Propwr, eine Tochtergesellschaft von ProPetro, hat einen langfristigen Stromliefervertrag über 60 Megawatt (MW) abgeschlossen. Dieser Vertrag ist für einen Hyperscaler-Rechenzentrumsbetreiber im Mittleren Westen der USA bestimmt. Die Energieversorgung wird durch ein Hybridsystem aus Batteriespeichern und Erdgasmotoren gewährleistet.
Die Implementierung und der Betrieb des Systems sollen im zweiten Quartal 2026 beginnen. Dieser Schritt unterstreicht die wachsende Nachfrage nach zuverlässiger und flexibler Energieversorgung für große Rechenzentren.
Wichtige Punkte
- Propwr liefert 60 MW Strom an ein Rechenzentrum im Mittleren Westen der USA.
- Das System kombiniert Batteriespeicher und Erdgasmotoren.
- Der Betrieb startet im zweiten Quartal 2026.
- Der Vertrag erlaubt Kapazitätserweiterungen und Laufzeitverlängerungen.
- Die Lösung zielt auf schnelle Lastwechsel und Netzstabilität ab.
Innovative Hybridlösung für stabile Stromversorgung
Das von Propwr entwickelte Hybridsystem ist speziell darauf ausgelegt, schnelle Lastwechsel effizient zu bewältigen. Es soll eine stabile Stromversorgung sicherstellen und gleichzeitig die Widerstandsfähigkeit sowie Flexibilität des Stromnetzes verbessern. Diese Technologie ist entscheidend für den reibungslosen Betrieb von Rechenzentren, die eine kontinuierliche und unterbrechungsfreie Energieversorgung benötigen.
Die Kombination aus Batteriespeichersystemen (BESS) und Erdgasmotor-Generatoren ermöglicht es, Schwankungen in der Stromnachfrage schnell auszugleichen. Dies ist besonders wichtig in Regionen, in denen die Netzstabilität eine Herausforderung darstellen kann.
Faktencheck
- 60 MW: Die Leistung des Stromliefervertrags.
- Q2 2026: Geplanter Start für Bereitstellung und Betrieb.
- Hybridprojekt: Kombination aus Batteriespeichern und Erdgasmotoren.
- Kapazitätserhöhung: Der Vertrag sieht die Möglichkeit zur Erweiterung der Leistung vor.
Wachsender Energiebedarf im Fokus
Die Ankündigung dieses Projekts erfolgte, nachdem ProPetro im Dezember 2024 die Gründung der Tochtergesellschaft Propwr bekannt gegeben hatte. Das Unternehmen hatte bereits eine Erstbestellung von über 110 MW mobiler, erdgasbetriebener Stromerzeugungsanlagen für den Einsatz in Ölfeldern und Industrieanwendungen erhalten.
Ursprünglich sollte sich Propwr auf Energielösungen für den wachsenden Energiebedarf im Permian Basin konzentrieren. Diese Region erstreckt sich über Teile von Westtexas und New Mexico. Der aktuelle Vertrag im Mittleren Westen zeigt jedoch eine breitere strategische Ausrichtung des Unternehmens.
„Die rasche Elektrifizierung der Öl- und Gasproduktion im Permian Basin, die Erweiterung von Rechenzentren und die Ansiedlung weiterer großer kommerzieller und industrieller Lasten tragen maßgeblich zum Anstieg des Strombedarfs bei.“
Herausforderungen im Permian Basin
Eine Studie des Electric Reliability Council of Texas (ERCOT) aus dem Jahr 2024, die Permian Basin Reliability Study, ergab, dass bis 2032 voraussichtlich nur etwa ein Drittel des erwarteten Strombedarfs im Permian Basin durch das bestehende Netz gedeckt werden kann. Dies verdeutlicht den enormen Bedarf an neuen Energielösungen in dieser Region.
Der Energieversorger Southwestern Public Service Company (SPS) prognostiziert für die nächsten fünf Jahre einen Anstieg des Spitzenstrombedarfs im Sommer um etwa 40 Prozent. Dies ist hauptsächlich auf die Expansion von Rechenzentren und die Elektrifizierung der Öl- und Gasproduktion zurückzuführen.
Hintergrundinformationen
Rechenzentren sind extrem energieintensiv. Ein Hyperscaler-Rechenzentrum kann den Stromverbrauch einer Kleinstadt erreichen. Eine zuverlässige und unterbrechungsfreie Stromversorgung ist für den Betrieb von Cloud-Diensten, künstlicher Intelligenz und Big Data-Anwendungen unerlässlich. Ausfälle können zu erheblichen finanziellen Verlusten und Datenverlusten führen.
Expansion über die ursprünglichen Ziele hinaus
Während Propwr ursprünglich den Fokus auf das Permian Basin legte, zeigt der neue Vertrag mit dem Rechenzentrumsbetreiber im Mittleren Westen eine Ausweitung der Geschäftsfelder. Dies deutet darauf hin, dass die innovativen Energielösungen des Unternehmens auch in anderen Regionen der USA gefragt sind.
Bereits im Mai sicherte sich Propwr seinen ersten Vertrag über die Lieferung von 80 MW Stromerzeugungskapazität. Dieser 10-Jahres-Vertrag betraf eine dezentrale Microgrid-Installation. Diese frühen Erfolge unterstreichen die Fähigkeit des Unternehmens, maßgeschneiderte Energielösungen für unterschiedliche Kundenbedürfnisse zu liefern.
Die Flexibilität der angebotenen Lösungen, insbesondere die Kombination aus Batteriespeichern und Erdgasmotoren, ist ein entscheidender Vorteil. Sie ermöglicht nicht nur eine schnelle Reaktion auf Lastspitzen, sondern auch eine verbesserte Integration erneuerbarer Energien in das Netz, indem sie temporäre Speicherlösungen bietet.
Zukunftsaussichten und Vertragsflexibilität
Der aktuelle Vertrag für das Rechenzentrum im Mittleren Westen enthält Klauseln zur Erhöhung der Kapazität und zur Verlängerung der Laufzeit. Dies ermöglicht es der Partnerschaft, sich flexibel an die zukünftigen Energiebedürfnisse des Kunden anzupassen. Solche flexiblen Vereinbarungen sind in der schnelllebigen Technologiebranche von großer Bedeutung, da der Energiebedarf von Rechenzentren oft unvorhersehbar wachsen kann.
Die Fähigkeit, mit den Anforderungen des Kunden zu wachsen, positioniert Propwr als einen strategischen Partner für energieintensive Unternehmen. Die Bereitstellung einer stabilen, skalierbaren und effizienten Stromversorgung wird in den kommenden Jahren immer wichtiger werden, da die Digitalisierung weiter voranschreitet und immer mehr Daten verarbeitet werden müssen.





