Skeleton Technologies, ein estnisches Startup für Hochleistungsenergiespeicher, hat im November zwei neue Produktionsstätten in Europa eröffnet. Diese Werke, eines in Finnland und eines in Deutschland, produzieren unterschiedliche Produkte, die auf den Superkondensator- und Batteriespeichertechnologien des Unternehmens basieren. Diese Innovationen sollen zentrale Herausforderungen bei der Entwicklung von Rechenzentren und Netzanlagen lösen.
Wichtige Erkenntnisse
- Skeleton Technologies hat zwei neue Produktionsstätten in Europa eröffnet.
- Ein Werk in Finnland produziert SuperBatterien für KI-Rechenzentren.
- Das deutsche Werk in Leipzig stellt Graphen-Superkondensatoren her.
- Die Technologien reduzieren den Stromverbrauch und entlasten die Stromnetze.
- Die Produktion erfolgt in Europa, unabhängig von kritischen Rohstoffen.
Revolutionäre Speicherlösungen für KI und das Stromnetz
Skeleton Technologies konzentriert sich auf die Entwicklung und Produktion von Ultrakondensatoren, Superkondensatoren und Hochleistungsbatterien. Das Unternehmen hält das geistige Eigentum an 'Curved Graphene' (CG), einem aktiven Material, das die Energiedichte seiner Speichergeräte erheblich verbessert. Diese Technologien sind darauf ausgelegt, die steigenden Anforderungen moderner Infrastrukturen zu erfüllen.
Die schnelle Ladefähigkeit und lange Lebensdauer der Produkte sind entscheidend, um die Schwankungen in der Stromversorgung zu bewältigen, die insbesondere durch die hohen Anforderungen von KI-Anwendungen entstehen. Die europäische Produktion stärkt zudem die regionale Wertschöpfungskette und reduziert die Abhängigkeit von globalen Lieferketten.
Faktencheck
- Die finnische Fabrik in Varkaus ist Europas erste, die Batterien speziell für KI-Rechenzentren herstellt.
- Die SuperBattery kann in weniger als 90 Sekunden geladen werden und hat eine Lebensdauer von 50.000 Zyklen.
- Die GrapheneGPU von Skeleton Technologies kann den Stromverbrauch von KI-Rechenzentren um bis zu 44 % senken.
Das finnische Werk: SuperBatterien für KI-Rechenzentren
Am 11. November gab Skeleton Technologies die Eröffnung seiner neuen Fabrik in Varkaus, Finnland, bekannt. Dieses Werk ist nach Unternehmensangaben das erste in Europa, das Batterien speziell für Anwendungen in KI-Rechenzentren produziert. Hier wird die sogenannte SuperBattery von Skeleton hergestellt.
Die SuperBattery kombiniert die technischen Fähigkeiten einer Batterie und eines Superkondensators. Sie zeichnet sich durch eine extrem schnelle Ladezeit von weniger als 90 Sekunden und eine beeindruckende Lebensdauer von 50.000 Zyklen aus. Diese Eigenschaften sind für die dynamischen Anforderungen von KI-Computing-Lasten von großer Bedeutung.
„Die schnelle Ladefähigkeit ist entscheidend für das Management der Schwankungen in der Stromversorgung, die KI-Computing-Lasten erzeugen können“, erklärte Taavi Madiberk, CEO von Skeleton Technologies, bei der Eröffnungsveranstaltung.
Die Investition in das finnische Werk beträgt rund 50 Millionen Euro und ermöglicht eine jährliche Produktionskapazität von 1 GW SuperBatterien. Dies unterstreicht das Engagement des Unternehmens, innovative Lösungen für den wachsenden Energiebedarf der digitalen Wirtschaft bereitzustellen.
Die Leipziger SuperFactory: Graphen-Superkondensatoren
Nur wenige Wochen später, am 28. November, eröffnete das Unternehmen seine neue SuperFactory in der Nähe von Leipzig, Deutschland. Diese Anlage konzentriert sich auf die Produktion von Graphen-basierten Superkondensatoren. Diese Superkondensatoren sind ein Kernbestandteil der GrapheneGPU von Skeleton, einer Grafikeinheit, die den Stromverbrauch im Vergleich zu Konkurrenzprodukten drastisch senken soll.
Die GrapheneGPU ermöglicht es KI-Rechenzentren, den gesamten Stromverbrauch um bis zu 44 % zu reduzieren, indem sie Leistungsspitzen glättet und die Belastung des Stromnetzes mindert. Gleichzeitig ermöglicht sie eine Steigerung der Rechenleistung um 40 % aus derselben Investition in GPUs von Herstellern wie NVIDIA oder AMD, indem sie Leistungsspitzen und Überhitzung eliminiert.
„Die Leipziger SuperFactory gibt uns die Möglichkeit, schnell zu skalieren, um die steigende Nachfrage von KI-Rechenzentren, Netzbetreibern, Schwerlastmobilität und Verteidigung zu decken, während wir gleichzeitig eine vollständig europäische Lieferkette aufbauen, die frei von kritischen Rohstoffen ist“, so CEO Madiberk.
Die Investitionen in die Leipziger SuperFactory belaufen sich auf rund 220 Millionen Euro. Hier werden jährlich etwa 12 Millionen Zellen produziert. Das Werk schafft 420 Arbeitsplätze und beliefert bereits Kunden wie Siemens, General Electric und Hitachi Energy für deren Projekte in europäischen Netzen sowie ungenannte Hyperscaler-Rechenzentrumsbetreiber in den USA.
Hintergrundinformationen
Die Energieversorgung für Rechenzentren und die Integration erneuerbarer Energien stellen das Stromnetz vor große Herausforderungen. Schnelle und effiziente Energiespeichertechnologien wie Superkondensatoren können diese Belastungen mindern, indem sie kurzfristige Schwankungen ausgleichen und die Netzstabilität erhöhen.
Skeleton Technologies betont, dass seine Technologien einen wichtigen Beitrag zur Energiesicherheit in Europa leisten und gleichzeitig die Abhängigkeit von importierten Rohstoffen reduzieren. Dies ist besonders relevant in Zeiten globaler Lieferkettenunsicherheiten.
Europäische Produktion und Rohstoffunabhängigkeit
Ein zentrales Anliegen von Skeleton Technologies ist die Schaffung einer Wertschöpfungskette in Europa, die unabhängig von kritischen Rohstoffen wie Lithium, Kobalt oder Mangan ist. Diese Strategie unterscheidet das Unternehmen von vielen anderen Akteuren im Energiesektor und trägt zur Stärkung der europäischen Resilienz bei.
Die schnelle Reaktionsfähigkeit der Superkondensatoren soll die Belastung der Stromnetze verringern, die durch die Kombination aus dem beschleunigten Ausbau erneuerbarer Energien und dem steigenden Strombedarf von KI-Rechenzentren entsteht. Dies wird oft als „perfekter Sturm“ bezeichnet, den es zu bewältigen gilt.
„Wenn es um das Stromnetz geht, ist unsere Mission einfach: Die Lichter in Europa am Laufen halten“, betonte der CEO. Er fügte hinzu, dass Übertragungsnetzbetreiber (ÜNB) in Deutschland bereits Systeme von Skeleton als „letzte Verteidigungslinie, einen echten Sicherheitsgurt für ein zunehmend durch erneuerbare Energien versorgtes Netz“ nutzen.
Die Eröffnung der beiden neuen Produktionsstätten ist ein klares Signal, dass Europa in der Lage ist, große, schnelle und skalierbare Produktion aufzubauen. Skeleton Technologies setzt auf eine europäische Strategie, die nicht darauf abzielt, China oder die USA zu kopieren, sondern mit Produkten zu gewinnen, die weltweit führend sind.
- Strategische Unabhängigkeit: Keine Abhängigkeit von Lithium, Kobalt oder Mangan.
- Regionale Wertschöpfung: Stärkung der europäischen Wirtschaft und Arbeitsplätze.
- Netzstabilität: Unterstützung der Integration erneuerbarer Energien und Minderung von Lastspitzen.
Die Vision des Unternehmens ist es, Europa an die Spitze der Energiespeichertechnologie zu bringen und eine nachhaltige, sichere Energieversorgung für die Zukunft zu gewährleisten.





