Die Republik Cabo Verde hat einen wichtigen Schritt in Richtung einer nachhaltigeren Energiezukunft gemacht. Die Africa Finance Corporation (AFC) und das öffentlich-private Partnerschaftsunternehmen Cabeolica haben kürzlich die Erweiterung eines Windparks und die Installation neuer Batteriespeichersysteme (BESS) auf vier der zehn Inseln des Archipels eingeweiht. Dies markiert einen entscheidenden Fortschritt für das Land, das seine Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen reduzieren will.
Das Projekt umfasst 13,5 MW zusätzliche Windkraftleistung und 26 MWh Batteriespeicherkapazität. Premierminister Ulisses Correia e Silva war bei der offiziellen Eröffnung anwesend, die die Entschlossenheit Kap Verdes unterstreicht, seine nationalen und internationalen Klimaziele zu erreichen. Die Initiative trägt maßgeblich dazu bei, den Anteil erneuerbarer Energien im Stromnetz des Inselstaates zu erhöhen.
Wichtige Fakten
- 13,5 MW neue Windkraftkapazität und 26 MWh Batteriespeicher wurden installiert.
- Das Projekt erhöht den Anteil erneuerbarer Energien von 20% auf 30%.
- AFC stellte 55 Millionen Euro Brückenfinanzierung bereit.
- Kap Verde strebt bis 2030 einen Anteil von 50% erneuerbarer Energien an.
- Die Batteriespeicher verbessern die Netzstabilität und reduzieren die Abregelung.
Erweiterung der Windenergieinfrastruktur
Die jüngste Erweiterung des Windparks Santiago umfasst drei neue Windturbinen mit jeweils 4,5 MW Leistung. Dies erhöht die Kapazität des Windparks auf dieser Insel erheblich. Ursprünglich hatte der Windpark Santiago eine Kapazität von 9,35 MW. Mit den neuen Turbinen wird die Gesamtleistung deutlich gesteigert.
Die Windparks auf Kap Verde wurden bereits 2011 und 2012 in Betrieb genommen. Die jetzige Erweiterung ist ein Zeichen für das Engagement des Landes, die bestehende Infrastruktur zu optimieren und auszubauen. Die Investition zielt darauf ab, die Energieversorgung sicherer und umweltfreundlicher zu gestalten.
Faktencheck Kap Verde
- Ziel 2030: 50% erneuerbare Energien
- Aktueller Anstieg: Von 20% auf 30% durch dieses Projekt
- Investition: 55 Millionen Euro von AFC
Bedeutung der Batteriespeichersysteme
Parallel zur Windparkerweiterung wurden Batteriespeichersysteme (BESS) an vier Standorten installiert. Neben Santiago erhielten auch die Windkraftanlagen auf São Vicente (5,95 MW), Sal Island (7,65 MW) und Boa Vista Island (2,55 MW) neue Speichereinheiten. Diese Systeme sind entscheidend für die Stabilität des Stromnetzes.
Die BESS-Anlagen bieten sogenannte Frequenzregelungs-Nebendienstleistungen. Das bedeutet, sie helfen, Schwankungen im Stromnetz auszugleichen, die durch die variable Einspeisung von Windenergie entstehen können. Dies reduziert die Notwendigkeit, erneuerbare Energiequellen abzuregeln, wenn zu viel Strom produziert wird.
"Die Integration von Batteriespeichersystemen ist ein Game-Changer für Inselstaaten wie Kap Verde. Sie ermöglichen eine höhere Penetration erneuerbarer Energien und verbessern gleichzeitig die Energiesicherheit."
Reduzierung der Abregelung und Energiesicherheit
Die Abregelung von variablen erneuerbaren Energien (VRE) ist ein häufiges Problem in Netzen mit hohem Anteil an Wind- oder Solarenergie. Wenn mehr Strom erzeugt wird, als das Netz aufnehmen kann, müssen Anlagen abgeschaltet werden. Die neuen Batteriespeicher helfen, diesen überschüssigen Strom zu speichern und bei Bedarf wieder abzugeben, was die Effizienz und Wirtschaftlichkeit der Windparks erhöht.
Darüber hinaus stärken die BESS-Anlagen die Energiesicherheit der Inseln. Sie können Strom liefern, wenn die Windproduktion gering ist oder bei Ausfällen anderer Kraftwerke. Dies ist besonders wichtig für abgelegene Inselregionen, die oft von teuren Dieselgeneratoren abhängig sind.
Hintergrund: Cabo Verde und Erneuerbare Energien
Cabo Verde ist ein kleiner Inselstaat im Atlantik, der stark von den Auswirkungen des Klimawandels betroffen ist. Das Land hat sich international verpflichtet, seine CO2-Emissionen zu reduzieren und den Anteil erneuerbarer Energien massiv auszubauen. Es ist Unterzeichner des Pariser Klimaabkommens.
Laut der International Renewable Energy Agency (IRENA) hat Kap Verde im Jahr 2024 lediglich 5 MW Solar-PV-Kapazität und keine neue Windkapazität hinzugefügt. Das jetzige Projekt ist daher ein wichtiger Schritt, um die ehrgeizigen Ziele zu erreichen und die Abhängigkeit von importierten fossilen Brennstoffen zu verringern.
Finanzierung und Partnerschaften
Die Africa Finance Corporation (AFC) spielt eine zentrale Rolle bei der Finanzierung dieses Projekts. Die AFC, die seit 2010 Mehrheitsinvestor in Cabeolica ist, stellte eine Brückenfinanzierung in Höhe von 55 Millionen Euro (etwa 64,09 Millionen US-Dollar) zur Verfügung. Diese finanzielle Unterstützung war entscheidend für die Realisierung der Erweiterung und der Speichersysteme.
Cabeolica selbst ist eine öffentlich-private Partnerschaft. Die Regierung von Kap Verde betreibt das Unternehmen in Zusammenarbeit mit der staatlichen Elektrizitäts- und Wassergesellschaft Electra SA und dem Beratungsunternehmen Infraco für Infrastrukturlösungen. Diese Partnerschaftsstruktur ermöglicht die effektive Umsetzung großer Infrastrukturprojekte im Land.
Das Projekt erhöht die Penetrationsrate erneuerbarer Energien auf Kap Verde von rund 20% auf 30%. Dies ist ein signifikanter Sprung und bringt das Land näher an sein Ziel von 50% erneuerbarer Energien bis 2030.
Regionale Entwicklungen
Nicht nur auf Kap Verde, sondern auch in anderen Teilen Afrikas gibt es Fortschritte im Bereich der erneuerbaren Energien. Wenige Tage zuvor wurde in Angola die erste von 46 Solar-plus-Speicher-Minigrid-Anlagen eingeweiht. Dies zeigt einen breiteren Trend in Subsahara-Afrika, in dezentrale Energielösungen zu investieren, um die Energieversorgung zu verbessern und den Zugang zu Elektrizität zu erweitern.
Diese Entwicklungen sind entscheidend für die wirtschaftliche Entwicklung und die soziale Verbesserung in vielen afrikanischen Ländern. Sie zeigen, dass nachhaltige Energielösungen auf dem gesamten Kontinent an Bedeutung gewinnen.





