In einer außergewöhnlichen Demonstration hat der CEO von EngineAI, einem in Shenzhen ansässigen Robotik-Startup, einen Tritt seines T800-Humanoiden-Roboters eingesteckt. Dieser mutige Schritt sollte Skeptiker verstummen lassen, die behaupteten, die beeindruckende Agilität des Roboters in Werbevideos sei das Ergebnis von Computergrafiken.
Das Video zeigt den Geschäftsführer in Schutzkleidung, wie er einen kräftigen Seitenkick des 75 kg schweren Roboters in den Oberkörper absorbiert. Der Vorfall, der sich am 6. Dezember 2025 ereignete, ist ein direkter Versuch, die anhaltenden Debatten über die Echtheit der Roboterfähigkeiten von EngineAI zu beenden.
Wichtige Erkenntnisse
- EngineAI-CEO lässt sich vom T800-Roboter treten, um CGI-Vorwürfe zu widerlegen.
- Der T800-Roboter demonstriert eine Drehmomentdichte von 450 N·m pro Gelenk.
- Die Aktion ist Teil einer aggressiven Marketingstrategie vor dem 'Robot Boxer'-Wettbewerb.
- Vorbestellungen für den T800 sind zu einem Preis von 25.000 US-Dollar gestartet.
Ein visueller Beweis für reale Fähigkeiten
Das von EngineAI veröffentlichte Filmmaterial hebt sich deutlich von den üblichen, hochglanzpolierten Branchenpräsentationen ab. Es beginnt mit dem CEO, der sich in schwere Schutzkleidung, einschließlich Brust- und Beinschutz, schnallt. Humorvoll fragt er: "Wird er überleben?" Die Atmosphäre ist angespannt, und der Geschäftsführer räumt ein: "Warum habe ich das Gefühl, dass dieser Schutz nicht umfassend genug ist?"
Kurz darauf liefert der T800, den das Unternehmen zuvor als "Actionfilmstar" bezeichnete, einen kraftvollen Seitenkick gegen seinen Oberkörper. Der Aufprall ist deutlich sichtbar. Der CEO wird rückwärts geschleudert, lacht nervös und bemerkt nach dem Schlag: "Zu brutal!"
"Wir wollten nicht nur zeigen, dass unser Roboter existiert, sondern auch, dass er wirklich die Energie aufbringen und sich danach stabilisieren kann."
Faktencheck: T800 Spezifikationen
- Gewicht: 75 kg
- Höhe: 173 cm
- Gelenkdrehmoment: 450 N·m pro Gelenk
- Preis (Vorbestellung): 25.000 US-Dollar
- Geplante Massenlieferung: Juni 2026
Antwort auf die CGI-Kontroverse
Dieser Stunt ist eine direkte Reaktion auf eine Welle von Skepsis. Nachdem EngineAI zuvor hinter den Kulissen gedrehtes Material veröffentlicht hatte, um Gerüchte über CGI zu zerstreuen, blieben viele Kritiker unüberzeugt. Sie zweifelten daran, dass ein Roboter eine so dynamische Balance aufrechterhalten könnte, während er gleichzeitig starke Stöße ausführt.
Indem EngineAI einen Menschen in die Schusslinie stellte, demonstriert das Unternehmen nicht nur die physische Existenz des Roboters. Es zeigt auch die funktionale Realität seiner Steuerungsschleifen – insbesondere seine Fähigkeit, sich nach der Übertragung erheblicher Energie auf ein Ziel selbst zu stabilisieren. Dies ist ein entscheidender Aspekt für die Glaubwürdigkeit in der Robotik.
Hochleistungs-Aktuatoren und Risikobereitschaft
Das Video unterstreicht die rohe Kraft des T800-Antriebssystems. Die offiziellen Spezifikationen zeigen, dass der Roboter Gelenkaktuatoren mit einem Drehmoment von 450 N·m verwendet. Diese hohe Drehmomentdichte ermöglicht es der 75 kg schweren Maschine, die explosiven Sprünge und Tritte auszuführen, die in den Marketingmaterialien zu sehen sind.
Gleichzeitig birgt diese Leistung ein erhebliches Sicherheitsrisiko bei der Mensch-Roboter-Interaktion (HRI). Obwohl das Video auf humorvolle Weise inszeniert wurde und darauf abzielt, viral zu gehen, verdeutlicht es einen Wandel in der Art und Weise, wie chinesische Robotikunternehmen ihre Hardware vermarkten.
Hintergrund: Chinesische Robotik-Strategie
Chinesische Robotikunternehmen setzen zunehmend auf unkonventionelle Marketingmethoden. Sie nutzen Unterhaltung, um die Robustheit ihrer industriellen Hardware zu beweisen. Dies positioniert Roboter nicht nur als Werkzeuge für die Logistik, sondern auch als physisch robuste Plattformen für Szenarien mit hoher Belastung.
Der Weg in den Ring: Robot Boxer Wettbewerb
Die Sparring-Sitzung des CEOs dient als Auftakt für EngineAIs bevorstehenden "Robot Boxer"-Wettbewerb, der für den 24. Dezember geplant ist. Das Unternehmen hat bereits seit Wochen einen kampfbereiten T800 angeteasert. Dies deutet darauf hin, dass die aggressiven Präsentationen Teil einer kalkulierten Roadmap sind und keine zufälligen Stunts.
Dieser Marketingansatz ist besonders aggressiv für einen Roboter, dessen Vorbestellungen gerade erst zu einem Preis von 25.000 US-Dollar begonnen haben. Indem EngineAI Wettbewerber wie Unitree preislich unterbietet und gleichzeitig "übermenschliche" Gewalt demonstriert, schafft das Unternehmen eine Nische, die die Neuheit von Filmen wie "Real Steel" mit der wirtschaftlichen Realität von standardisierter Hardware verbindet.
Sicherheitsbedenken und zukünftige Anwendungen
Der Stunt wirft jedoch auch Fragen zu den Sicherheitsstandards auf. Obwohl der CEO sich freiwillig für die Demonstration zur Verfügung stellte, ist der Anblick eines 173 cm großen Industrieroboters, der einen Menschen tritt, eine deutliche Abkehr vom Bild der "kollaborativen und sicheren" Roboter, das die meisten Hersteller von Humanoiden zu vermitteln versuchen.
Während sich das Unternehmen auf die Massenlieferung im Juni 2026 vorbereitet, werden Branchenbeobachter genau verfolgen, ob der T800 in einem Lagerhaus so sicher arbeiten kann, wie er im Fitnessstudio aggressiv auftritt. Die Balance zwischen beeindruckender Leistung und garantierter Sicherheit wird entscheidend sein, um das Vertrauen der Industrie und der Öffentlichkeit zu gewinnen.
- Aggressives Marketing: EngineAI setzt auf virale Videos und Wettbewerbe.
- Preisstrategie: Der T800 ist mit 25.000 US-Dollar wettbewerbsfähig.
- Sicherheitsdiskussion: Der Stunt wirft Fragen zur Mensch-Roboter-Interaktion auf.





