Die Energiekosten sind in den letzten Jahren stark gestiegen. Viele Haushalte suchen nach Wegen, ihre Ausgaben für Heizung und Warmwasser zu reduzieren. Eine effektive Heizungsoptimierung kann hierbei eine entscheidende Rolle spielen. Schon kleine Anpassungen an der Heizungsanlage und dem eigenen Heizverhalten ermöglichen spürbare Einsparungen, ohne dabei auf Komfort verzichten zu müssen.
Wichtigste Erkenntnisse
- Thermostate richtig einstellen spart etwa 6% Heizenergie pro Grad.
- Heizungsrohre und -armaturen dämmen ist Pflicht und spart Geld.
- Ein hydraulischer Abgleich optimiert die Wärmeverteilung und senkt Kosten um ca. 5%.
- Moderne Hocheffizienzpumpen verbrauchen bis zu 90% weniger Strom.
- Intelligente Heizungsregelungen passen sich dem Bedarf an und sparen zusätzlich.
Thermostat richtig einstellen: Der erste Schritt zum Sparen
Das richtige Einstellen der Heizkörperthermostate ist eine der einfachsten und schnellsten Maßnahmen, um Heizenergie zu sparen. Jedes Grad weniger Raumtemperatur kann die Heizkosten um etwa 6 Prozent senken. Dies schont nicht nur den Geldbeutel, sondern auch das Klima.
Ein Thermostatventil regelt den Durchfluss von heißem Wasser zum Heizkörper. Es lässt nur so viel Wasser in den Heizkörper fließen, wie für die gewünschte Raumtemperatur notwendig ist. Die ideale Temperatur variiert je nach Raum und persönlichem Empfinden.
Faktencheck
- Wohnzimmer: ca. 20° Celsius (Thermostatstufe 3)
- Schlafzimmer: ca. 16-18° Celsius (Thermostatstufe 2)
- Unbeheizte Räume: Nicht unter 16° Celsius, um Schimmelbildung zu vermeiden.
Es ist ein weit verbreiteter Irrtum, dass Räume schneller warm werden, wenn man das Thermostat auf die höchste Stufe (Stufe 5, etwa 28° Celsius) dreht. Dies führt lediglich zu einem höheren Energieverbrauch und überhitzt den Raum unnötig. Drehen Sie das Thermostat herunter, wenn Sie lüften, nicht zu Hause sind oder nachts schlafen. Achten Sie jedoch darauf, die Temperatur nicht unter 16° Celsius fallen zu lassen, um Feuchtigkeit und Schimmel an den Wänden vorzubeugen.
Heizungsrohre dämmen: Eine Pflicht, die sich auszahlt
Die Dämmung von Heizungsrohren und -armaturen in unbeheizten Räumen ist nicht nur eine gesetzliche Vorgabe gemäß dem Gebäudeenergiegesetz (GEG), sondern auch eine lohnende Investition. Pro Meter gedämmtem Rohr können Sie jährlich mehrere Euro sparen, da so keine Wärme auf dem Weg vom Heizkessel zu den Heizkörpern verloren geht.
Die Rohrisolierung lässt sich oft selbst durchführen. Materialien wie Rohrisolierungen aus Kunststoff, Dämmschalen und Kleber sind günstig im Baumarkt erhältlich. Die Materialkosten belaufen sich auf etwa 5 bis 10 Euro pro Meter. Die vorgeschriebene Dämmstärke muss dabei mindestens dem Rohrdurchmesser entsprechen.
Hintergrundinformation
Das Gebäudeenergiegesetz (GEG) schreibt die lückenlose Dämmung von Heizungsrohren, Leitungen und Armaturen in unbeheizten Räumen vor. Dies gilt für alle zugänglichen Rohrleitungen, die Wärme für Heizung, warmes Trinkwasser und die Trinkwasserzirkulation transportieren, beispielsweise im Keller.
Es ist ineffizient, die Rohre nicht zu dämmen, um beispielsweise Wäsche im Keller zu trocknen. Dies verschwendet Energie und Geld. Zudem ist die Luft im Winter ohnehin oft trocken, was das Wäschetrocknen beschleunigt.
Hydraulischer Abgleich: Gleichmäßige Wärme, weniger Kosten
Werden Ihre Heizkörper unterschiedlich warm? Das kann ein Zeichen dafür sein, dass die einzelnen Bestandteile Ihrer Heizungsanlage – Heizungspumpe, Leitungen und Heizkörper – nicht optimal aufeinander abgestimmt sind. Oft zirkuliert zu viel Wasser durch manche Heizkörper, während andere zu wenig erhalten. Dies führt zu Ineffizienz, unnötigem Wärmeverlust und einem erhöhten Stromverbrauch der Umwälzpumpe.
Ein hydraulischer Abgleich optimiert die Wassermenge in den Rohrleitungen und Heizkörpern. Dadurch werden alle Räume gleichmäßig beheizt. Laut Experten kann ein hydraulischer Abgleich jährliche Einsparungen von etwa 5 Prozent der Heizkosten ermöglichen.
„Ein hydraulischer Abgleich ist grundsätzlich bei allen Gebäuden sinnvoll, unabhängig vom Baualter. Besonders empfehlenswert ist er bei Wärmepumpen und Brennwertkesseln“, so ein Heizungsfachmann.
Der hydraulische Abgleich sollte von einem erfahrenen Fachbetrieb durchgeführt werden, um die bestmöglichen Ergebnisse zu erzielen.
Heizungsregelung anpassen: Intelligenz spart Energie
Eine nicht optimal eingestellte Heizungsregelung kann zu höheren Heizkosten oder unzureichenden Raumtemperaturen führen. Eine korrekt eingestellte Regelung passt die Wärmeerzeugung und -verteilung automatisch an den tatsächlichen Bedarf an. So wird der Energieträger – sei es Gas oder Holzpellets – möglichst effizient genutzt. Richtig eingestellt lassen sich hierdurch rund 5 Prozent der Heizkosten einsparen.
Vorlauftemperatur optimal einstellen
Die Vorlauftemperatur der Heizungsanlage sollte an die Umgebungstemperatur angepasst werden. Dies geschieht entweder witterungsgeführt (abhängig von der Außentemperatur) oder raumtemperaturgeführt. Bei der witterungsgeführten Regelung informiert ein Außentemperatursensor die Heizungssteuerung. Je kälter es draußen ist, desto höher ist die Vorlauftemperatur.
Ein Fachbetrieb kann die sogenannte Heizkurve für jedes Gebäude individuell einstellen. Ziel ist es, die gewünschten Raumtemperaturen bei minimalem Energieverbrauch zu erreichen. Die Vorlauftemperaturen sollten dabei so niedrig wie möglich eingestellt sein, dass die Räume bei voll geöffneten Thermostatventilen (meist Stufe 5) noch ausreichend warm werden.
Moderne Regelungen und Zeitprogramme
Moderne Heizungsregelungen lassen sich oft mit dem Internet verbinden. Wetterprognosetools können dann im Voraus über kommende Temperaturen informieren, was eine noch schnellere Reaktion auf Temperaturschwankungen und weitere Energieeinsparungen ermöglicht. Auch Wärmepumpen profitieren von niedrigen Vorlauftemperaturen und intelligenten Regelungen, die beispielsweise Wetterprognosen und variable Stromtarife berücksichtigen können.
Über Zeitprogramme, auch Zeitschaltuhren genannt, können Sie die Heizung je nach Tageszeit oder persönlichem Bedarf auf Nachtabsenkung oder Nachtabschaltung stellen. Bei der Nachtabsenkung laufen Kessel und Pumpe mit niedriger Temperatur weiter, bei der Nachtabschaltung bleiben sie ganz aus. Selbstlernende Regelungen passen sich sogar an schwankende Außentemperaturen an und starten die Absenkung oder Aufheizung automatisch zur richtigen Zeit.
Zusätzlich bieten viele moderne Systeme die Möglichkeit, die Heizung über Smartphone oder Tablet zu steuern. Dies ermöglicht die Temperaturregelung von unterwegs, spart Energiekosten und erhöht den Komfort, da die Wohnung beim Heimkommen bereits warm ist.
Heizungspumpe tauschen: Stromverbrauch drastisch senken
Die Heizungspumpe, oft als „Herz der Heizung“ bezeichnet, hält den Kreislauf des erwärmten Wassers zwischen Kessel und Heizkörpern in Gang. Alte Pumpen sind oft wahre Stromfresser. Sie laufen jährlich etwa 6.000 Stunden, hauptsächlich im Winter, und können rund 10 Prozent des durchschnittlichen Stromverbrauchs eines Haushalts ausmachen.
Der Austausch einer alten Heizungspumpe gegen eine moderne Hocheffizienzpumpe ist meist die wirtschaftlichste Lösung. Hocheffizienzpumpen verbrauchen bis zu 90 Prozent weniger Strom. Während ältere Modelle 80 bis 100 Watt oder mehr benötigen, kommen moderne Pumpen mit 15 Watt oder weniger aus. Sie passen ihre Drehzahl an den tatsächlichen Bedarf an, während alte Pumpen stets mit voller Leistung laufen.
Einsparpotenzial
Eine moderne Hocheffizienzpumpe kann jährlich bis zu 120 Euro an Stromkosten sparen.
Für die Effizienz von Heizungspumpen ist der „Energie-Effizienz-Index“ (EEI) maßgeblich. Je kleiner der EEI, desto geringer ist der Stromverbrauch. Für neue Pumpen ist ein maximaler EEI von 0,23 zulässig; sehr sparsame Modelle erreichen sogar Werte unter 0,20.
Warmwasser: Betriebszeiten klug einschränken
Wenn Ihre Heizungsanlage auch das Warmwasser zentral bereitstellt, überwacht die Regelung mit einer sogenannten „Vorrangschaltung“ die Erwärmung des Wassers im Trinkwasserspeicher. Es ist ratsam, den Warmwasserbetrieb möglichst nur einmal täglich aufzuheizen. Eine Speichertemperatur von 60° Celsius ist hierfür in der Regel ausreichend.
In vielen Gebäuden ist zusätzlich eine Zirkulationspumpe für das warme Wasser in Küche und Bad installiert. Diese Pumpe sorgt dafür, dass warmes Wasser schnell an den Zapfstellen verfügbar ist. Oft läuft diese Pumpe jedoch rund um die Uhr, was unnötig Energie verbraucht. Klären Sie mit Ihrem Heizungsfachbetrieb, ob ein Dauerbetrieb wirklich erforderlich ist. In kleinen Warmwassersystemen, wie in Ein- oder Zweifamilienhäusern, lassen sich die Betriebszeiten der Zirkulationspumpe oft anpassen und so weitere Kosten einsparen.
Die meiste Zeit des Jahres benötigen Sie nachts weder Heizung noch warmes Wasser. Eine intelligente Steuerung der Warmwasserbereitung kann hier erheblich zur Energieeffizienz beitragen.





