In den französischen Überseegebieten schreitet der Ausbau erneuerbarer Energien mit großen Schritten voran. Unternehmen wie Akuo Energy und Voltalia realisieren wichtige Projekte, die die Energieversorgung dekarbonisieren und die Netze stabilisieren sollen. Diese Initiativen sind entscheidend für die Erreichung ehrgeiziger Klimaziele in Regionen wie Neukaledonien und Französisch-Guayana.
Wichtige Punkte
- Akuo Energy baut ein 50MW/200MWh Batteriespeichersystem in Neukaledonien.
- Voltalia errichtet ein Solar-Plus-Speicher-Projekt in Französisch-Guayana mit 43MW Solar und 43MW/135MWh Speicher.
- Beide Projekte zielen auf die Reduzierung von Treibhausgasemissionen und die Stabilisierung der lokalen Stromnetze ab.
- Neukaledonien strebt bis 2035 eine Reduzierung der Treibhausgasemissionen um 75% an.
- Lokale Gemeinschaften sind an der Finanzierung und den Vorteilen der Projekte beteiligt.
Neukaledonien: Großes Batteriespeichersystem für die Insel
Akuo Energy, ein französischer Produzent erneuerbarer Energien, hat mit dem Bau eines großen Batteriespeichersystems (BESS) in Neukaledonien begonnen. Das Projekt umfasst 50 Megawatt (MW) Leistung und eine Speicherkapazität von 200 Megawattstunden (MWh). Es soll eine nutzbare Kapazität von 150 MWh über drei Stunden liefern.
Der Vertrag mit der neukaledonischen Regierung, vertreten durch das Stromnetzunternehmen Enercal, läuft über zwölf Jahre. Das System wird in der Gemeinde Boulouparis in der Südprovinz der Hauptinsel errichtet. Es dient der Frequenzregelung und Spannungsstabilisierung. Ausgestattet mit fortschrittlichen Wechselrichtern kann es das Netz im Falle eines Ausfalls sogar neu starten (Black Start-Fähigkeit).
Faktencheck
- Investitionssumme: Rund 9 Milliarden CFP (ca. 82 Millionen US-Dollar).
- Vertragslaufzeit: 12 Jahre mit Enercal.
- Leistung: 50 MW.
- Speicherkapazität: 200 MWh (150 MWh nutzbar).
Ambitionierte Klimaziele und Finanzierung
Neukaledonien verfolgt ehrgeizige Klimaziele. Bis 2035 sollen die Treibhausgasemissionen um 75% reduziert werden. Ein weiteres Ziel ist die Dekarbonisierung des lokalen Nickelbergbaus. Mindestens die Hälfte des fossilen Brennstoffs, der in metallurgischen Anlagen verwendet wird, soll bis dahin durch erneuerbare Energien ersetzt werden.
Akuo wurde im August 2023 mit dem Projekt beauftragt, nachdem die neukaledonische Agentur für Bergbau und Energie ein Jahr zuvor Projektvorschläge eingeholt hatte. Die Finanzierung erfolgte über eine öffentlich-private Partnerschaft (ÖPP). Beteiligt sind die neukaledonische Tochtergesellschaft der Pariser Bank Caisse d’Epargne Ile-de-France, die französische Entwicklungsfinanzierungsinstitution L’Agence Française de Développement (AFD), die lokale Banque Calédonienne d’Investissement (BCI) und die französische öffentliche Investitionsbank BPI France.
„Die Entwicklung und Finanzierung dieses Projekts erfolgte in einem manchmal komplexen politischen Kontext im pazifischen Inselterritorium“, erklärte Bruno Bensasson, CEO der Akuo Group.
Trotz der politischen Unruhen im Mai 2024, die durch vorgeschlagene Wahlrechtsreformen ausgelöst wurden, konnte das Projekt vorangetrieben werden. Auch lokale indigene Gemeinschaften von drei Stämmen, die die Wiwa- und Wije-Völker repräsentieren, sind an dem Projekt beteiligt. Es profitiert zudem von Steuerbefreiungen nach neukaledonischen und französischen Mechanismen.
Hintergrund: Akuo Energy in der Region
Akuo Energy ist kein Unbekannter in der Region. Bereits 2022 realisierte das Unternehmen die größten BESS-Projekte auf Tonga und Martinique. In Neukaledonien hat Akuo bereits drei Solaranlagen gebaut, darunter eine 6 MWp-Anlage, die durch ein 3 MW/3 MWh BESS unterstützt wird.
Französisch-Guayana: Solar-Plus-Speicher für stabile Netze
Auf der anderen Seite der Welt, in Französisch-Guayana an der Nordostküste Südamerikas, hat Voltalia mit den Vorbereitungen für ein weiteres wichtiges Solar-Plus-Speicher-Projekt begonnen. Das an der Euronext gelistete Unternehmen plant eine Kombination aus 43 MW Solar-Photovoltaik und einem Batteriespeicher mit 43 MW Leistung und 135 MWh Kapazität.
Zusätzlich wird das System über 7 MW Biokraftstoff-Generator-Backup verfügen. Diese Generatoren sollen laut Voltalia „ausschließlich in extremen Notsituationen zur Unterstützung des Netzes“ eingesetzt werden. Der Standort Sainte-Anne im Westen Französisch-Guayanas wurde strategisch wegen seiner Nähe zum Umspannwerk Carrefour Margot des Energieversorgers EDF gewählt, von wo aus die Anbindung an das Stromnetz erfolgt.
Planung und Inbetriebnahme
Die Vorbereitungsarbeiten vor Ort begannen bereits im Juni, die offizielle Ankündigung erfolgte diese Woche. Voltalia erwartet die Inbetriebnahme des Projekts im Jahr 2028. Das Unternehmen hat bereits 2023 eine 5 MW/10,6 MWh BESS-Anlage und eine 5 MW Solaranlage in Französisch-Guayana in Betrieb genommen. Dadurch wurde die Stromerzeugungskapazität einer bestehenden Anlage für erneuerbare Energien auf 19 MW und die Speicherkapazität auf 27 MWh erweitert.
- Projektart: Solar-Photovoltaik mit Batteriespeicher und Biokraftstoff-Backup.
- Solarleistung: 43 MW.
- Speicherleistung: 43 MW.
- Speicherkapazität: 135 MWh.
- Backup: 7 MW Biokraftstoff-Generatoren.
- Inbetriebnahme: Erwartet 2028.
Diese Projekte in Neukaledonien und Französisch-Guayana unterstreichen das Engagement Frankreichs und seiner Überseegebiete für eine nachhaltige Energiezukunft. Sie sind nicht nur technologisch fortschrittlich, sondern integrieren auch lokale Gemeinschaften und tragen zur Erreichung globaler Klimaziele bei.
Die Investitionen in Batteriespeicher und erneuerbare Energien sind entscheidend, um die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen zu verringern und die Stabilität der lokalen Stromnetze zu gewährleisten. Dies ist besonders wichtig in Inselregionen, die oft anfälliger für Energieversorgungsengpässe sind.





