Der Body-Mass-Index (BMI) ist ein weit verbreitetes Maß zur Einschätzung des eigenen Körpergewichts. Er hilft dabei, schnell zu erkennen, ob eine Person Normalgewicht, Untergewicht oder Übergewicht hat. Obwohl der BMI ein nützliches Werkzeug ist, hat er auch Grenzen, besonders wenn es um die genaue Beurteilung der Körperzusammensetzung und Fettverteilung geht.
Wichtige Erkenntnisse
- Der BMI berechnet sich aus Körpergewicht und Körpergröße.
- Er dient als erste Einschätzung für Unter-, Normal- oder Übergewicht.
- Der BMI berücksichtigt nicht Muskelmasse oder Fettverteilung.
- Andere Maße wie Taillenumfang ergänzen die BMI-Aussagekraft.
Was ist der Body-Mass-Index?
Der Body-Mass-Index, kurz BMI, ist eine einfache Formel, um das Verhältnis von Körpergewicht zu Körpergröße zu bestimmen. Er wurde entwickelt, um eine schnelle Kategorisierung des Gewichts einer Person vorzunehmen. Die Berechnung ist unkompliziert und erfordert nur zwei Angaben: das aktuelle Körpergewicht in Kilogramm und die Körpergröße in Metern.
Die Formel lautet: BMI = Körpergewicht (kg) : (Körpergröße (m))². Nehmen wir als Beispiel eine Frau, die 65 Kilogramm wiegt und 1,70 Meter groß ist. Ihr BMI beträgt 22,49. Dieser Wert liegt im Bereich des Normalgewichts.
Faktencheck: BMI-Berechnung
Eine Person mit 70 kg Gewicht und 1,75 m Größe hat einen BMI von 22,86 kg/m², was als Normalgewicht gilt.
Viele Online-Rechner, wie der der Verbraucherzentrale, ermöglichen eine schnelle und automatische Berechnung des BMI. Man gibt einfach die Größe in Zentimetern und das Gewicht in Kilogramm ein, und der Rechner liefert den Wert sofort.
Wie interpretiert man den BMI-Wert?
Die Interpretation des BMI-Wertes ist standardisiert. Verschiedene Bereiche zeigen an, ob das Gewicht als gesundheitlich unbedenklich oder potenziell riskant eingestuft wird. Ein Wert unter 18,5 gilt als Untergewicht.
Ein BMI zwischen 18,5 und 24,9 wird als Normalgewicht betrachtet. In diesem Bereich liegt das gesundheitliche Risiko am niedrigsten. Werte von 25 bis 29,9 deuten auf leichtes Übergewicht hin. Ab einem BMI von 30 spricht man von Adipositas, also schwerem Übergewicht.
"Ein BMI unter 14,5 kann den Stoffwechsel im Gehirn beeinträchtigen und ist lebensbedrohlich, wenn keine ärztliche Hilfe erfolgt."
Gewichtskategorien nach BMI
- Untergewicht: BMI unter 18,5
- Normalgewicht: BMI zwischen 18,5 und 24,9
- Leichtes Übergewicht: BMI zwischen 25 und 29,9
- Adipositas (schweres Übergewicht): BMI über 30
Bei Übergewicht oder Adipositas ist eine Gewichtsreduktion oft ratsam, um das Risiko von Folgeerkrankungen zu minimieren. Eine ausgewogene Ernährung und regelmäßige Bewegung spielen hierbei eine entscheidende Rolle. Ratgeber wie "Gewicht im Griff" bieten hierfür wertvolle Unterstützung.
Grenzen des BMI: Wann er nicht aussagekräftig ist
Trotz seiner weiten Verbreitung hat der BMI Einschränkungen. Er berücksichtigt ausschließlich das Gesamtgewicht und die Körpergröße, nicht aber die Zusammensetzung des Körpers aus Fett- und Muskelmasse. Dies kann zu Fehlinterpretationen führen.
Zum Beispiel können sehr muskulöse Menschen, die viel Sport treiben, einen hohen BMI aufweisen und fälschlicherweise als übergewichtig eingestuft werden. Ihre hohe Muskelmasse, die schwerer ist als Fett, treibt den Wert in die Höhe, obwohl sie einen geringen Körperfettanteil haben.
Auch bei sehr kleinen Personen (unter 150 cm) oder sehr großen Personen (über 190 cm) kann der BMI ungenau sein. Die Formel ist primär für Personen mittlerer Größe konzipiert und liefert an den Extremen weniger zuverlässige Ergebnisse.
Fettverteilung: Ein wichtiger Faktor
Eine weitere Schwäche des BMI ist, dass er keine Auskunft über die Verteilung des Körperfetts gibt. Die Verteilung ist jedoch entscheidend für die gesundheitliche Bewertung. Besonders Bauchfett, auch viszerales Fett genannt, gilt als gesundheitsschädlich.
Bauchfett ist hormonell aktiv und kann Entzündungen im Körper fördern. Es ist eng mit einem erhöhten Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Stoffwechselstörungen verbunden. Der BMI allein kann diese spezifische Gefahr nicht erfassen.
Alternative Messgrößen für die Gesundheitsbewertung
Um die Aussagekraft des BMI zu ergänzen und ein umfassenderes Bild der Gesundheitsrisiken zu erhalten, gibt es weitere Messgrößen. Diese konzentrieren sich auf die Fettverteilung, insbesondere das Bauchfett.
Taillenumfang
Die Messung des Taillenumfangs ist eine einfache und effektive Methode. Ein Maßband wird dazu auf halber Strecke zwischen dem oberen Hüftknochen und der untersten Rippe angelegt. Bei Frauen gilt ein Wert über 80 cm als Hinweis auf viszerale Adipositas. Bei Männern liegt dieser Wert bei über 94 cm.
Ein deutlich erhöhtes Risiko für Herz- und Stoffwechselerkrankungen besteht, wenn der Taillenumfang bei Frauen über 88 Zentimeter und bei Männern über 102 Zentimeter liegt. Diese Werte sind ein wichtiger Indikator für potenzielle gesundheitliche Probleme.
Taillen-Hüft-Verhältnis (Waist-to-Hip-Ratio)
Das Taillen-Hüft-Verhältnis (WHR) setzt den Taillenumfang ins Verhältnis zum Hüftumfang. Der Hüftumfang wird dabei an der breitesten Stelle der Hüfte gemessen. Die Berechnung erfolgt, indem der Taillenumfang durch den Hüftumfang geteilt wird.
Ein WHR über 0,85 bei Frauen und über 0,9 bei Männern ist mit erhöhten Krankheitsrisiken verbunden. Dieses Verhältnis gibt Aufschluss darüber, ob das Fett eher am Bauch oder an den Hüften gespeichert wird, was für die Risikobewertung entscheidend ist.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass der BMI ein guter erster Anhaltspunkt ist. Für eine präzisere und gesundheitlich relevantere Einschätzung sind jedoch zusätzliche Messgrößen wie der Taillenumfang oder das Taillen-Hüft-Verhältnis unerlässlich. Sie helfen, die individuellen Risiken besser zu bewerten und gegebenenfalls frühzeitig Maßnahmen zu ergreifen.





