Der öffentliche Nahverkehr in Deutschland wird zunehmend sauberer. Im vergangenen Jahr war bereits mehr als jeder siebte Stadtbus im öffentlichen Nahverkehr (ÖPNV) emissionsfrei unterwegs. Dies markiert einen wichtigen Schritt in Richtung nachhaltige Mobilität und zeigt das Engagement deutscher Städte für den Klimaschutz.
Wichtige Erkenntnisse
- Anstieg der emissionsfreien Busse um fast 1.400 auf rund 4.750 Fahrzeuge im Jahr 2023.
- 85 Prozent der emissionsfreien Busse sind batterieelektrisch betrieben.
- Hamburg und Berlin führen bei der Anzahl der Elektrobusse.
- Hohe Anschaffungskosten für E-Busse erfordern weiterhin staatliche Förderung.
- Neue EU-Vorgaben fordern einen Mindestanteil emissionsfreier Busse bei Neubeschaffung.
Deutlicher Zuwachs bei alternativen Antrieben
Die Zahl der Busse mit alternativen Antrieben stieg im vergangenen Jahr in Deutschland um fast 1.400 Fahrzeuge. Insgesamt sind nun rund 4.750 solcher Busse im Einsatz. Dies geht aus einer aktuellen Untersuchung hervor. Nahezu jeder zweite neu beschaffte Bus im ÖPNV verfügte 2023 über einen alternativen Antrieb. Ein wesentlicher Grund für diesen Zuwachs war die Wiederaufnahme der Bundesförderung.
Die Entwicklung ist ein klares Zeichen für den Wandel im öffentlichen Verkehr. Städte und Gemeinden setzen verstärkt auf umweltfreundliche Lösungen, um Emissionen zu reduzieren und die Luftqualität zu verbessern. Dieser Trend wird sich voraussichtlich fortsetzen.
Faktencheck
- Gesamtzahl 2023: Rund 4.750 emissionsfreie Busse.
- Anteil an Neukäufen: Fast jeder zweite neue Bus.
- Technologie: 85% batterieelektrisch, einige Hundert Brennstoffzellenbusse, 90 Oberleitungsbusse.
Technologien und führende Städte
Die meisten emissionsfreien Busse nutzen batterieelektrische Antriebe. Laut der Untersuchung sind 85 Prozent dieser Fahrzeuge batterieelektrisch. Daneben gibt es einige Hundert Brennstoffzellenbusse und 90 Oberleitungsbusse, die das Spektrum der emissionsfreien Technologien erweitern.
Im bundesweiten Vergleich sticht Hamburg als Vorreiter hervor. Die Hochbahn und die Verkehrsbetriebe Hamburg-Holstein (VHH) betreiben zusammen mehr als 700 Elektrobusse. Auf Platz zwei folgt die Bundeshauptstadt Berlin mit 277 Elektrobussen. Diese Städte zeigen, wie eine konsequente Umstellung auf Elektromobilität im Nahverkehr gelingen kann.
„Die Investitionen in Ladeinfrastruktur und die Umstellung der Betriebshöfe sind entscheidend für den Erfolg der Elektromobilität im Busverkehr.“
Herausforderungen und Fördermaßnahmen
Trotz des positiven Trends gibt es weiterhin Herausforderungen. Die Anschaffungskosten für emissionsfreie Busse sind deutlich höher als für konventionelle Dieselbusse. Ein zwölf Meter langer Solo-Batteriebus kostete im letzten Jahr rund 580.000 Euro, während ein vergleichbarer Dieselbus nur etwa 310.000 Euro kostete. Hinzu kommen erhebliche Investitionen in die notwendige Ladeinfrastruktur und den Umbau der Betriebshöfe.
Die Bundesregierung unterstützt die Verkehrsunternehmen bei diesen Investitionen. Ende Februar wurden Förderbescheide über mehr als 400 Millionen Euro für die Beschaffung von fast 1.900 neuen Elektrobussen übergeben. Für das laufende Jahr sind weitere 500 Millionen Euro an Fördergeldern geplant. Diese Unterstützung ist entscheidend, um die Umstellung wirtschaftlich tragfähig zu machen.
Hintergrund: Clean Vehicle Directive
Seit diesem Jahr gelten neue EU-Vorgaben im Rahmen der sogenannten Clean Vehicle Directive (CVD). Diese Richtlinie schreibt vor, dass ein knappes Drittel der neu zu beschaffenden Stadtbusse emissionsfrei sein müssen. Dies erhöht den Druck auf Verkehrsunternehmen, ihre Flotten umzustellen und fördert gleichzeitig die Entwicklung und den Einsatz sauberer Technologien.
Ausblick auf die Zukunft
Experten gehen davon aus, dass sich der Zuwachs an emissionsfreien Bussen in den kommenden Jahren fortsetzen wird. Bis zum Jahr 2030 könnten bundesweit rund 11.000 E-Busse unterwegs sein. Dies entspräche knapp einem Drittel der heutigen Gesamtflottengröße. Um dieses ehrgeizige Ziel zu erreichen, bleiben die Verkehrsunternehmen auf öffentliche Förderungen angewiesen. Die Kombination aus staatlicher Unterstützung, technologischer Entwicklung und regulatorischen Vorgaben treibt den Wandel voran.
Die Umstellung auf emissionsfreie Busse ist ein wichtiger Baustein für eine nachhaltige Verkehrswende. Sie trägt nicht nur zum Klimaschutz bei, sondern verbessert auch die Lebensqualität in Städten durch weniger Lärm und bessere Luft.
Die Rolle der Kommunen
Die Kommunen spielen eine Schlüsselrolle bei der Umsetzung. Sie müssen die Rahmenbedingungen schaffen, um die Elektromobilität im Nahverkehr zu fördern. Dazu gehören die Planung und der Bau von Ladeinfrastruktur sowie die Anpassung der Betriebsabläufe. Die Erfahrungen aus Hamburg und Berlin zeigen, dass eine konzertierte Anstrengung von Bund, Ländern und Kommunen notwendig ist, um die Ziele zu erreichen.
- Städte wie Hamburg und Berlin gehen voran.
- Regionale Verkehrsbetriebe investieren in moderne Flotten.
- Die Umstellung erfordert langfristige Planung und finanzielle Mittel.





