Ein neues Start-up aus Bengaluru, General Autonomy, betritt die Bühne der humanoiden Robotik mit einem Prototyp namens Atom 01. Das Unternehmen, gegründet von den ShareChat-Mitbegründern Farid Ahsan und Bhanu Pratap Singh, verfolgt einen neuen Ansatz: Erschwinglichkeit und Zugänglichkeit stehen im Mittelpunkt. Ziel ist es, ein entwicklerorientiertes Ökosystem in Indien aufzubauen und den Weg für breitere Anwendungen zu ebnen.
Wichtige Erkenntnisse
- General Autonomy hat den Humanoiden Atom 01 entwickelt.
- Der Roboter wurde für unter 20 Lakh Rupien (ca. 24.000 USD) gebaut.
- Ziel ist ein offenes Ökosystem für Entwickler in Indien.
- Der Roboter ist 31 kg schwer und kann laufen, Hände fehlen noch.
- Das Unternehmen fokussiert sich auf Kostensenkung und breite Anwendbarkeit.
Ein Paradigmenwechsel in der Robotik
Farid Ahsan und Bhanu Pratap Singh, die zuvor im Bereich mobiler Apps erfolgreich waren, haben sich einem ehrgeizigen Hardware-Projekt zugewandt. Sie sehen im Atom 01 nicht nur einen Roboter, sondern eine Plattform. Ihre Vision ist es, die Einstiegshürden für die Entwicklung realer Anwendungen in der Robotik zu senken. Dies soll sowohl für industrielle Automatisierung als auch für komplexere Aufgaben im Haushalt gelten.
Das Team bezeichnet den Atom 01 als „Indiens ersten lebensgroßen laufenden humanoiden Roboter“. Dieser Fokus auf eine offene Plattformstrategie unterscheidet General Autonomy von vielen etablierten Akteuren im Bereich der High-End-Robotik. Es geht nicht darum, ein fertiges Produkt für eine spezifische Nische zu verkaufen, sondern Werkzeuge für eine breite Entwicklergemeinschaft bereitzustellen.
Faktencheck
- Kosten: Atom 01 Prototyp: unter 20 Lakh Rupien (ca. 24.000 USD).
- Gewicht: 31 kg.
- Entwicklungszeit: Vier Monate für den Prototyp.
- Payload-Ziel: Bis zu 10 kg.
Kosten als entscheidender Faktor
Die Gründer betonen, dass die Kosten ein zentrales Element ihrer Strategie sind. Der Atom 01-Prototyp wurde für unter 20 Lakh Rupien entwickelt. Dies steht im starken Kontrast zu importierten humanoiden Robotern, deren Kosten in Indien oft bei über 75 Lakh Rupien liegen, was etwa 90.000 USD entspricht.
Durch die drastische Senkung der Anschaffungskosten wollen Ahsan und Singh eine Entwicklergemeinschaft fördern. Sie stellen sich ein Modell vor, das dem Erfolg von mobilen App-Stores ähnelt. Ein erschwingliches, leistungsfähiges System soll Entwicklern ermöglichen, Anwendungen für eine Vielzahl von Aufgaben zu erstellen und zu testen. Dies könnte einen Innovationsschub in der indischen Robotik auslösen.
„Unser Ziel ist es, die Barriere für andere Entwickler und Industrien zu senken, um reale Anwendungen zu entwickeln“, so die Gründer von General Autonomy.
Hintergrundinformationen
Die Robotikbranche erlebt weltweit einen Aufschwung. Während Firmen wie Boston Dynamics sich auf hochagile und komplexe humanoide Roboter konzentrieren, zielen andere Unternehmen auf die Skalierung und Zugänglichkeit ab. Die Strategie von General Autonomy könnte insbesondere in Schwellenländern, wo Arbeitskräftemangel und der Bedarf an Automatisierung wachsen, eine wichtige Rolle spielen.
Hardware und Entwicklungsprozess
Der Atom 01 ist ein zweibeiniger Roboter mit einem Gewicht von 31 kg. Das Team hat den Prototyp innerhalb von nur vier Monaten weitgehend im eigenen Labor in Bengaluru entwickelt. Dabei kamen maßgefertigte Komponenten sowie Aluminium- und Carbonprofile zum Einsatz. Wichtige Bauteile wie Motoren wurden importiert, der Großteil der Konstruktion erfolgte jedoch intern.
Die Fortbewegung des Roboters, sein Gang, wird mittels Reinforcement Learning trainiert. Tausende virtuelle Modelle werden in Simulationen durchlaufen, um die optimale Bewegungsstrategie zu erlernen. Diese Strategien werden dann auf den physischen Roboter übertragen. Aktuelle Demonstrationen zeigen, wie der Roboter läuft, obwohl sein Gang noch in einer frühen Verfeinerungsphase ist.
Aktueller Stand und Zukunftsziele
Der Atom 01 ist ein frühes Entwicklungsstadium. Im aktuellen Prototyp fehlen noch Kopf und Hände. Die Gründer bestätigen, dass der Roboter „noch in der Entwicklung“ ist und Hände in Zukunft hinzugefügt werden. Das hardwareseitige Ziel ist es, dass der Roboter eine Nutzlast von bis zu 10 kg heben kann. Langfristig soll er Aufgaben wie das Öffnen von Türen oder den Einsatz von Werkzeugen bewältigen können.
General Autonomy konzentriert sich darauf, eine stabile Plattform mit „tiefer Ganzkörperkontrolle“ zu bieten. Dies soll anderen Entwicklern ermöglichen, sofort mit der Entwicklung von Anwendungen zu beginnen. Die Preisbarriere zu überwinden, könnte eine neue Welle der Robotik-Innovation in Indien auslösen. Diese Innovation soll praktische Probleme lösen, wie den Arbeitskräftemangel in der Industrie und später auch im Haushalt.
Potenzial für Indien und darüber hinaus
Die Initiative von General Autonomy könnte weitreichende Auswirkungen haben. Ein kostengünstiger, entwicklerfreundlicher humanoider Roboter könnte die Automatisierung in verschiedenen Sektoren Indiens vorantreiben. Von der Fertigung bis hin zu Dienstleistungen könnten neue Anwendungen entstehen, die bisher aufgrund hoher Investitionskosten unerreichbar waren.
Die Konzentration auf ein offenes Ökosystem fördert zudem die Zusammenarbeit und den Wissensaustausch. Dies könnte Indien zu einem wichtigen Zentrum für Robotik-Entwicklung machen, ähnlich wie es bereits im Bereich der Software-Entwicklung der Fall ist. Die nächsten Schritte in der Verfeinerung des Atom 01 und die Reaktion der Entwicklergemeinschaft werden entscheidend sein.
- Förderung der lokalen Robotik-Innovation.
- Schaffung neuer Arbeitsfelder für Entwickler.
- Lösung von Herausforderungen durch Automatisierung.
- Positionierung Indiens als Hub für erschwingliche Robotik.





