Der chinesische Hersteller Sungrow errichtet seine erste Produktionsstätte für PV-Wechselrichter und Batteriespeicher außerhalb Asiens. Das neue Werk entsteht in Wałbrzych, Niederschlesien, im Südwesten Polens. Mit einer Investition von 230 Millionen Euro soll die Anlage innerhalb der nächsten zwölf Monate den Betrieb aufnehmen.
Wichtige Fakten
- Sungrow investiert 230 Millionen Euro in neues Werk in Polen.
- Die Anlage wird PV-Wechselrichter und Batteriespeicher produzieren.
- Jährliche Kapazität von bis zu 20 GW (Wechselrichter) und 12,5 GWh (Batteriespeicher).
- Werk soll innerhalb der nächsten 12 Monate in Betrieb gehen.
- Polen wurde wegen der qualifizierten Arbeitskräfte ausgewählt.
Strategischer Schritt nach Europa
Sungrow, ein führender Anbieter von Wechselrichtern und Energiespeichersystemen, erweitert seine globale Präsenz erheblich. Die Entscheidung für Polen markiert einen wichtigen Meilenstein für das Unternehmen. Bisher konzentrierte sich die Produktion auf asiatische Standorte.
Das neue Werk in Wałbrzych, Niederschlesien, wird eine Fläche von 65.400 Quadratmetern umfassen. Es ist speziell für die Fertigung von Solar-PV-Wechselrichtern und Batteriespeichersystemen (BESS) konzipiert. Dies stärkt die Lieferketten in Europa und reduziert die Abhängigkeit von asiatischen Produktionsstätten.
Faktencheck
- Investitionssumme: 230 Millionen Euro (rund 271 Millionen US-Dollar)
- Standort: Wałbrzych, Niederschlesien, Polen
- Gesamtfläche: 65.400 Quadratmeter
- Produktionsstart: Innerhalb der nächsten 12 Monate geplant
Hohe Produktionskapazitäten
Die geplante Produktionskapazität des Werks ist beeindruckend. Es soll jährlich bis zu 20 Gigawatt (GW) an Solar-PV-Wechselrichtern und 12,5 Gigawattstunden (GWh) an Batteriespeichersystemen herstellen können. Diese Zahlen unterstreichen die Ambitionen von Sungrow im europäischen Markt für erneuerbare Energien.
Die Integration von Wechselrichtern in Batteriespeicherprodukte wie die PowerTitan 2.0 und 3.0 BESS von Sungrow, sogenannte AC-Blöcke, ist ein Kernelement der Strategie. Das neue Werk wird diese fortschrittlichen Systeme ebenfalls produzieren, um die steigende Nachfrage nach integrierten Energielösungen zu bedienen.
Shawn Shi, Präsident von Sungrow Europe, erklärte: „Die Geschichte Niederschlesiens mit ihrer qualifizierten technischen Expertise in Elektronik, Automation und fortschrittlicher Fertigung machte sie zum idealen Standort für unsere neue Fabrik. Wir beabsichtigen, vor Ort Personal einzustellen, um diese Expertise zu nutzen, da wir unser Engagement leben, gemeinsam mit den Gemeinden zu wachsen, denen wir dienen.“
Polen als attraktiver Standort
Die Wahl Polens als Standort ist kein Zufall. Die Region Niederschlesien bietet eine gut entwickelte Infrastruktur und Zugang zu einem Pool an qualifizierten Arbeitskräften. Insbesondere die Expertise in den Bereichen Elektronik, Automatisierung und fortschrittliche Fertigung war für Sungrow entscheidend.
Durch die lokale Einstellung von Mitarbeitern möchte Sungrow nicht nur die regionale Wirtschaft stärken, sondern auch von vorhandenem Fachwissen profitieren. Dies ist ein wichtiger Aspekt der Unternehmensphilosophie, die auf nachhaltiges Wachstum und Zusammenarbeit mit lokalen Gemeinschaften setzt.
Hintergrund: Sungrow weltweit
Sungrow betreibt derzeit drei weitere große Produktionsstätten, alle in Asien:
- Hefei, China
- Bengaluru, Indien
- Chonburi, Thailand
Das neue Werk in Polen ist das erste außerhalb des asiatischen Kontinents und signalisiert eine klare Ausrichtung auf den europäischen Markt.
Auswirkungen auf den europäischen Markt
Die Eröffnung des Sungrow-Werks in Polen wird voraussichtlich erhebliche Auswirkungen auf den europäischen Markt für erneuerbare Energien haben. Die lokale Produktion von Schlüsselkomponenten wie Wechselrichtern und Batteriespeichern kann die Lieferzeiten verkürzen und die Kosten senken. Dies fördert die Energiewende in Europa.
Europa strebt eine größere Unabhängigkeit bei der Produktion von Komponenten für erneuerbare Energien an. Das neue Werk von Sungrow trägt dazu bei, diese Ziele zu erreichen. Es stärkt die europäische Wertschöpfungskette und schafft neue Arbeitsplätze in der Region.
Die zunehmende Nachfrage nach Energiespeichersystemen, insbesondere in Verbindung mit Photovoltaikanlagen, macht solche Investitionen notwendig. Sungrow positioniert sich damit als wichtiger Akteur im europäischen Markt und reagiert auf die politischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen, die eine stärkere Lokalisierung der Produktion fördern.
Zukunftsaussichten und Nachhaltigkeit
Die Investition in Polen zeigt das langfristige Engagement von Sungrow für den europäischen Markt. Es ist ein Schritt, der nicht nur wirtschaftliche Vorteile bringt, sondern auch die Nachhaltigkeitsziele des Unternehmens unterstützt. Eine dezentralere Produktion kann den CO2-Fußabdruck durch kürzere Transportwege reduzieren.
Die Produktion von modernen Batteriespeichersystemen ist zudem entscheidend für die Stabilität der Stromnetze. Sie ermöglicht die Speicherung überschüssiger erneuerbarer Energie und deren Abgabe bei Bedarf. Dies ist ein Schlüsselelement für eine erfolgreiche Energiewende und die Integration von mehr Solar- und Windenergie ins Netz.
Mit diesem strategischen Schritt festigt Sungrow seine Position als globaler Marktführer und trägt aktiv zur Gestaltung einer nachhaltigeren Energiezukunft in Europa bei.





