Singapur macht einen wichtigen Schritt in Richtung Energiewende. Auf Jurong Island entsteht ein neues Gaskraftwerk mit integriertem Batteriespeicher. Dieses Projekt, das von PacificLight initiiert wurde, soll die Energieversorgung des Stadtstaates sichern und gleichzeitig den Weg für sauberere Energie ebnen.
Wichtige Erkenntnisse
- PacificLight baut ein 670-MW-Gaskraftwerk auf Jurong Island.
- Das Kraftwerk wird über ein integriertes Batteriespeichersystem verfügen.
- Die M701 JAC Gasturbine von Mitsubishi Power ist wasserstofffähig.
- Das Projekt soll 2029 in Betrieb gehen und die Netzstabilität verbessern.
- Singapur strebt bis 2050 Netto-Null-Emissionen an.
Ein Meilenstein für Singapurs Energieversorgung
Der Energieerzeuger PacificLight hat ein Konsortium unter der Führung von Mitsubishi Power Asia-Pacific und Jurong Engineering mit dem Bau eines neuen 670-Megawatt-Gaskraftwerks beauftragt. Dieses Kraftwerk auf Jurong Island wird das erste seiner Art in Singapur sein, das eine Gas-und-Dampf-Kombianlage (CCGT) mit einem Batteriespeichersystem (BESS) verbindet.
Die Integration eines Batteriespeichers ist entscheidend. Sie ermöglicht eine flexiblere und stabilere Stromversorgung. Das Projekt soll die Widerstandsfähigkeit des Stromnetzes in Singapur erheblich verbessern.
Faktencheck
- Leistung: 670 Megawatt (MW)
- Technologie: Gas-und-Dampf-Kombianlage (CCGT) mit Batteriespeicher (BESS)
- Turbine: Mitsubishi Power M701 JAC
- Inbetriebnahme: Geplant für 2029
- Standort: Jurong Island, Singapur
Wasserstoff als Zukunftslösung
Ein zentraler Aspekt des neuen Kraftwerks ist seine Wasserstofffähigkeit. Mitsubishi Power Asia-Pacific liefert die M701 JAC Gasturbine. Diese Turbine kann sofort mit 30 % Wasserstoff befeuert werden.
Das Unternehmen gibt an, dass die Turbine zukünftig vollständig mit Wasserstoff betrieben werden kann. Dies ist ein wichtiger Schritt zur Dekarbonisierung. Die Turbine erreicht zudem einen kombinierten Wirkungsgrad von über 64 %.
„Dieses Projekt ist ein bedeutender Sprung in PacificLights Dekarbonisierungsreise und unserem Engagement, Singapur mit saubererer, widerstandsfähigerer Energie zu versorgen“, sagte Yu Tat Ming, CEO von PacificLight Power (PLP). „Durch Investitionen in groß angelegte Energiespeicher und wasserstofffähige Technologie machen wir unsere Infrastruktur zukunftssicher, um den zukünftigen Energiebedarf zu decken.“
Details zum Batteriespeicher
Die genaue Größe und Kapazität des Batteriespeichersystems sind noch nicht finalisiert. PacificLight wird das BESS direkt von einem separaten Anbieter beziehen. Die Planung und Entwicklung des BESS-Systems laufen noch.
Das Unternehmen betont, dass das Batteriesystem eine „hochmoderne Lösung“ sein wird. Es soll Singapurs Energiewende unterstützen und die Netzzuverlässigkeit erhöhen.
Hintergrund: Singapurs Energieziele
Singapur strebt an, bis 2050 Netto-Null-Emissionen zu erreichen. Der Stadtstaat hat jedoch begrenzte Landflächen für erneuerbare Energien wie Solar- und Windkraft. Daher konzentriert sich die Energy Market Authority (EMA) auf andere Lösungen.
Dazu gehören grenzüberschreitende Stromimporte und der Ausbau von Batteriespeichern. Auch virtuelle Kraftwerke (VPP) werden getestet, um Spitzenlasten zu managen und Netzdienstleistungen zu erbringen.
Bestehende Infrastruktur und zukünftige Pläne
PacificLight Power betreibt bereits eine 830-MW-CCGT-Anlage auf Jurong Island. Hinzu kommt eine 100-MW-Anlage für schnelle Zusatzleistungen.
Das neue Kraftwerk wird diese bestehende Flotte ergänzen. Es stärkt die Position von Jurong Island als wichtiges Energiezentrum Singapurs. Die Insel beherbergt einen Großteil der industriellen und energetischen Infrastruktur des Landes.
Sembcorps Rolle bei der Energiespeicherung
Sembcorp, ein weiteres Energieunternehmen in Singapur, hat bereits einen wichtigen Beitrag geleistet. Ihr Batteriespeichersystem auf Jurong Island ist das größte in Südostasien.
Es wurde 2023 mit einer Kapazität von 200 MW / 285 MWh in Betrieb genommen. Damit erreichte Singapur sein nationales Ziel von 200 MW für Batteriespeicher bereits 2025.
- Kapazität 2023: 200 MW / 285 MWh
- Erweiterung: Kürzlich auf 326 MWh erhöht
- Neue Funktion: Bewertung der Trägheit für das Stromnetz
Im Oktober 2024 sprach Singapurs stellvertretender Premierminister Gan Kim Yong über eine mögliche Erweiterung dieses Projekts. Sembcorp und die EMA arbeiten zusammen, um die Fähigkeit des BESS zur Bereitstellung von Trägheit zu bewerten. Trägheit ist für den stabilen Betrieb des Stromnetzes unerlässlich.
Die Bedeutung von Batteriespeichern für die Netzstabilität
Batteriespeichersysteme mit modernen Wechselrichtern können eine „netzbildende“ Rolle spielen. Traditionell wurden Stabilitätsdienste wie Trägheit von rotierenden Massen thermischer Kraftwerke erbracht. Wenn fossile Kraftwerke abgeschaltet werden, müssen diese Dienste ersetzt werden.
Märkte mit hohem Anteil an variabler erneuerbarer Energie, wie Australien und Großbritannien, setzen verstärkt auf BESS mit fortschrittlichen Wechselrichtern. Diese Upgrades sind technisch machbar und erfordern Anpassungen in Hard- und Software.
„Energiespeicher spielen eine wichtige Rolle bei der Ermöglichung der Energiewende in Singapur. Insbesondere BESS haben das Potenzial, eine breite Palette von Energiedienstleistungen zu erbringen, einschließlich der Frequenzregelung für das Stromnetz“, sagte Puah Kok Keong, CEO der EMA. „Unsere Zusammenarbeit mit Sembcorp wird es uns ermöglichen, diese neuen BESS-Fähigkeiten besser zu testen und zu verstehen. Das gewonnene Wissen und die Erfahrung werden der EMA helfen, ein saubereres, intelligenteres und widerstandsfähigeres Netz zu planen.“
Innovationen und zukünftige Projekte
Sembcorp hat die Erweiterung seines Jurong-Projekts durch vertikale Stapelung des Batteriespeichersystems innerhalb derselben Fläche bekannt gegeben. Dies ist ein Pilotprojekt für eine solche „Batterie-Stapellösung“.
Parallel dazu weihte Sembcorp ein 118 MWp Solarkraftwerk auf Jurong Island ein. Es erstreckt sich über sechs Grundstücke in einem Industriegebiet. Sembcorp hat landesweit über ein Gigawatt Solarkapazität installiert, darunter Boden-, Dach- und schwimmende PV-Anlagen.
Virtuelle Kraftwerke und Netzplanung
Die EMA hat zudem einen regulatorischen Sandbox für VPP-Plattformen gestartet. Zudem wurde ein Aufruf zur Einreichung von Vorschlägen für Projekte zur Verbesserung der Netzplanung veröffentlicht. Beide Initiativen sind Teil der „Future Grid Capabilities Roadmap“ der EMA, die in Zusammenarbeit mit der Singapore Power Group (SP Group) entwickelt wurde.
Der VPP-Sandbox wird die technischen und betrieblichen Fähigkeiten dezentraler Energiequellen (DERs) testen. Ziel ist die Teilnahme an der Bereitstellung von Energie und Zusatzdienstleistungen für das Stromnetz Singapurs. Partner sind Blue Whale Energy, die Nanyang Technological University und die SP Group.
Diese Maßnahmen zeigen Singapurs umfassenden Ansatz zur Sicherung einer nachhaltigen und zuverlässigen Energieversorgung in einer sich wandelnden globalen Energielandschaft.





