Mercedes-Benz hat im letzten Geschäftsjahr einen deutlichen Gewinnrückgang verzeichnet. Das Konzernergebnis sank um fast die Hälfte auf 5,3 Milliarden Euro. Dies gab das Unternehmen bekannt und führte die Entwicklung auf verschiedene externe Faktoren zurück.
Wichtigste Erkenntnisse
- Der Konzerngewinn von Mercedes-Benz fiel um 49 Prozent auf 5,3 Milliarden Euro.
- Umsatzrückgang um neun Prozent auf 132,2 Milliarden Euro.
- Zölle, negative Wechselkurseffekte und starker Wettbewerb in China belasteten die Ergebnisse.
- Ein Sparprogramm soll die Produktions- und Fixkosten bis 2027 um zehn Prozent senken.
- Mitarbeiterprämien fallen geringer aus, aber eine Mercedes-Aktie wird zusätzlich geschenkt.
Deutlicher Gewinneinbruch bei Mercedes-Benz
Im vergangenen Geschäftsjahr musste Mercedes-Benz einen erheblichen Rückgang des Konzerngewinns hinnehmen. Das Ergebnis sank um rund 49 Prozent von 10,4 Milliarden Euro im Vorjahr auf nunmehr 5,3 Milliarden Euro. Diese Zahlen spiegeln sich auch im Umsatz wider, der um neun Prozent auf 132,2 Milliarden Euro zurückging.
Das operative Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) verringerte sich bereinigt um 40 Prozent auf 8,2 Milliarden Euro. Ohne Sondereffekte sank das EBIT sogar um 57 Prozent auf 5,82 Milliarden Euro. Diese Entwicklung wurde maßgeblich durch externe Faktoren beeinflusst.
Fakten im Überblick
- Gewinnrückgang: 49% auf 5,3 Mrd. Euro
- Umsatzrückgang: 9% auf 132,2 Mrd. Euro
- Bereinigtes EBIT: Rückgang um 40% auf 8,2 Mrd. Euro
- Verkaufte Pkw und Vans: ca. 2,16 Mio. Einheiten
- Pkw-Absatz: Rückgang um 9% auf über 1,8 Mio. Einheiten
Herausforderungen auf globalen Märkten
Verschiedene globale Entwicklungen haben die Geschäftszahlen von Mercedes-Benz belastet. Insbesondere Zölle, negative Wechselkurseffekte und der intensive Wettbewerb auf dem chinesischen Markt spielten hier eine Rolle. China bleibt für Mercedes-Benz der wichtigste Einzelmarkt, wo fast ein Drittel aller Pkw abgesetzt werden.
Der Rückgang des Pkw-Absatzes war in China mit 19 Prozent besonders stark. Insgesamt verkaufte der Konzern weltweit rund 2,16 Millionen Pkw und Vans, wobei der Pkw-Absatz um neun Prozent auf etwas mehr als 1,8 Millionen Einheiten sank. Auch der schwache US-Dollar trug zur Belastung bei.
„Die finanziellen Ergebnisse sind im Rahmen der Prognosen ausgefallen und sind getragen von einem klaren Fokus auf Effizienz, Geschwindigkeit und Flexibilität“, sagte Mercedes-Chef Ola Källenius. „Wir sind bereit für das Jahr 2026.“
Sparmaßnahmen und Zukunftspläne
Bereits vor einem Jahr hatte Mercedes-Benz auf die angespannte Lage reagiert und ein umfangreiches Sparprogramm initiiert. Ziel ist es, die Profitabilität zu steigern. Bis 2027 sollen die Produktionskosten um zehn Prozent gesenkt werden. Gleichzeitig werden die Materialkosten optimiert.
Auch die Fixkosten sollen bis 2027 um weitere zehn Prozent reduziert werden. Ein Abfindungsprogramm für Beschäftigte in indirekten Bereichen, also außerhalb der direkten Produktion, ist ebenfalls Teil dieser Strategie. Diese Maßnahmen sollen das Unternehmen widerstandsfähiger machen und für zukünftiges Wachstum positionieren.
Hintergrund der Sparmaßnahmen
Bereits im Vorjahr zeigte sich ein deutlicher Rückgang des Konzernergebnisses und des Umsatzes. Das nun ausgeführte Sparprogramm ist eine direkte Reaktion darauf. Es zielt darauf ab, die Kostenstruktur des Unternehmens langfristig zu verbessern und die Wettbewerbsfähigkeit zu sichern. Durch gezielte Effizienzsteigerungen soll Mercedes-Benz gestärkt aus der aktuellen wirtschaftlichen Phase hervorgehen.
Auswirkungen auf die Mitarbeiter
Der Gewinneinbruch hat direkte Auswirkungen auf die Prämien für die Beschäftigten in Deutschland. Die rund 85.000 anspruchsberechtigten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter erhalten in diesem Jahr voraussichtlich bis zu 3139 Euro als Ergebnisbeteiligung. Dies ist ein geringerer Betrag als im Vorjahr.
Die endgültige Höhe der Prämie, die mit dem April-Entgelt ausgezahlt werden soll, steht noch unter dem Vorbehalt der Feststellung des finalen Jahresabschlusses im März. Unabhängig vom individuellen Gehalt richtet sich die Prämie nach den finanziellen Zielerreichungen und der Umsetzung der Geschäftsstrategie des Unternehmens.
Als besonderes Zeichen der Wertschätzung und anlässlich des 140. Jahrestages der Patentanmeldung von Carl Benz für sein „Fahrzeug mit Gasmotorenbetrieb“ schenkt der DAX-Konzern allen Beschäftigten in Deutschland zusätzlich eine Mercedes-Aktie. Dies soll die Verbundenheit zum Unternehmen stärken und die Mitarbeiter am langfristigen Erfolg beteiligen.
Konsequente Transformation vorantreiben
Mercedes-Chef Ola Källenius betonte die Entschlossenheit des Unternehmens, die Transformation konsequent voranzutreiben. Mit einem klaren Plan und einem wettbewerbsfähigen Produktportfolio sei man für die kommenden Jahre gut aufgestellt. Das Unternehmen setzt auf Innovation und Effizienz, um die Herausforderungen zu meistern und in einem dynamischen Marktumfeld erfolgreich zu bleiben.
Die Investitionen in neue Technologien und die Entwicklung zukunftsweisender Modelle bleiben ein zentraler Bestandteil der Unternehmensstrategie. Trotz der aktuellen Belastungen blickt Mercedes-Benz optimistisch in die Zukunft und erwartet ab dem kommenden Jahr wieder spürbare Aufwärtsentwicklungen.





