Redwood Materials, ein Unternehmen, das sich auf Batterierecycling und Energiespeicher spezialisiert hat, hat seine Series E Finanzierungsrunde erfolgreich abgeschlossen. Insgesamt flossen 425 Millionen US-Dollar in das Unternehmen. Diese Kapitalerhöhung unterstreicht das wachsende Vertrauen in Redwoods Ansatz zur heimischen Batterieaufbereitung und den Ausbau von Energiespeichersystemen im großen Maßstab.
Wichtige Punkte
- Redwood Materials schließt Series E Runde mit 425 Millionen US-Dollar ab.
- Google tritt als neuer Investor bei, Eclipse führt die Runde an.
- Fokus liegt auf Batterierecycling und großen Energiespeichersystemen (BESS).
- Technologie nutzt gebrauchte EV-Batterien für stationäre Speicherlösungen.
- Anstieg der Stromnachfrage, besonders durch KI und Rechenzentren, treibt den Bedarf an Speichersystemen.
Massive Investition für eine wachsende Nachfrage
Die Finanzierungsrunde, die im Oktober 2025 mit 350 Millionen US-Dollar begann, wurde kürzlich mit zusätzlichen Mitteln abgeschlossen. Angeführt wurde sie von der Risikokapitalfirma Eclipse. Zu den bestehenden Investoren Capricorn und Goldman Sachs Alternatives gesellte sich NVentures, der Risikokapitalarm von NVIDIA, als neuer strategischer Partner. Besonders bemerkenswert ist der Beitritt von Google als neuer Investor, der das Potenzial von Redwoods Vision unterstreicht.
Das Unternehmen, gegründet vom ehemaligen Tesla-CTO JB Straubel, verfolgt zwei Hauptgeschäftsfelder: die Produktion kritischer Batteriematerialien durch Recycling und die Entwicklung von Energiespeichersystemen im Netzmaßstab unter Verwendung wiederaufbereiteter Batterien aus Elektrofahrzeugen (EVs).
Faktencheck
- Gesamtkapital in der Series E Runde: 425 Millionen US-Dollar.
- Recyclingkapazität: 20 GWh Batterien pro Jahr.
- Prognostizierter Stromverbrauch von US-Rechenzentren bis 2028: bis zu 12% des gesamten US-Stromverbrauchs.
Energiespeicher als kritische Infrastruktur
Die Notwendigkeit robuster Energiespeicherlösungen war noch nie so groß wie heute. Die Nachfrage nach Elektrizität steigt rasant an, angetrieben durch den Aufstieg der Künstlichen Intelligenz (KI), den Bau neuer Rechenzentren, die wachsende Fertigungsindustrie und die allgemeine Elektrifizierung. Redwood Materials betont, dass Energiespeicher keine Option mehr sind, sondern eine wesentliche Infrastruktur darstellen.
Ein Bericht des US-Energieministeriums (DOE) vom Dezember 2024 prognostiziert, dass Rechenzentren bis 2028 bis zu 12% des gesamten US-Stromverbrauchs ausmachen könnten. Diese Entwicklung zwingt Entwickler dazu, Alternativen zu traditionellen Netzanschlüssen zu suchen. Hier setzt Redwood mit seinen Lösungen an.
Hintergrundinformationen
Redwood Energy, die Speicherdivision des Unternehmens, wurde im Juni 2025 gegründet. Sie baut auf dem Kerngeschäft des Batterierecyclings auf. Das Unternehmen verarbeitet jährlich 20 GWh an Batterien und konzentriert sich darauf, EV-Batteriepakete mit verbleibender Kapazität für stationäre Speicheranwendungen wiederzuverwenden. Zielgruppen sind Hyperscaler, KI-Computing-Unternehmen und Entwickler erneuerbarer Energien, die schnell große Leistungskapazitäten benötigen.
Innovative Technologie für nachhaltige Lösungen
Ein zentraler Bestandteil von Redwoods Ansatz ist die proprietäre Pack Manager Technologie. Diese DC-zu-DC-Plattform ermöglicht die Integration von Batteriepaketen unterschiedlicher Chemie, Kapazität und Spannungsklassen. Im Gegensatz zu herkömmlichen Batteriespeichersystemen, die auf neue, importierte Batterien setzen, verwendet Redwoods Methode Batterien in ihrer ursprünglichen Form, ohne aufwändige Demontage oder Neufertigung.
„Der Pack Manager fungiert als universeller Übersetzer, der eine breite Palette von OEM-Batteriepack-Architekturen unterstützt und den Pack-Austausch vereinfacht, um die Systemzuverlässigkeit und langfristige Wartungsfreundlichkeit zu verbessern“, erklärte ein Unternehmenssprecher.
Dieser chemie- und formfaktoranagnostische Ansatz erlaubt es Redwood, sich an die Entwicklung des Mixes von ausgedienten EV-Batterien anzupassen. Während heute hauptsächlich Nickel-Mangan-Kobalt (NMC)-Batterien dominieren, wird der Anteil von Lithium-Eisenphosphat (LFP)-Batterien voraussichtlich steigen.
Erste Erfolge und zukünftige Pläne
Redwood hat bereits ein 12 MW/63 MWh System für das KI-Infrastrukturunternehmen Crusoe implementiert und berichtet über Kapazitäten im GWh-Bereich in seiner aktuellen Pipeline. Die Systeme des Unternehmens nutzen zu 100% heimische Batterien und qualifizieren sich für staatliche Steuergutschriften. Dies bietet Kosten- und Geschwindigkeitsvorteile gegenüber importierten Alternativen.
Das Geschäftsmodell von Redwood kombiniert Material- und Fertigungskompetenz mit Leistungselektronik und Software. Das Ergebnis ist eine neue Generation von US-hergestellten Energiespeichersystemen, die skalierbar, kostengünstig und darauf ausgelegt sind, Rechenzentren, Industrie und das Stromnetz zu versorgen.
Strategische Bedeutung in einer unsicheren Zeit
Die jüngste Finanzierung kommt zu einem entscheidenden Zeitpunkt. Globale Lieferkettenprobleme fallen mit einer starken heimischen Nachfrage nach Schlüsselmaterialien und Energieprodukten zusammen. Redwoods Recyclingaktivitäten erzeugen Kobalt, Nickel, Kupfer, Lithium und Kathodenaktivmaterialien. Dies verringert die Abhängigkeit von Importen und liefert Ausgangsmaterial für die eigenen Speichersysteme.
Redwood plant, das neue Kapital zu nutzen, um den Einsatz von Energiespeichern zu beschleunigen, die Raffinierung und Materialproduktion zu verbessern und die Ingenieurteams zu erweitern. Das Unternehmen sieht diese Bemühungen als Schritte zur Schaffung einer widerstandsfähigen, dominanten US-Energiezukunft und zur Erreichung der Unabhängigkeit bei kritischen Mineralien.
Die Entscheidung, sich auf Energiespeicher zu konzentrieren, könnte auch durch Herausforderungen im Hauptgeschäft des Batterierecyclings und der Materialproduktion beeinflusst worden sein. Sinkende Preise für neue Batterien und deren Komponenten aus China haben den Wert recycelter Materialien negativ beeinflusst. Ein anderes nordamerikanisches Batterierecyclingunternehmen, Li-Cycle, musste im vergangenen Jahr Insolvenz anmelden und wurde später von dem Bergbaugiganten Glencore übernommen. Es ist wichtig zu beachten, dass spezifische Unternehmensfaktoren zu diesem Scheitern beitruchen.
- Ziele der Finanzierung: Beschleunigung des Energiespeicher-Einsatzes, Verbesserung der Materialproduktion, Ausbau der Ingenieurteams.
- Langfristige Vision: Schaffung einer resilienten US-Energiezukunft und Unabhängigkeit bei kritischen Mineralien.





