Das Land- und Umweltgericht von New South Wales, Australien, hat einen Einspruch gegen das 1,6 GWh Advanced Compressed Air Energy Storage (A-CAES)-Projekt von Hydrostor bestätigt. Die Entscheidung bedeutet, dass das Projekt zwar fortgesetzt werden kann, jedoch unter strengeren Bedingungen bezüglich Lärm- und Lichtemissionen. Dies betrifft insbesondere den lokalen Tourismusbetreiber Outback Astronomy, der Bedenken geäußert hatte.
Wichtige Erkenntnisse
- Gericht bestätigt Einspruch von Outback Astronomy gegen Hydrostor-Projekt.
- Projekt muss Lärm- und Lichtemissionen überwachen und melden.
- Hydrostor muss Outback Astronomy in wichtigen Phasen konsultieren.
- Das A-CAES-Projekt in Broken Hill ist ein staatlich bedeutsames Vorhaben.
Details zur Gerichtsentscheidung und den Auflagen
Die Entscheidung des Land- und Umweltgerichts vom 25. März betrifft das Silver City Energy Storage System von Hydrostor, eine 200 MW/1.600 MWh (8 Stunden Dauer) Anlage. Das Gericht gab dem Einspruch von Outback Astronomy statt, einem lokalen Tourismusunternehmen, das sich auf Sternenbeobachtung spezialisiert hat. Die Eigentümer, Travis und Linda Nadge, betonten, dass ihr Geschäft einzigartig von natürlicher Dunkelheit und Stille abhängt.
Das Gericht hat die ursprünglichen Genehmigungsbedingungen geändert. Hydrostor muss nun in jeder wichtigen Phase des Projekts Outback Astronomy konsultieren. Zudem ist eine Überwachung der Lärm- und Lichtemissionen auf dem Grundstück des Tourismusunternehmens während der Bauphase vorgeschrieben. Die gesammelten Daten müssen direkt an Outback Astronomy gemeldet werden.
Wichtige Zahlen zum Projekt
- Kapazität: 200 MW / 1.600 MWh
- Dauer: 8 Stunden
- Gesamtkosten: Geschätzte 652,26 Millionen AU$
- Förderung ARENA: 45 Millionen AU$
- Investition Goldman Sachs: 200 Millionen US$ (Anfang 2025) nach 250 Millionen US$ (2022)
Auswirkungen auf den Bau und Betrieb
Hydrostor ist verpflichtet, Outback Astronomy im Voraus über Aktivitäten mit hoher Auswirkung zu informieren. Die Beleuchtung der Anlage muss gemäß australischen Standards entworfen und betrieben werden. Die Einhaltung dieser Standards muss über die gesamte Lebensdauer des Projekts nachgewiesen werden. Diese strengen Auflagen sollen sicherstellen, dass die empfindliche Umgebung und die Geschäftstätigkeit von Outback Astronomy nicht beeinträchtigt werden.
Das Projekt selbst wird nicht gestoppt. Es handelt sich um eine Anpassung der Bedingungen, unter denen die Entwicklung fortgesetzt werden kann. Dies unterstreicht die Bedeutung des Schutzes lokaler Interessen, auch bei großen Infrastrukturprojekten. Die A-CAES-Technologie von Hydrostor wird als effizienter und umweltfreundlicher als herkömmliche Druckluftspeicher beworben, da sie keine Emissionen verursacht und weniger abhängig von spezifischen Topographien ist als Pumpspeicherkraftwerke.
„Unser Geschäft ist einzigartig auf natürliche Dunkelheit und Stille angewiesen“, erklärten Travis und Linda Nadge von Outback Astronomy in einem Blog-Beitrag nach der Gerichtsentscheidung.
Das Silver City Projekt im Detail
Das Silver City Energy Storage System wird auf einem bestehenden Bergbaugelände in der historischen Bergbauregion Broken Hill errichtet. Die Regierung von New South Wales hat das Projekt als ein staatlich bedeutsames Vorhaben eingestuft. Dies unterstreicht die strategische Wichtigkeit des Projekts für die Energiesicherheit und den Übergang zu erneuerbaren Energien in der Region.
Das Projekt erhielt eine Förderung von 45 Millionen AU$ von der Australian Renewable Energy Agency (ARENA). Diese Mittel sollen die A-CAES-Technologie als emissionsfreie Speicherlösung demonstrieren. Die Gesamtkosten des Projekts werden auf 652,26 Millionen AU$ geschätzt. Die Technologie bietet Vorteile gegenüber Pumpspeicherkraftwerken, da sie nicht die gleichen Anforderungen an Land und Topographie stellt.
Hintergrund der A-CAES-Technologie
Advanced Compressed Air Energy Storage (A-CAES) ist eine Methode zur Energiespeicherung, bei der Luft komprimiert und in unterirdischen Kavernen gespeichert wird. Bei Bedarf wird die komprimierte Luft freigesetzt, um Turbinen anzutreiben und Strom zu erzeugen. Hydrostor behauptet, seine proprietäre A-CAES-Technologie sei effizienter und umweltfreundlicher als konventionelle Druckluftspeicher.
Finanzierung und weitere Projekte von Hydrostor
Hydrostor konnte sich Anfang 2025 eine Investitionszusage von 200 Millionen US-Dollar von Investoren, darunter Goldman Sachs Alternatives, sichern. Zuvor hatte Goldman Sachs bereits 2022 eine Zusage über 250 Millionen US-Dollar für Investitionen in Hydrostor gegeben. Im September 2025 erhielt das Unternehmen weitere 55 Millionen US-Dollar von Export Development Canada (EDC) für das Silver City Projekt.
Das kanadische Unternehmen erhielt bereits im Februar 2025 die Entwicklungsgenehmigung für Silver City. Es hat auch einen Netzanschlussvertrag mit dem Übertragungsnetzbetreiber Transgrid und einen langfristigen Servicevertrag (LTSA) mit AEMO Services für die Anlage in New South Wales abgeschlossen. Hydrostor entwickelt zudem ein 4 GWh A-CAES-Projekt in Kalifornien, USA, und ein weiteres Projekt ähnlicher Größenordnung in Ontario, Kanada. Dies zeigt das globale Engagement des Unternehmens im Bereich der Energiespeichertechnologien.
Die gerichtliche Entscheidung in Australien setzt einen Präzedenzfall für die Abwägung zwischen großen Infrastrukturprojekten und dem Schutz lokaler, oft sensibler Geschäftsmodelle. Sie zeigt, dass Umwelt- und Lärmschutzauflagen auch bei staatlich bedeutsamen Projekten durchgesetzt werden können und müssen.





