Doosan Robotics, ein führender Hersteller von kollaborativen Robotern, hat eine strategische Partnerschaft mit Aidin Robotics geschlossen. Ziel der Zusammenarbeit ist die gemeinsame Entwicklung einer dual-armigen humanoiden Plattform. Diese Initiative soll eine neue Ära der „physischen künstlichen Intelligenz“ einläuten und die Fähigkeiten von Robotern im Umgang mit komplexen Aufgaben erheblich verbessern.
Wichtige Erkenntnisse
- Doosan Robotics und Aidin Robotics arbeiten an einem dual-armigen humanoiden Roboter.
- Die Partnerschaft kombiniert Doosans Roboterarme mit Aidins Präzisionssensoren und Greifern.
- Ziel ist die Entwicklung einer „physischen KI“, die autonom agieren kann.
- Südkorea fördert die Entwicklung humanoider Roboter durch Initiativen wie die K-Humanoid Alliance.
Ein Schritt zur physischen künstlichen Intelligenz
Die Vereinbarung, ein Memorandum of Understanding (MOU), wurde am 3. November unterzeichnet. Sie formalisiert eine Zusammenarbeit, die Doosans bewährte Roboterarm- und Steuerungstechnologien mit Aidin Robotics' spezialisiertem Wissen im Bereich hochpräziser Sensoren und Greifer zusammenführt. Dieser Schritt ist Teil von Doosans bereits im April 2025 angekündigter Strategie, sich auf die Entwicklung „praktischer Humanoiden“ zu konzentrieren.
Doosan Robotics gehört zu den Top Fünf der globalen Anbieter von kollaborativen Robotern. Die jetzige Partnerschaft zeigt erstmals konkret, wie das Unternehmen kritische Komponenten für seine humanoiden Maschinen beschaffen will. Die Vision ist es, Roboter zu schaffen, die Aufgaben auf menschlichem Niveau ausführen können.
Fakten zur Partnerschaft
- Unterzeichnung: 3. November
- Hauptziel: Entwicklung eines dual-armigen humanoiden Roboters.
- Technologien: Doosan liefert Arme und Steuerung, Aidin Sensoren und Greifer.
- Vision: „Physische künstliche Intelligenz“ für autonome Operationen.
Kräfte bündeln: Stärke und Gefühl
Die Aufgabenverteilung in der Vereinbarung nutzt die Kernkompetenzen beider Unternehmen. Doosan Robotics steuert die grundlegenden Roboterarme und Steuerungssysteme bei. Aidin Robotics konzentriert sich auf die Hände und die sensorische Rückmeldung. Aidin Robotics, eine Ausgründung des Robotics Innovatory Lab der Sungkyunkwan University, ist spezialisiert auf „physische Interaktionsintelligenz“.
Der zentrale Beitrag von Aidin Robotics sind fortschrittliche Sechs-Achsen-Kraft-Momenten-Sensoren und Hand-Greifer-Einheiten. Diese Komponenten können die Stärke, Größe und das Gewicht eines Objekts in Echtzeit erfassen. Taktile Informationen werden dabei in verwertbare Daten umgewandelt.
„Die Fähigkeit, Aufgaben auf menschlichem Niveau zu bewältigen, erfordert nicht nur fortschrittliche Hardware, sondern auch KI-basierte Software, die einen autonomen Betrieb ermöglicht.“
Kim Min-pyo, CEO von Doosan Robotics
Die Bedeutung des „Fühlens“
Diese Fähigkeit zu „fühlen“ ist entscheidend für das erklärte Ziel der Partnerschaft: die Schaffung eines „physischen KI-Modells, das zu autonomen Operationen fähig ist“. Die Daten der Aidin-Sensoren sollen als Input für diese KI dienen. Dies ermöglicht es dem Roboter, Entscheidungen zu treffen und auch sehr feine Aufgaben auszuführen, anstatt nur vorprogrammierte Pfade abzuarbeiten.
Ein Beispiel für die Technologie von Aidin Robotics wurde auf der CoRL & Humanoids Conference 2025 in Seoul gezeigt. Dort visualisierte ein Bildschirm die genauen Kontaktpunkte von taktilen Sensoren. Dies demonstrierte die Fähigkeit, ein „Gefühl des Berührens“ zu simulieren, das in das geplante „physische KI“-Modell integriert werden soll.
Teil einer nationalen Initiative
Diese Partnerschaft reiht sich ein in eine Serie hochkarätiger Kooperationen im südkoreanischen Robotiksektor. Sie steht im Einklang mit den Zielen der K-Humanoid Alliance, einer von der Regierung unterstützten Initiative. Diese Allianz wurde im April 2025 ins Leben gerufen, um Südkorea zu einem weltweit führenden Land in der Humanoiden-Robotik zu machen. Doosan Robotics ist ein prominentes Mitglied dieser Allianz.
Hintergrund: K-Humanoid Alliance
Die K-Humanoid Alliance ist eine südkoreanische Regierungsinitiative, die darauf abzielt, die Entwicklung und Produktion humanoider Roboter im Land zu fördern. Sie unterstützt die heimische Entwicklung von Schlüsselkomponenten wie taktilen Sensoren und fördert Kooperationen zwischen Unternehmen und Forschungseinrichtungen.
Die nationale Strategie betont die heimische Entwicklung von Kernkomponenten, darunter genau die „taktilen Sensoren“, die Aidin Robotics herstellt. Doosans Schritt folgt ähnlichen Allianzen anderer großer koreanischer Unternehmen:
- LG Electronics arbeitet mit KIST zusammen, um den Humanoiden KAPEX zu entwickeln, der sich auf sein großes KI-Modell 'Exaone' konzentriert.
- CJ Logistics hat sich mit Rainbow Robotics zusammengetan, um KI-gesteuerte Humanoide für die Lagerautomatisierung zu entwickeln.
Während Doosan aktiv seine neuen Humanoiden- und KI-Abteilungen umstrukturiert und Personal einstellt, stellt diese Partnerschaft mit Aidin Robotics den bisher konkretsten Schritt dar. Sie signalisiert eine klare Strategie, die eigene Plattform durch die Integration erstklassiger Spezialtechnologien aufzubauen.
Ausblick und zukünftige Anwendungen
Die Entwicklung dual-armiger humanoider Roboter mit fortschrittlicher taktiler Intelligenz öffnet Türen für zahlreiche Anwendungen. Diese reichen von der präzisen Montage in der Industrie bis hin zu Aufgaben in der Pflege oder im Dienstleistungssektor, wo feinfühlige Interaktionen erforderlich sind.
Die Kombination aus Doosans robusten Roboterarmen und Aidins sensiblen Greifern könnte eine neue Generation von Robotern schaffen. Diese Roboter wären dann in der Lage, in komplexen, unstrukturierten Umgebungen zu agieren und sich flexibel an neue Situationen anzupassen. Dies würde die Effizienz und Sicherheit in vielen Bereichen erhöhen.
Experten erwarten, dass solche „fühlenden“ Roboter in den kommenden Jahren eine Schlüsselrolle in der Weiterentwicklung der Automatisierung spielen werden. Die Fähigkeit, Objekte nicht nur zu sehen, sondern auch zu spüren, ist ein entscheidender Faktor, um Roboter noch vielseitiger und menschenähnlicher zu machen.





