In Japans nördlichster Hauptinsel Hokkaido hat der Bau eines großen Batteriespeichersystems begonnen. Das Projekt in Chitose, rund 50 Kilometer südlich von Sapporo, wird eine Leistung von 38 Megawatt (MW) und eine Kapazität von 160 Megawattstunden (MWh) haben. Das Batteriesystem soll ab 2027 kommerziell betrieben werden.
Wichtige Punkte
- Daiwa Energy & Infrastructure investiert in 160 MWh Batteriespeicher in Hokkaido.
- Das System soll ab 2027 in Betrieb gehen und vielfältige Anwendungen ermöglichen.
- Japan erlebt ein starkes Wachstum im Energiespeichermarkt, unterstützt durch neue Gesetze und Subventionen.
- Hokkaido und Kyushu sind wichtige Hotspots für erneuerbare Energien in Japan.
Japans Energiespeichermarkt im Aufwind
Der Energiespeichermarkt in Japan befindet sich in einer Phase starken Wachstums. In den letzten Jahren haben sowohl große japanische Unternehmen als auch internationale Akteure verstärkt in diesen Sektor investiert. Ein Grund dafür sind die attraktiven Renditen, insbesondere für Netzdienstleistungen.
Die Gesetzgebung hat sich ebenfalls angepasst. Im Jahr 2022 wurde das Elektrizitätswirtschaftsgesetz überarbeitet, um Großspeicher als eigene Kategorie der Stromerzeugung zu definieren. Dies hat den Weg für weitere Investitionen geebnet.
Faktencheck
- 38 MW / 160 MWh: Leistung und Kapazität des neuen Speichers in Chitose.
- 2027: Geplanter Start des kommerziellen Betriebs.
- 30% bis 50%: Anteil der Investitionskosten, der durch staatliche Subventionen abgedeckt werden kann.
Staatliche Unterstützung und neue Marktmechanismen
Um den Ausbau von Energiespeichern zu fördern, hat die japanische Regierung verschiedene Subventionsprogramme aufgelegt. Das Ministerium für Wirtschaft, Handel und Industrie (METI) deckt bis zu 30 Prozent der Investitionskosten ab. Die Stadtverwaltung von Tokio bietet sogar Zuschüsse von bis zu 50 Prozent.
Ein weiterer wichtiger Impuls ist der „Long-Term Decarbonisation Auction“ (LTDA), ein Beschaffungsmechanismus für den Kapazitätsmarkt. Energiespeichersysteme sind für diesen Mechanismus zugelassen. Dies schafft langfristige Vertragssicherheit für Batterie- und Pumpspeicherkraftwerke und reduziert das Investitionsrisiko erheblich.
„Der japanische Energiespeichermarkt ist zwar komplex, aber die grundlegenden Treiber für den Ausbau sind stark genug, um ihn attraktiv zu halten.“
Herausforderungen im japanischen Markt
Trotz des Wachstums und der Unterstützung gibt es weiterhin Herausforderungen. Dazu gehören Preisschwankungen für Netzdienstleistungen, die hohen Kosten der Batterie-Wertschöpfungskette in Japan sowie lange Wartezeiten für den Netzanschluss. Auch die Konkurrenz um geeignete Flächen stellt ein Problem dar.
Experten beschreiben den Einstieg in den japanischen Energiespeichermarkt als anspruchsvoll. Die regulatorische und politische Landschaft ist komplex und unterliegt schnellen Änderungen der Marktregeln.
Hintergrundinformationen
Daiwa Energy & Infrastructure (DEI) ist ein Vermögensverwalter, der von der Investmentbank Daiwa Securities unterstützt wird. Das Unternehmen investiert gezielt in erneuerbare Energien und Infrastrukturprojekte, sowohl in Japan als auch international.
Hokkaido und Kyushu sind aufgrund ihrer geografischen Lage und des Potenzials für erneuerbare Energien, insbesondere Photovoltaik, wichtige Regionen für solche Projekte. Dies geht auf die Einführung von Einspeisevergütungen im Jahr 2013 zurück.
DEIs Engagement in Japan und international
Das aktuelle Projekt in Chitose ist nicht die erste Investition von Daiwa Energy & Infrastructure in Hokkaido. Bereits 2023 beteiligte sich das Unternehmen zusammen mit Fuyo General Lease und ASTMAX an einem 50 MW / 100 MWh Projekt auf der Insel, das Anfang dieses Jahres in Betrieb ging.
DEI hat auch in kleinere Speichersysteme investiert, beispielsweise ein 580 kWh System in Kagoshima auf der südlichen Insel Kyushu, um die Abregelung von Solaranlagen zu reduzieren.
Im vergangenen Jahr ging DEI eine Partnerschaft mit dem chinesischen Batteriehersteller Gotion High-Tech ein. Ziel ist es, in zwei Jahren 1 GWh an Gotion BESS-Ausrüstung in japanischen Projekten einzusetzen.
Internationale Expansion
Das Engagement von DEI beschränkt sich nicht auf Japan. Das Unternehmen hat kürzlich in zwei Projekte des unabhängigen Stromerzeugers (IPP) Enfinity Global investiert:
- Ein 250 MW / 500 MWh Projekt im ERCOT-Markt in Texas, USA.
- Ein 130 MW / 520 MWh Projekt in Norditalien.
Im Rahmen einer im Juni bekannt gegebenen Vereinbarung erwarb Daiwa Energy & Infrastructure eine 49-prozentige Beteiligung an beiden Projekten. Ein weiteres texanisches BESS-Projekt, das DEI zusammen mit Stella Energy Solutions entwickelt, ist das Thomas Cameron BESS mit 200 MW / 480 MWh. Es soll nächstes Jahr in Betrieb gehen.
Die vielfältigen Anwendungen des Batteriespeichers in Chitose, von der Teilnahme am Großhandelsstrommarkt über den Regelenergiemarkt bis hin zum Kapazitätsmarkt, zeigen die strategische Bedeutung solcher Anlagen für die zukünftige Energieversorgung.





