Ein humanoider Roboter namens Expedition A2 von AgiBot hat einen neuen Weltrekord aufgestellt. Das Gerät legte eine Strecke von über 106 Kilometern autonom zurück, ohne dabei abgeschaltet zu werden. Die Reise führte von Suzhou nach Shanghai und dauerte mehrere Tage. Dieser Erfolg markiert einen wichtigen Schritt für die Entwicklung von Robotern, die in realen Arbeitsumgebungen eingesetzt werden können.
Wichtige Erkenntnisse
- AgiBot Expedition A2 lief 106,286 km von Suzhou nach Shanghai.
- Der Roboter nutzte eine spezielle Batteriewechsel-Technologie für den Dauerbetrieb.
- Die Strecke umfasste verschiedene Untergründe und Nachtmärsche.
- Der Guinness-Weltrekord bestätigt die längste Strecke, die ein humanoider Roboter je gelaufen ist.
- Der Test beweist die mechanische Robustheit des Roboters für kommerzielle Einsätze.
Ein Weltrekord auf offener Straße
Der Roboter AgiBot Expedition A2 hat eine beeindruckende Leistung vollbracht. Er lief 106,286 Kilometer von Suzhou nach Shanghai. Diese Strecke überwand er autonom und ununterbrochen. Damit setzt AgiBot einen neuen Maßstab für humanoide Roboter.
Der Guinness-Weltrekord bestätigt diese Leistung offiziell als die „längste von einem humanoiden Roboter zurückgelegte Strecke“. Dies ist ein entscheidender Schritt weg von kurzen Labordemonstrationen hin zu realen Anwendungen.
Die Strecke wurde zwischen dem 10. und 13. November absolviert. Sie stellte eine enorme Belastungsprobe für die Ausdauer und das Energiemanagement des Roboters dar.
Faktencheck
- Strecke: 106,286 Kilometer
- Startpunkt: Suzhou
- Endpunkt: Shanghai
- Dauer: Mehrere Tage (10. bis 13. November)
- Besonderheit: Autonom und ununterbrochen
Navigation im Dunkeln und auf schwierigem Terrain
Im Gegensatz zu vielen früheren Robotertests fand die Expedition A2 in einer unstrukturierten Umgebung statt. Der Roboter musste verschiedene Oberflächen bewältigen. Dazu gehörten Asphaltstraßen, rutschige Fliesen und taktile Gehwege für Sehbehinderte. Diese Bedingungen sind eine große Herausforderung für die Gleichgewichtsalgorithmen von Robotern.
Ein Großteil der Wanderung fand in der Nacht statt. Hierfür nutzte der Expedition A2 spezielle Sensoren. LiDAR und Infrarot-Tiefensensoren ermöglichten die Navigation bei schlechten Lichtverhältnissen. Standardkameras wären dabei an ihre Grenzen gestoßen.
„Die Bewältigung unterschiedlicher Untergründe und die Navigation bei Nacht sind entscheidend für den Einsatz von Robotern in der realen Welt“, erklärte ein Ingenieur des AgiBot-Teams. „Diese Tests zeigen die Robustheit unserer Systeme.“
Revolutionäres Batteriewechsel-System
Ein technisch herausragender Aspekt der Reise war das Energiemanagement des Roboters. Die gesamte Strecke wurde ohne Abschaltung des Roboters zurückgelegt. Dies gelang durch eine proprietäre „Hot-Swap“-Batteriearchitektur. Während des Wechsels versorgte ein interner Puffer den Roboter weiter mit Strom.
Viele Wettbewerber setzen auf integrierte Batteriepakete, um die Energiedichte zu maximieren. AgiBot hingegen wählte einen modularen Ansatz. Techniker konnten die Energiemodule austauschen, während der Roboter aktiv blieb. Dies löst ein großes Problem in der industriellen Automatisierung: die Ausfallzeiten.
Hintergrundinformationen
Die „Hot-Swap“-Technologie ermöglicht einen nahezu 100-prozentigen Betrieb in 24-Stunden-Produktionszyklen. Dies ist ein großer Vorteil gegenüber Systemen, die für den Batteriewechsel heruntergefahren werden müssen. Ähnliche Ansätze verfolgen auch andere Unternehmen wie UBTECH mit autonomem Batteriewechsel und Figure mit induktiver Ladung.
Diese Technologie ist ein Game-Changer für den kommerziellen Einsatz von humanoiden Robotern. Sie ermöglicht einen ununterbrochenen Betrieb, was in vielen Industriezweigen von großer Bedeutung ist.
Mechanische Robustheit und menschliche Bauweise
Nach Abschluss des Marsches am historischen Bund in Shanghai zeigten sich die AgiBot-Verantwortlichen zufrieden. Der Roboter war in gutem Zustand. Lediglich die Gummischicht der Fußsohlen zeigte sichtbaren Verschleiß. Dies ist ein Beleg für die hohe mechanische Haltbarkeit der Komponenten.
Die „PowerFlow“-Aktuatoren und Getriebesysteme von AgiBot hielten Hunderttausenden von Lastzyklen stand. Es gab keine signifikante mechanische Ermüdung oder Spiel. Der 175 cm große und 55 kg schwere Roboter verfügt über 49 aktive Freiheitsgrade. Er ist so konzipiert, dass er die menschliche Anthropometrie genau nachahmt. Dies ermöglicht die Kompatibilität mit bestehenden Arbeitsbereichen.
Die Bauweise des Roboters ist auf Langlebigkeit und Anpassungsfähigkeit ausgelegt. Das ist entscheidend für den Einsatz in verschiedenen industriellen Umgebungen. Die Fähigkeit, menschliche Bewegungen zu imitieren, erleichtert die Integration in bestehende Infrastrukturen.
„China Speed“ und kommerzielle Ambitionen
Der schnelle Aufstieg von AgiBot seit der Gründung im Februar 2023 zeigt die Geschwindigkeit des chinesischen Robotik-Ökosystems. Das Unternehmen wurde von Peng Zhihui gegründet, einem ehemaligen Absolventen des „Genius Youth“-Programms von Huawei. Pengs Bekanntheit half dem Unternehmen, Top-Talente und Kapital anzuziehen.
Bis Ende 2025 hat AgiBot bereits über 1.000 Einheiten produziert. Die Produktionskapazität wird im Lingang Intelligent Manufacturing Park in Shanghai erweitert. Während andere chinesische Wettbewerber wie Unitree sich auf dynamische Athletik konzentrieren, positioniert AgiBot den Expedition A2 als zuverlässigen „Blue-Collar“-Arbeiter.
Kommerzielle Einsätze laufen bereits. AgiBot hat Verträge für den Einsatz von Roboter-Varianten bei Miaoyang Fulim Precision Machining Co. und Servicerobotern in China Mobile Filialen unterzeichnet. Das Unternehmen verfolgt auch eine aggressive Preispolitik. Die „Youth Edition“ der humanoiden Plattform kostet etwa 27.000 US-Dollar (200.000 RMB).
Mit der Verlagerung der Industrie von Laborprototypen zu einsatzfähigen Maschinen beweist der 106-Kilometer-Marsch von AgiBot, dass die mechanischen Herausforderungen der zweibeinigen Fortbewegung gelöst werden. Der Fokus verschiebt sich nun auf die KI-„Gehirne“, die diese Maschinen nützlich machen sollen.
- Gründung: Februar 2023
- Gründer: Peng Zhihui (ehem. Huawei)
- Produktion: Über 1.000 Einheiten bis Ende 2025
- Preis: ca. 27.000 USD für die „Youth Edition“
Die Fähigkeit, Roboter zu einem wettbewerbsfähigen Preis anzubieten, wird den Markt maßgeblich beeinflussen. AgiBot zeigt, dass die Massenproduktion von humanoiden Robotern in greifbarer Nähe ist.





