In der chilenischen Atacama-Wüste hat der Bau eines umfangreichen Energieprojekts begonnen. Das Gemeinschaftsunternehmen Generadora Metropolitano, eine Kooperation zwischen EDF und AME, errichtet dort die Anlage Dune Plus. Diese soll künftig mit einer Speicherkapazität von 2 GWh und einer Solarstromproduktion von 509 MW die Energieversorgung Chiles stärken und den Bergbausektor mit grünem Strom versorgen.
Wichtige Fakten
- Baubeginn des Dune Plus Projekts in der Atacama-Wüste.
- Gesamtspeicherkapazität: 2036 MWh, Solarleistung: 509 MW.
- 15-jähriger Stromabnahmevertrag mit dem Bergbauunternehmen Codelco.
- Finanzierung durch internationale Banken gesichert.
- Chile will bis 2030 vollständig auf erneuerbare Energien umstellen.
Ein Meilenstein für Chiles Energiewende
Das Dune Plus Projekt ist ein wichtiger Schritt für Chile auf dem Weg zu einer vollständig erneuerbaren Energieversorgung. Es kombiniert Photovoltaik-Anlagen mit großen Batteriespeichern, um die schwankende Solarstromerzeugung auszugleichen. Die Region Antofagasta, in der das Projekt entsteht, ist bekannt für ihre extrem hohe Sonneneinstrahlung. Dies macht sie zu einem idealen Standort für Solarenergieprojekte weltweit.
Das Projekt umfasst zwei Anlagen mit einer Gesamtfläche von 186 Hektar. Die installierte Solarleistung beträgt 509 MW, ergänzt durch eine Batteriespeicherkapazität von 2036 MWh. Um die Energie effizient zu verteilen, werden 150 Transformatoren auf dem Gelände installiert. Diese Infrastruktur ist entscheidend, um die erzeugte Energie stabil ins Netz einzuspeisen.
Zahlen und Fakten
- Speicherkapazität: 2036 MWh
- Solarleistung: 509 MW
- Standort: María Elena, Antofagasta, Atacama-Wüste
- Fläche: 186 Hektar
- Transformatoren: 150
Langfristige Partnerschaft mit Codelco
Ein zentraler Bestandteil des Dune Plus Projekts ist der 15-jährige Stromabnahmevertrag (PPA) mit dem chilenischen Bergbauunternehmen Codelco. Dieser Vertrag, der im April bekannt gegeben wurde, sichert Codelco ab Januar 2026 die jährliche Lieferung von 1.000 GWh erneuerbarer Energie zu. Diese Energiemenge wird für den Betrieb der Bergbauanlagen von Codelco benötigt.
Codelco hat in den letzten zwei Jahren Verträge über mehr als 3.000 GWh pro Jahr für erneuerbare Energien abgeschlossen. Das Unternehmen verfolgt das ehrgeizige Ziel, bis 2030 zu 100 % mit Strom aus erneuerbaren Quellen versorgt zu werden. Die Partnerschaft mit Generadora Metropolitano ist ein großer Schritt, um dieses Ziel zu erreichen und die Nachhaltigkeit im Bergbausektor zu fördern.
„Die Atacama-Wüste bietet einige der höchsten jährlichen Sonneneinstrahlungswerte der Welt, was sie zu einem erstklassigen Standort für die Entwicklung von Solaranlagen macht.“
Finanzierung und Projektpartner
Die Finanzierung für das Dune Plus Projekt wurde durch ein Konsortium internationaler Banken gesichert. Dazu gehören BNP Paribas Securities, Credit Agricole Corporate and Investment Bank, MUFG, Societe Generale und Sumitomo Mitsui Banking. Diese Banken stellen die Mittel im Rahmen einer Non-Recourse-Projektfinanzierungsstruktur bereit. Zusätzlich gewährte die Banco de Crédito e Inversiones einen Kredit für die Mehrwertsteuer.
Generadora Metropolitano wurde 2018 gegründet. Damals erwarb das Unternehmen vier Notstromaggregate von AES Gener. Seitdem wurden zwei der ursprünglich dieselbetriebenen Kraftwerke stillgelegt. Das Unternehmen konzentriert sich nun vollständig auf kohlenstoffarme Technologien und hat bereits vier Photovoltaikanlagen mit einer Gesamtleistung von 1.030 MW in Chile entwickelt. Dune Plus markiert nun die ersten Batteriespeicherprojekte für das Joint Venture.
Hintergrund: Chiles Energiestrategie
Chile hat sich zu einem Vorreiter bei der Einführung von Solartechnologien in Lateinamerika entwickelt. Die schnelle Integration von Energiespeichertechnologien ist darauf zurückzuführen, dass die Solarstromerzeugung das Netz an seine Grenzen bringt. Im Jahr 2024 wurden 2,2 TWh neue Solar-PV-Leistung in das nationale Netz eingespeist, gleichzeitig stieg die Abregelung von Solarstrom um 2,7 TWh. Energiespeicher sind hier entscheidend, um diese Überschüsse zu speichern und bei Bedarf abzugeben.
Chiles ehrgeizige Speicherziele
Die Einführung von Energiespeichertechnologien in Chile schreitet so schnell voran, dass das Land seine eigenen Ziele übertreffen wird. Der ehemalige Energieminister Diego Pardow Lorenzo erklärte auf dem Energy Storage Summit Latin America 2025, dass Chile sein Ziel von 2 GW Batteriespeicherleistung bis 2030 bereits im kommenden Jahr erreichen wird. Das langfristige Ziel von 6 GW bis 2050 soll sogar schon bis 2027 erreicht werden.
Diese Entwicklung unterstreicht Chiles Engagement für eine nachhaltige Energiezukunft. Die Atacama-Wüste, reich an Bodenschätzen wie Kupfer und Lithium, ist nicht nur eine wichtige Bergbauregion, sondern auch ein Schlüsselstandort für die Energiewende. Die Kombination aus Bergbau und erneuerbaren Energien zeigt das Potenzial für eine grüne Industrialisierung des Landes.
- Chile übertrifft 2GW BESS-Ziel bis 2025 (ursprünglich 2030).
- Chile übertrifft 6GW BESS-Ziel bis 2027 (ursprünglich 2050).
- Derzeitige Abregelung von Solarstrom bei 2,7 TWh im Jahr 2024.
Die Investitionen in Projekte wie Dune Plus sind entscheidend, um die Netzstabilität zu gewährleisten und die Integration erneuerbarer Energien zu maximieren. Sie ermöglichen es, den tagsüber erzeugten Solarstrom zu speichern und in den Abendstunden oder bei geringerer Sonneneinstrahlung zu nutzen. Dies ist essenziell für die Zuverlässigkeit der Stromversorgung in einem Land, das stark auf erneuerbare Quellen setzt.





