Japan macht einen großen Schritt in Richtung grüne Energie. Im Süden des Landes entsteht die bisher größte kombinierte Solarstromanlage mit integriertem Batteriespeicher. Dieses Projekt, eine Zusammenarbeit von Osaka Gas und Sonnedix, soll die Stabilität des Stromnetzes in der sonnenreichen Region Kyushu deutlich verbessern.
Wichtige Punkte
- Größtes Hybridkraftwerk seiner Art in Japan im Bau.
- 30MW/125MWh Batteriespeicher von Tesla Megapack.
- Standort ist eine bestehende Solaranlage in Oita, Kyushu.
- Inbetriebnahme für November 2026 geplant.
- Projekt soll Netzstabilität in sonnenreichen Regionen verbessern.
Ein Meilenstein für Japans Energiewende
Der Bau des neuen Batteriespeichersystems (BESS) hat im Oktober 2024 begonnen. Es wird direkt an eine bestehende 38,7-MW-Solaranlage von Sonnedix in Oita City, Präfektur Oita, angeschlossen. Die Inbetriebnahme ist für November 2026 vorgesehen. Dies ist ein entscheidender Schritt für die japanische Energiewende, da die Integration von erneuerbaren Energien wie Solarkraft eine stabile Netzinfrastruktur erfordert.
Osaka Gas und Sonnedix betreiben das Projekt gemeinsam. Die Technologie für den Batteriespeicher liefert Tesla mit seinen Megapack-Lösungen. Toshiba Energy Systems & Solutions Corporation übernimmt die technische Planung, Beschaffung und den Bau (EPC).
Faktencheck
- Kapazität: 30 MW / 125 MWh
- Technologie: Tesla Megapack BESS
- Standort: Sonnedix Solaranlage in Oita, Kyushu
- Baubeginn: Oktober 2024
- Geplante Inbetriebnahme: November 2026
Kyushu: Sonnenparadies mit Netzherausforderungen
Die Insel Kyushu ist bekannt für ihre vielen Sonnenstunden, was sie zu einem idealen Standort für Solarenergie macht. Allerdings führt die hohe Produktion an Solarstrom, besonders tagsüber, oft zu einer Überlastung des lokalen Stromnetzes. Dies erfordert Maßnahmen zur Steuerung der Einspeisung.
„Die Erweiterung der Nutzung erneuerbarer Energien in Japan hat den Bedarf an Ausgangssteuerung der Stromerzeugung für das Netz erhöht“, erklärte Osaka Gas in seiner Ankündigung zum BESS-Projekt.
Der neue Batteriespeicher wird es ermöglichen, den tagsüber erzeugten Solarstrom zu speichern und bei Bedarf in das Netz einzuspeisen. Dies optimiert die Nutzung der Solarenergie und macht sie zu einer planbaren, marktgerechten Stromquelle. Kyushu hat etwa 12 Millionen Einwohner und zieht zusätzlich viele Touristen an, was den Energiebedarf weiter erhöht.
Finanzierung und Hintergrund
Die Sonnedix Japan, eine Tochtergesellschaft des europäischen Solarentwicklers Sonnedix, nahm die 38,7-MW-Solaranlage in Oita bereits im März 2020 in Betrieb. Ein 20-jähriger Stromabnahmevertrag (PPA) mit dem lokalen Versorgungsunternehmen Kyushu Electric Company sichert die Abnahme des erzeugten Stroms.
Für die Refinanzierung der Oita-Solaranlage wurden 21,4 Milliarden JPY (ca. 139,3 Millionen US-Dollar) durch die Bank MUFG bereitgestellt. MUFG ist ein wichtiger Investor in Energiespeicherprojekte, sowohl international als auch zunehmend in Japan.
Hintergrundinformationen
Sonnedix Japan hat bisher Solaranlagen mit einer Leistung von fast 500 MW in Japan ans Netz gebracht und verwaltet Anlagen mit insgesamt 601,5 MW. Das Oita-Projekt ist das einzige in Kyushu und markiert das erste BESS-Projekt des Entwicklers in Japan.
Japans wachsender Batteriespeichermarkt
Das Projekt von Osaka Gas und Sonnedix ist zwar das größte seiner Art, aber nicht das einzige in Japan. Der Markt für Batteriespeicher im Netzmaßstab erlebt in den letzten Jahren einen Aufschwung. Dies liegt an einer Reihe von politischen und regulatorischen Änderungen.
Andere Projekte in Japan zeigen das Potenzial des Marktes:
- Kansai Electric Power Company (KEPCO): Plant eine 99MW/396MWh BESS-Anlage in der Bucht von Osaka. Baubeginn war im Mai, die kommerzielle Inbetriebnahme ist für Februar 2028 geplant.
- Daiwa Energy & Infrastructure (DEI): Investiert in ein 38MW/160MWh Projekt in Hokkaido.
Neue Partnerschaften und zukünftige Ziele
Auch andere Akteure treten in den japanischen BESS-Markt ein. Samsung Construction & Trading (Samsung C&T) hat eine Joint-Development-Vereinbarung mit dem Stromerzeugungsunternehmen Erex geschlossen. Sie planen ein Joint Venture mit gleicher Investitionsbeteiligung.
Ihr erstes Projekt wird eine 2MW/8MWh-Anlage in Kushima City, Präfektur Miyazaki (ebenfalls auf Kyushu), sein. Das Ziel ist es, Projekte von 20 MW oder mehr zu entwickeln. Erex bringt seine Erfahrung im Stromhandel und bei Genehmigungsverfahren ein, während Samsung C&T seine Stärken in Beschaffung und Finanzierungsstrukturen nutzt.
Die japanische Agentur für natürliche Ressourcen und Energie schätzt, dass bis 2030 zwischen 14,1 GWh und 24,8 GWh an Batteriespeicherkapazität im Land installiert werden könnten. Dies unterstreicht das enorme Wachstumspotenzial.
Herausforderungen im Markt
Trotz der positiven Entwicklung gibt es auch Herausforderungen. Dazu gehören lange Wartezeiten für Genehmigungen und Netzanschlüsse, die Knappheit an geeigneten Flächen und ein sich ständig entwickelndes regulatorisches Umfeld. Die Energiespeichertechnologie ist relativ neu und erfordert eine Anpassung der bestehenden Marktstrukturen.
Dennoch überwiegen die Vorteile, wie die Möglichkeit, Einnahmen aus verschiedenen Anwendungen wie Netzdienstleistungen, Energieausgleich und Stromhandel zu erzielen. Auch Kapazitätsmarktverträge und Förderprogramme tragen zur Attraktivität des Marktes bei.
Das Projekt von Osaka Gas und Sonnedix ist ein klares Zeichen für das Engagement Japans, seine Energieversorgung nachhaltiger und stabiler zu gestalten. Es zeigt, wie die Kombination von Solarenergie und Batteriespeichern die Energiewende vorantreiben kann.





