Quinbrook Infrastructure Partners, ein australischer Infrastrukturinvestor, hat einen Antrag für ein 520-Megawatt-Batteriespeichersystem (BESS) im Australian Capital Territory (ACT) eingereicht. Das Projekt, bekannt als Flat Rock Energy Storage, soll die Energiesicherheit der Region stärken und die Integration erneuerbarer Energien vorantreiben.
Wichtige Fakten
- 520 MW Batteriespeicher: Das geplante System soll die Kapazität des Stromnetzes erheblich erweitern.
- Standort nahe Canberra: Das Projekt befindet sich 11 km nordwestlich der Vororte von Canberra.
- Umweltverträglichkeitsprüfung läuft: Eine umfassende Prüfung der Umweltauswirkungen ist im Gange.
- Baubeginn 2028 geplant: Die Fertigstellung wird voraussichtlich 36 Monate dauern.
- 50 Jahre Betriebszeit: Das System soll ein halbes Jahrhundert lang in Betrieb sein.
Das Flat Rock Energiespeicherprojekt
Das Flat Rock Energy Storage Projekt wird von Private Energy Partners entwickelt, einem verbundenen Unternehmen von Quinbrook. Es liegt auf einem 326 Hektar großen Pachtgrundstück der Uriarra Station, einer ländlichen Liegenschaft, die seit über 150 Jahren für Schaf- und Rinderzucht genutzt wird.
Die geplante Anlage soll Lithium-Ionen-Technologie nutzen. Sie wird in zwei Bereichen innerhalb einer etwa 60 Hektar großen Fläche errichtet. Diese Bereiche werden über eine Freileitung mit einer Transgrid-Umspannstation verbunden, die den Anschluss an das bestehende Stromübertragungsnetz ermöglicht.
Ein weiteres Umspannwerk ist direkt am BESS-Standort vorgesehen. Das System ist darauf ausgelegt, Strom während Perioden geringer Nachfrage zu speichern und ihn bei hoher Nachfrage oder geringer Erzeugung erneuerbarer Energien wieder abzugeben. Dies stabilisiert das National Electricity Market (NEM).
Zahlen und Fakten
- Projektfläche: 326 Hektar (privat gepachtetes Land)
- Störungsfläche: ca. 60 Hektar (hauptsächlich nicht-native, degradierte Grasflächen)
- Technologie: Lithium-Ionen-Batterien
- Betriebszeit: Bis zu 50 Jahre
Umweltauswirkungen und Genehmigungsverfahren
Das Projekt durchläuft derzeit eine Umweltverträglichkeitsprüfung gemäß dem Environment Protection and Biodiversity Conservation (EPBC) Act. Die Planer haben das Design so angepasst, dass alle alten Bäume, Bäume mit Höhlen, Entwässerungsleitungen und ökologisch bedeutsame Gemeinschaften vermieden werden. Die Störungsfläche besteht überwiegend aus nicht-natürlichem und degradiertem Grasland.
Biodiversitätsuntersuchungen im März 2026 bestätigten, dass keine vom EPBC-Gesetz gelisteten bedrohten ökologischen Gemeinschaften im Projektgebiet vorhanden sind. Zwei bedrohte Tierarten, der Gang-gang Kakadu und der Superb Parrot, wurden als wahrscheinlich im Projektgebiet vorkommend eingestuft. Die Auswirkungen auf diese Arten sollen jedoch auf minderwertigen Futterlebensraum beschränkt bleiben.
"Die Auswirkungen auf die bedrohten Arten werden auf geringwertigen Lebensraum begrenzt sein. Alle höhlenbewohnenden Bäume bleiben außerhalb der Störungszone erhalten."
Die Bewertungen der Bedeutung für beide Arten kamen zu dem Schluss, dass das Projekt keine signifikanten Auswirkungen haben wird. Das Projekt wird gemäß dem ACT Planning Act 2023 als große Stromspeicheranlage eingestuft, da es mehr als 150 MW speichern kann. Dies erfordert entweder eine Umweltverträglichkeitserklärung oder eine Bestätigung, dass keine erheblichen negativen Umweltauswirkungen zu erwarten sind.
Hintergrund: EPBC Act und ACT Planning Act
Der EPBC Act ist das zentrale Umweltgesetz Australiens. Er schützt die nationale Umwelt und das Kulturerbe. Der ACT Planning Act ergänzt dies mit spezifischen Anforderungen für große Entwicklungsprojekte im Australian Capital Territory. Beide Gesetze müssen parallel berücksichtigt werden, was den Genehmigungsprozess komplex macht.
Bauzeit und Betriebsphase
Der Baubeginn ist für Januar 2028 geplant und soll etwa 36 Monate dauern. Nach der Fertigstellung soll die Anlage 24 Stunden am Tag, sieben Tage die Woche, für bis zu 50 Jahre in Betrieb sein. Nach dieser Zeit wird die Infrastruktur entfernt und die betroffene Fläche wiederhergestellt.
Die langfristige Betriebsphase unterstreicht die Bedeutung des Projekts für die Energiesicherheit und die Transformation des Stromnetzes in der Region. Es ist ein klares Signal für Australiens Engagement für erneuerbare Energien und die notwendige Infrastruktur, um diese zu unterstützen.
Wachsende Pipeline an Batteriespeicherprojekten
Das Flat Rock-Projekt reiht sich in eine schnell wachsende Liste von Batteriespeicherprojekten ein, die den EPBC Act-Prozess an der Ostküste Australiens durchlaufen. Dies geschieht zu einer Zeit, in der der rechtliche Rahmen für solche Bewertungen selbst im Wandel ist.
- Samsung C&T Renewable Energy Australia: Hat im Juli 2026 das 250 MW / 1.000 MWh Boro Solar-plus-Speicherprojekt in New South Wales eingereicht.
- AGL Energy: Reichte im Juni 2026 das 50 MW / 100 MWh Awaba BESS in New South Wales ein, welches bereits eine staatliche Genehmigung besitzt.
- Goldwind Capital: Hat im Juni 2026 das 250 MW / 1.000 MWh Milpulling Wind-plus-Speicherprojekt in New South Wales eingereicht.
Diese Projekte zeigen den dynamischen Ausbau der Energiespeicherinfrastruktur in Australien. Die Clean Energy Investor Group (CEIG) forderte im Juli 2026 die Bundesregierung auf, die konsistente und zeitnahe Umsetzung des reformierten Rahmens zu priorisieren, da wichtige Definitionen und Standards noch in der Entwicklung sind.
Die rasche Entwicklung dieser Projekte ist entscheidend für die Erreichung der Klimaziele Australiens und die Schaffung eines stabilen und zuverlässigen Stromnetzes, das auf erneuerbaren Energien basiert.





