Klasse, kann der Hyundai Staria Hybrid mit einem attraktiven Preis-Leistungs-Verhältnis punkten. Der Staria Signature wird als „All-Inclusive“-Angebot für knapp 60.000 Euro angeboten. In diesem Preis sind bereits Nappaleder, ein Bose-Soundsystem, elektrische Türen und ein umfassendes Assistenzpaket enthalten.
Versucht man, einen VW T7 eHybrid auf ein vergleichbares Ausstattungsniveau zu konfigurieren, landet man schnell bei 85.000 bis 88.000 Euro. Eine vergleichbar ausgestattete Mercedes V-Klasse mit Liegesitzen und Burmester-Soundsystem kann sogar die 100.000-Euro-Marke überschreiten. Der Staria kostet somit fast die Hälfte einer voll ausgestatteten V-Klasse.
- Hyundai Staria Signature: ca. 60.000 Euro (Vollausstattung)
- VW T7 eHybrid (vergleichbar ausgestattet): 85.000 – 88.000 Euro
- Mercedes V-Klasse (vergleichbar ausgestattet): über 100.000 Euro
Mit seiner Zuladung von 600 kg richtet sich der Staria nicht primär an Handwerker oder Großfamilien, die reine Transportkapazität benötigen. Er zielt vielmehr auf besser verdienende Paare und Familien, die Wert auf exzellenten Reisekomfort legen und den Pragmatismus traditioneller Vans vermeiden möchten. Diese Nische bedient der Staria Hybrid überzeugend.





