Mehrere europäische Länder treiben den Ausbau von Batteriespeichersystemen (BESS) voran. Finnland, Italien, die Niederlande, Deutschland, die Slowakei und Polen investieren in neue Projekte, die zusammen eine Kapazität von über 1 GWh erreichen. Diese Entwicklung stärkt die Stabilität der Stromnetze und fördert die Integration erneuerbarer Energien.
Wichtige Erkenntnisse
- Über 1 GWh neue Batteriespeicherkapazität in Europa im Bau oder in Planung.
- Finnland erhält mit dem Battery Park Alapitkä ein Großprojekt von 95MW/220MWh.
- Deutschland baut zwei BESS-Projekte mit insgesamt 100MW/300MWh.
- Die Slowakei und Italien nehmen kleinere, aber wichtige Projekte in Betrieb.
- Verschiedene Unternehmen wie re:cap, Goldbeck Solar und Flower sind aktiv.
Finnland: Großprojekt startet Bauphase
In Finnland beginnt der Bau des Battery Park Alapitkä. Das Projekt hat eine Leistung von 95 MW und eine Kapazität von 220 MWh. Es wurde von re:cap global investors über seinen FP Lux European Battery Storage Fund erworben. Die Bauarbeiten starten im Frühjahr und die Inbetriebnahme ist für die zweite Hälfte des Jahres 2027 geplant.
SMA Altenso ist für die Planung, Beschaffung und den Bau zuständig. Dazu gehören auch die Arbeiten am Stromnetz und an den Mittel-/Hochspannungsanlagen. Die Muttergesellschaft SMA Solar liefert netzbildende Wechselrichter, während Sungrow die Batteriespeichersysteme bereitstellt.
Faktencheck
Das finnische Projekt ist ein wichtiger Schritt für die europäische Energiespeicherung. Es zeigt, wie Investitionen in große BESS-Anlagen die Energiewende unterstützen.
Deutschland: Mehrere Projekte im Fokus
Auch Deutschland setzt auf Batteriespeicher. Das EPC-Unternehmen Goldbeck Solar hat den Auftrag für zwei BESS-Projekte erhalten. Diese Projekte haben eine Gesamtkapazität von 100 MW Leistung und 300 MWh Speicherkapazität. Der Kunde wurde nicht genannt. Goldbeck Solar ist für das gesamte Projektmanagement, von der Planung über die Lieferung bis zum Bau und einem langfristigen Servicevertrag, verantwortlich.
Zusätzlich hat das schwedische Unternehmen Flower, das auf BESS und Optimierungsplattformen spezialisiert ist, eigene Projekte in Deutschland bis zur Baureife gebracht. Dazu gehören ein 100 MW/400 MWh-Projekt in Hamburg und ein kleineres 10 MW/20 MWh-Projekt in Gersheim. Flower nutzt diese Projekte, um seine langfristige Optimierungsstrategie zu demonstrieren.
„Die zunehmende Anzahl an Batteriespeicherprojekten in Europa unterstreicht die Notwendigkeit, unsere Netze flexibler und widerstandsfähiger zu machen“, so ein Branchenexperte.
Slowakei und Italien: Neue Kapazitäten in Betrieb
Die Slowakei investiert ebenfalls in die Energiespeicherung. Der staatliche Versorger SPP investiert 1 Million Euro in ein 2 MW/4 MWh BESS-Projekt. Dieses Projekt nutzt Technologie des chinesischen Unternehmens Huawei. Es ist bereits an das Netz angeschlossen und wird in Kürze den kommerziellen Betrieb aufnehmen. Das System wird FCR-Dienstleistungen (Frequency Containment Reserve) zur Netzstabilisierung bereitstellen.
In Italien hat der Solarkonzern LONGi ein 13,75 MW/50,16 MWh BESS-Projekt in Montalto in Betrieb genommen. Es ist an eine bestehende 35 MW Solaranlage gekoppelt. LONGi, bekannt als Lieferant von Solar-PV-Technologie, investiert hier auch in den Besitz und Betrieb eigener Projekte. Ähnliche Schritte haben andere chinesische Unternehmen wie Trina und Sungrow in Südeuropa unternommen.
Hintergrund der Entwicklung
Der Ausbau von Batteriespeichersystemen ist entscheidend für die Energiewende. Sie helfen, die schwankende Produktion aus erneuerbaren Quellen wie Wind- und Solarenergie auszugleichen und die Netzstabilität zu gewährleisten. Dies ist besonders wichtig, da der Anteil erneuerbarer Energien am Strommix stetig wächst.
Polen und Niederlande: Weitere Fortschritte
In Polen plant das schwedische BESS-Plattformunternehmen Tavion den Bau von 1,7 GW an Speicherkapazität. Davon sind bereits 300 MW baureif. Tavion hat kürzlich 76 Millionen SEK (etwa 8 Millionen US-Dollar) an Startkapital und 500 Millionen SEK (etwa 54 Millionen US-Dollar) an Fremdfinanzierung für seine Projekte erhalten. Das Unternehmen konzentriert sich auf Projekte im Bereich von 15 bis 70 MW und plant, diese selbst zu besitzen und zu betreiben. Das Team wird von Emad Zand geleitet, einem ehemaligen Präsidenten von Batteriesystemen beim europäischen Batterie-Startup Northvolt.
Auch die Niederlande erweitern ihre Speicherkapazitäten. Das EPC-Unternehmen Teos hat einen Vertrag zum Bau eines 15 MW/45 MWh BESS unterzeichnet. Der Kunde wurde auch hier nicht bekannt gegeben. Diese Projekte tragen alle dazu bei, die europäische Energieinfrastruktur zu modernisieren und unabhängiger von fossilen Brennstoffen zu machen.
- Gesamtkapazität der neuen Projekte: Über 1 GWh
- Beteiligte Länder: Finnland, Italien, Niederlande, Deutschland, Slowakei, Polen
- Wichtige Akteure: re:cap, LONGi, Teos, Flower, Goldbeck Solar, SPP, Tavion
Diese Investitionen sind ein klares Zeichen für das wachsende Engagement Europas, eine nachhaltige und stabile Energieversorgung zu gewährleisten. Die Vielfalt der Projekte, von großen Industrieparks bis hin zu kleineren, netzstützenden Systemen, zeigt die Breite der Anwendungen für Batteriespeichertechnologien.
Warum Batteriespeicher so wichtig sind
Batteriespeicher ermöglichen es, überschüssige Energie aus erneuerbaren Quellen zu speichern und bei Bedarf wieder ins Netz einzuspeisen. Dies reduziert die Abhängigkeit von fossilen Spitzenlastkraftwerken und hilft, Stromschwankungen auszugleichen. Sie sind ein zentraler Baustein der Energiewende.





