Die Supermarktkette Rewe hat in Bochum ein Pilotprojekt gestartet, bei dem Lebensmittel von einem autonom fahrenden Fahrzeug ausgeliefert werden. Das Unternehmen bezeichnet dies als den ersten Einsatz eines solchen Lieferfahrzeugs im deutschen Lebensmitteleinzelhandel. Ziel ist es, die Integration hochautomatisierter Fahrzeuge in bestehende Lieferprozesse zu prüfen.
Wichtige Punkte
- Rewe testet autonome Lebensmittellieferung in Bochum.
- Es ist der erste Einsatz eines autonomen Lieferfahrzeugs im deutschen Lebensmitteleinzelhandel.
- Ein umgebauter VW ID. Buzz wird eingesetzt.
- Das Fahrzeug fährt hochautomatisiert (Level 4), mit Sicherheitsfahrer an Bord.
- Das Pilotprojekt ist auf sechs Monate angelegt.
Autonomer ID. Buzz für Rewe-Kunden
Im westlichen Teil Bochums liefert ein speziell umgebauter VW ID. Buzz bestellte Lebensmittel an die Kunden aus. Das Fahrzeug stammt von Volkswagen und wurde vom Schweizer Start-up Loxo mit der notwendigen Technologie ausgestattet. Dieses Pilotprojekt ist auf eine Dauer von etwa sechs Monaten ausgelegt.
Die Technologie, die im ID. Buzz zum Einsatz kommt, ist die Loxo Digital Driver (LDD) Softwarearchitektur. Laut Loxo ermöglicht diese Software den vollautonomen Einsatz von Fahrzeugen in der Stadtlogistik. Bereits im Jahr 2023 hat das Unternehmen in der Schweiz Lieferungen mit einem teilautonomen Fahrzeug getestet.
Faktencheck
- Fahrzeugtyp: Speziell umgebauter VW ID. Buzz.
- Technologiepartner: Schweizer Start-up Loxo.
- Einsatzgebiet: Westliches Bochum.
- Dauer des Pilotprojekts: Rund sechs Monate.
Hochautomatisiertes Fahren: Level 4 im Einsatz
Der eingesetzte VW ID. Buzz fährt im hochautomatisierten Modus, der als Level 4 eingestuft wird. Dies bedeutet, dass das Fahrzeug die Steuerung vollständig selbst übernimmt. Ein menschlicher Sicherheitsfahrer ist dennoch an Bord. Seine Aufgabe ist es, einzugreifen, falls das System in einer komplexen Situation keine Lösung findet.
Kai-Uwe Reimers, Head of Research & Innovation bei Rewe digital, äußerte sich zu dem Projekt:
"Mit unserem Pilotfahrzeug wollen wir testen, wie hochautomatisiert fahrende Fahrzeuge unsere bestehenden Lieferprozesse sinnvoll ergänzen können."
Dieser Ansatz unterscheidet sich von vollständig fahrerlosen Robotaxis, wie sie bereits in den USA von Unternehmen wie Waymo und Zoox eingesetzt werden. Diese Fahrzeuge operieren ohne Sicherheitsperson und einige Modelle, wie die von Zoox, verfügen nicht einmal mehr über Pedale oder ein Lenkrad.
Unterschiede zu Robotaxis in den USA
Während in den USA bereits Robotaxis ohne menschliche Aufsicht unterwegs sind, verfolgt Rewe in Bochum einen vorsichtigeren Ansatz. Die Präsenz eines Sicherheitsfahrers während der Testphase unterstreicht die Priorität der Sicherheit und die schrittweise Einführung autonomer Technologien im deutschen Straßenverkehr.
Hintergrund: Autonomes Fahren Level 4
Bei Level 4 des autonomen Fahrens kann das Fahrzeug unter bestimmten Bedingungen vollständig selbstständig fahren. Der Fahrer muss das System nicht überwachen, aber es gibt definierte Betriebsbereiche und Situationen, in denen das System an seine Grenzen stößt. In solchen Fällen ist weiterhin ein menschliches Eingreifen erforderlich oder das Fahrzeug muss in einen sicheren Zustand übergehen.
Ziele und Zukunftsaussichten des Projekts
Das Bochumer Pilotprojekt dient Rewe dazu, praktische Erfahrungen mit autonomen Lieferfahrzeugen zu sammeln. Es geht darum, die Effizienz und Integration dieser Technologie in die Logistikkette zu bewerten. Die Ergebnisse sollen zeigen, ob und wie diese Fahrzeuge die bestehenden Lieferdienste von Rewe ergänzen und optimieren können.
Die Einführung autonomer Lieferdienste könnte langfristig dazu beitragen, Lieferprozesse zu beschleunigen und die Kosten zu senken. Zudem bieten sie Potenzial, den Fahrermangel in der Logistikbranche zu mindern. Die Erkenntnisse aus diesem Testlauf in Bochum sind entscheidend für weitere Schritte in diese Richtung.
Auswirkungen auf die Stadtlogistik
Der Einsatz autonomer Fahrzeuge könnte die Stadtlogistik grundlegend verändern. Weniger menschliche Fehler, optimierte Routenplanung und eine potenziell höhere Verfügbarkeit der Fahrzeuge sind nur einige der Vorteile. Gleichzeitig müssen infrastrukturelle Anpassungen und rechtliche Rahmenbedingungen weiterentwickelt werden, um solche Systeme flächendeckend einzusetzen.
Rewe positioniert sich mit diesem Pilotprojekt als Vorreiter im deutschen Lebensmitteleinzelhandel und trägt dazu bei, die Machbarkeit und Akzeptanz autonomer Lieferlösungen in urbanen Gebieten zu erforschen. Die nächsten sechs Monate werden zeigen, welche Herausforderungen und Potenziale sich dabei ergeben.
- Effizienzsteigerung: Autonome Fahrzeuge können Routen optimieren und potenziell schneller liefern.
- Kostenreduktion: Langfristig könnten Personalkosten gesenkt werden.
- Umweltaspekte: Elektrische, autonome Fahrzeuge können zur Reduzierung von Emissionen beitragen.





