Der Wettstreit um die Marktführerschaft bei humanoiden Robotern hat einen neuen Höhepunkt erreicht. Unitree Robotics aus Hangzhou hat am 22. Januar 2026 bekannt gegeben, im Jahr 2025 über 5.500 humanoide Roboter an Endkunden geliefert zu haben. Die Gesamtproduktion lag sogar bei über 6.500 Einheiten. Diese Zahlen sollen die Behauptung des Konkurrenten AgiBot widerlegen, der sich kurz zuvor als weltweite Nummer eins bei den Auslieferungen für 2025 bezeichnet hatte.
Wichtige Punkte
- Unitree meldet 5.500 ausgelieferte humanoide Roboter im Jahr 2025.
- Diese Zahl übertrifft AgiBots Angabe von 5.168 Einheiten.
- Der Streit dreht sich auch um die Definition von "humanoiden Robotern".
- Der Wettbewerb wird durch bevorstehende Börsengänge angeheizt.
Der Kampf um die Zahlenhoheit
Wenige Tage nachdem der in Shanghai ansässige Rivale AgiBot am 16. Januar 2026 eine Meldung verbreitete, in der er den Titel "Nr. 1 der weltweiten Auslieferungen" für 2025 beanspruchte, konterte Unitree Robotics. AgiBot hatte 5.168 "massenproduzierte Humanoide" gemeldet. Diese Angaben folgten Berichten von Marktforschungsfirmen wie Omdia und Counterpoint, die Unitrees Lieferungen zunächst auf etwa 4.200 Einheiten geschätzt und damit hinter AgiBot platziert hatten.
Unitrees aktuelle Offenlegung mit 5.500 tatsächlich ausgelieferten Einheiten deutet darauf hin, dass diese anfänglichen Marktprognosen deutlich zu niedrig waren. Damit übertrifft Unitree nicht nur AgiBots Zahl, sondern setzt auch eine klare Definition, was als "humanoid" zählt.
Zahlen im Überblick
- Unitree Lieferungen 2025: Über 5.500 Einheiten
- Unitree Gesamtproduktion 2025: Über 6.500 Einheiten
- AgiBot gemeldete Lieferungen 2025: 5.168 Einheiten
Die Definition eines "reinen Humanoiden"
Ein zentraler Aspekt von Unitrees Stellungnahme ist die Kritik an der Branchenberichterstattung. Das Unternehmen betont, dass man die Zahlen verschiedener Robotertypen nicht direkt für Vergleiche zusammenfassen sollte. Dies ist ein direkter Seitenhieb auf die Strategien einiger Wettbewerber.
AgiBot zum Beispiel bewirbt eine vielfältige Produktpalette, die neben den zweibeinigen Robotern der Expedition A-Serie und Lingxi X-Serie auch die Genie G-Serie mit Rädern umfasst. Unitree hingegen hebt hervor, dass seine 5.500 Einheiten "ausschließlich aus reinen humanoiden Robotern" bestehen. Radbasierte Roboter oder andere Formen seien explizit ausgeschlossen.
"Angesichts der Vielfalt der Roboterformen schlagen wir vor, die Zahlen verschiedener Robotertypen nicht direkt für Vergleiche zusammenzufassen."
Der unterschwellige Vorwurf ist klar: Unitree glaubt, dass Rivalen den "Nr. 1"-Titel durch "Fehlinformationen" und die Einbeziehung weniger komplexer, radbasierter Plattformen in die Humanoiden-Zahlen beanspruchen.
IPO-Rennen und die "Blasen"-Debatte
Die Intensität dieses Datenstreits wird durch das rasante IPO-Rennen in der Robotikbranche angeheizt. Unitree hat seine IPO-Vorbereitungsphase Ende 2025 abgeschlossen und strebt Berichten zufolge eine Notierung an einer heimischen A-Börse bis Mitte 2026 an. AgiBot verfolgt gleichzeitig einen Börsengang in Hongkong mit einem kolportierten Bewertungsziel zwischen 5,1 und 6,4 Milliarden US-Dollar.
Hintergrund: Der Markt in China
In China sind derzeit über 150 Start-ups im Bereich humanoider Roboter aktiv. Investoren sind zunehmend besorgt über eine mögliche "Blase" in diesem Sektor. Es wird prognostiziert, dass 80% dieser Unternehmen in einer kommenden Konsolidierungswelle eliminiert werden könnten. In diesem Umfeld ist das Liefervolumen zur primären Metrik geworden, um massive Bewertungen zu rechtfertigen.
Ökosystem und Anwendungsbereiche
Während der Zahlenkrieg tobt, versucht Unitree auch, den Fokus von der reinen Hardware-Menge auf die Software-Dominanz zu lenken. Das Unternehmen hat kürzlich einen "App Store" für humanoide Roboter angeteasert. Dieser soll es ermöglichen, Fähigkeiten wie Tanzen oder Kampfsport durch Crowdsourcing zu entwickeln.
Durch den Aufbau eines Ökosystems rund um seine humanoiden Plattformen will Unitree die "Nutzungslücke" schließen. Selbst Hersteller mit hohen Stückzahlen haben bisher Schwierigkeiten, reale Anwendungen in Fabriken zu finden. Es bleibt abzuwarten, ob Unitrees 5.500 Einheiten bereits "echte Arbeit" leisten oder eher als Forschungsplattformen dienen. Für die öffentliche Meinung und die Aufsichtsbehörden ist der Titel "Globale Nr. 1" jedoch ein hart umkämpfter Preis.
Zukünftige Entwicklungen
- Unitree plant einen Börsengang in China bis Mitte 2026.
- AgiBot strebt einen Börsengang in Hongkong an.
- Die Entwicklung eines "App Stores" soll die Anwendungsbreite von Humanoiden erweitern.
- Der Wettbewerb um die Vorherrschaft bei humanoiden Robotern wird sich weiter verschärfen.





