Sharpa Robotics, ein Unternehmen mit Sitz in Singapur, hat die Massenproduktion seiner hochleistungsfähigen Roboterhand SharpaWave gestartet. Ziel ist es, den wachsenden Markt für Mehrzweckroboter mit einer Hardware zu versorgen, die menschenähnliche Manipulationen ermöglicht. Die SharpaWave Hand zeichnet sich durch eine neuartige visuell-taktile Sensorik aus, die es Robotern erlaubt, Objekte mit hoher Präzision zu greifen und zu handhaben.
Wichtige Erkenntnisse
- Sharpa Robotics hat die Massenproduktion der SharpaWave Roboterhand aufgenommen.
- Die Hand nutzt ein einzigartiges "Dynamic Tactile Array" für visuell-taktile Wahrnehmung.
- Jede Fingerspitze enthält eine Kamera und über 1.000 taktile Pixel.
- Die Druckempfindlichkeit liegt bei 0,005 N, was präzise Handhabung ermöglicht.
- Ein modulares Design erlaubt den Austausch einzelner Finger, um Wartungskosten zu senken.
- Die Hardware wird als Innovation Awards Honoree auf der CES 2026 vorgestellt.
Revolutionäre Sensorik: Fühlen durch Sehen
Die SharpaWave Hand betritt einen umkämpften Markt, doch Sharpa Robotics setzt auf eine hochpräzise Sensorarchitektur als Alleinstellungsmerkmal. Das Unternehmen beschreibt diese Technologie als ein "Dynamic Tactile Array" (DTA), das es dem Roboter ermöglicht, im wahrsten Sinne des Wortes "durch Sehen zu fühlen".
Jede Fingerspitze der SharpaWave Hand beherbergt eine Miniaturkamera und über 1.000 taktile Pixel. Dieses visuell-taktile System registriert kleinste Verformungen an der Fingeroberfläche. Dadurch kann die Hand eine außergewöhnliche Druckempfindlichkeit von 0,005 Newton erreichen. Dies erlaubt es der Hand, sowohl federleichte Berührungen als auch schwere Lasten mit gleicher Präzision zu erkennen und zu manipulieren.
Faktencheck: SharpaWave Sensorik
- Technologie: Dynamic Tactile Array (DTA)
- Sensoren pro Fingerspitze: 1 Miniaturkamera, über 1.000 taktile Pixel
- Druckempfindlichkeit: 0,005 N
- Freiheitsgrade (DOF): 22 aktive DOF
- Kraftsensorik: 6-dimensionale Krafterfassung
Vielseitigkeit für komplexe Aufgaben
Die Kombination aus 22 aktiven Freiheitsgraden (DOF) und einer 6-dimensionalen Krafterfassung macht die SharpaWave Hand äußerst vielseitig. Sie ist darauf ausgelegt, komplexe Aufgaben zu bewältigen, die von der Zerbrechlichkeit des Eierknackens bis zur Bedienung von Industriewerkzeugen reichen. Diese Fähigkeiten positionieren die Hand als eine Schlüsselkomponente für die nächste Generation von General-Purpose-Robotern.
Produktionshochlauf und Langlebigkeit
Sharpa Robotics hat automatisierte Testsysteme eingeführt, um die Haltbarkeit der Tausenden von Mikrogetrieben und Motoren im Inneren der Hand zu überprüfen. Dies ist entscheidend, um die Langlebigkeit und Zuverlässigkeit der komplexen Hardware zu gewährleisten. Die Produktion ist in einen "rollenden Produktionsprozess" übergegangen, um die Anforderungen der ersten kommerziellen und akademischen Kunden zu erfüllen. Erste Lieferungen begannen bereits im Oktober.
Hintergrund: Herausforderungen bei Roboterhänden
Für Forschungslabore und industrielle Anwender ist die Haltbarkeit hochkomplexer Roboterhände oft wichtiger als die reine Leistung. Eine Hand mit 22 Freiheitsgraden und Tausenden von Teilen birgt ein erhebliches Wartungsrisiko, falls ein einzelner Aktuator ausfällt. Sharpa Robotics hat diese Bedenken bei der Entwicklung der SharpaWave berücksichtigt.
Modulares Design für einfache Wartung
Ein Sprecher von Sharpa Robotics bestätigte, dass die SharpaWave über ein modulares Design verfügt. Ein entscheidendes Merkmal ist, dass einzelne Finger unabhängig voneinander ausgetauscht werden können. Dies soll Systemausfallzeiten und Reparaturkosten im Vergleich zu Unibody-Designs reduzieren, bei denen bei lokalen Schäden die gesamte Einheit ersetzt werden muss. Das Unternehmen betont auch seine neuen Zuverlässigkeitstests, die die Ausdauer der elektromechanischen Komponenten validieren, um eine "missionskritische" Konsistenz zu gewährleisten, vergleichbar mit Systemen in der Automobilindustrie.
Ökosystem und Verfügbarkeit
Um die Integration für Entwickler zu beschleunigen, liefert Sharpa die Hand mit einem Open-Source-Software-Stack aus. Die begleitende SharpaPilot-Anwendung unterstützt wichtige Simulationsumgebungen wie NVIDIAs Isaac Gym und Isaac Lab, PyBullet und MuJoCo. Dies erleichtert es Forschern und Ingenieuren, die Hand in ihre bestehenden Robotikprojekte zu integrieren und neue Anwendungen zu entwickeln.
"Wir sehen die SharpaWave als entscheidenden Schritt, um Robotern die Fähigkeit zu geben, die Welt auf eine Weise zu 'fühlen', die bisher nur dem Menschen vorbehalten war. Dies öffnet Türen für unzählige neue Anwendungen in Industrie und Alltag."
Während die technischen Spezifikationen und der Produktionsstatus nun klar sind, bleiben kommerzielle Details wie spezifische Preisstufen oder MTBF-Statistiken (Mean Time Between Failures) noch unklar. Sharpa Robotics hat sich dazu bisher nicht geäußert.
CES 2026: Vorstellung in Las Vegas
Die SharpaWave Hand wird als Innovation Awards Honoree auf der CES 2026 in Las Vegas vorgestellt. Besucher können die Technologie am Stand 9251 in der North Hall vom 6. bis 9. Januar persönlich in Augenschein nehmen. Diese Präsentation bietet eine wichtige Plattform, um die Fähigkeiten der Hand einem breiten Publikum von Industriexperten und potenziellen Kunden vorzustellen.
- Veranstaltung: CES 2026
- Datum: 6. – 9. Januar
- Ort: Las Vegas, North Hall, Stand 9251
Die Einführung der SharpaWave Hand in die Massenproduktion markiert einen wichtigen Meilenstein für Sharpa Robotics und könnte die Entwicklung von General-Purpose-Robotern maßgeblich beeinflussen. Ihre fortschrittliche Sensorik und das modulare Design bieten vielversprechende Lösungen für die Herausforderungen der Robotik im Bereich der Manipulation.





