Indien treibt den Ausbau seiner Energiespeicherkapazitäten massiv voran. Jüngste Ausschreibungserfolge von KPI Green Energy und Power Grid Corporation of India (POWERGRID) zeigen, wie das Land Milliarden investiert, um seine wachsende erneuerbare Energieproduktion zu unterstützen und die Netzstabilität zu sichern.
Wichtige Erkenntnisse
- KPI Green Energy erhält Zuschlag für 445 MW/890 MWh Batteriespeicher in Gujarat.
- POWERGRID gewinnt 150 MW/300 MWh Projekt in Andhra Pradesh.
- Die Projekte werden durch das staatliche Viability Gap Funding (VGF) Programm gefördert.
- Einheimische Produktion von mindestens 20% des Inhalts ist nun verpflichtend.
Indiens Ambitionen im Energiesektor
Indien unternimmt große Schritte, um seine Energiezukunft neu zu gestalten. Das Land setzt verstärkt auf erneuerbare Energien. Um diese Integration ins Stromnetz zu erleichtern, sind leistungsstarke Batteriespeichersysteme entscheidend. Die jüngsten Ausschreibungen unterstreichen diese Strategie.
Das Land hat sich ehrgeizige Ziele gesetzt, um den Anteil erneuerbarer Energien am Energiemix deutlich zu erhöhen. Dies erfordert nicht nur den Bau neuer Solar- und Windparks, sondern auch intelligente Lösungen zur Speicherung des erzeugten Stroms.
Erste Erfolge für KPI Green Energy
KPI Green Energy, ein auf erneuerbare Energien spezialisiertes Unternehmen mit Hauptsitz in Gujarat, hat einen wichtigen Erfolg erzielt. Das Unternehmen erhielt von Gujarat Urjas Vikas Nigam Ltd (GUVNL) eine Absichtserklärung (LOI) für Batteriespeicherprojekte.
Die Projekte umfassen eine Gesamtkapazität von 445 MW/890 MWh. Sie werden an verschiedenen Standorten im westlichen Bundesstaat Gujarat realisiert. Dies ist ein Meilenstein für KPI Green Energy, da es sich um die ersten Batteriespeicherprojekte des Unternehmens im Versorgungsmaßstab handelt.
„Die Vergabe durch eine wichtige Regierungsstelle ist von großer Bedeutung“, erklärte KPI Green Energy in einer Mitteilung an die National Stock Exchange of India (NSE).
Faktencheck
- 445 MW/890 MWh: Kapazität der KPI Green Energy Projekte.
- Gujarat: Standort der neuen Batteriespeicher von KPI Green Energy.
- GUVNL: Auftraggeber für die Projekte in Gujarat.
POWERGRID sichert Großprojekt in Andhra Pradesh
Auch die Power Grid Corporation of India (POWERGRID), ein staatliches Unternehmen unter dem indischen Energieministerium, war erfolgreich. POWERGRID erhielt eine Absichtserklärung (LoA) für ein Batteriespeicherprojekt in Andhra Pradesh.
Das Projekt hat eine Kapazität von 150 MW/300 MWh. Es wird am 400/220kV-Umspannwerk Kalikiri im Distrikt Chittoor realisiert. Auftraggeber ist The Transmission Corporation of Andhra Pradesh (APTRANSCO).
Dieses Projekt, zusammen mit sechs weiteren, wird im Rahmen eines Build-Own-Operate (BOO)-Modells umgesetzt. APTRANSCO wird die Möglichkeit haben, die Batteriespeicher nach Bedarf zu nutzen. Dies soll den staatlichen Verteilnetzbetreibern (Discoms) und dem staatlichen Lastverteilungszentrum (SLDC) helfen, das Stromnetz zu verwalten.
Hintergrund: Viability Gap Funding (VGF)
Das Viability Gap Funding (VGF) ist ein staatliches Förderprogramm in Indien. Es wurde im Haushalt 2023-2024 eingeführt und bietet bis zu 40% der Projektinvestitionskosten (Capex). Ziel ist es, den Ausbau von Energiespeicherressourcen in ganz Indien zu fördern. Dies unterstützt die Integration erneuerbarer Energien ins Netz. Das Programm wird vom nationalen Power System Development Fund (PSDF) verwaltet.
Weitere Gewinner der Ausschreibung
Neben POWERGRID wurden weitere Unternehmen für Batteriespeicherprojekte in Andhra Pradesh ausgewählt. Dazu gehören Ecoren Energy mit zwei Projekten von insgesamt 500 MW/1.000 MWh, Bondada Engineering (225 MW/450 MWh), Bhagwati Group (75 MW/150 MWh), SVR Electro Projects (25 MW/50 MWh) und Legion Energy Products (25 MW/50 MWh).
Die Ausschreibung von APTRANSCO wurde im August 2023 gestartet und die Auswahl der Projekte erfolgte im Dezember. Die niedrigste Offerte lag bei 148.000 Indischen Rupien pro Monat (etwa 1.654 US-Dollar pro Monat), wie der Energieberatungsdienst Enerdata berichtete.
Fokus auf lokale Produktion und Ausbau
Ein wichtiges Detail: Das indische Energieministerium hat kürzlich eine Richtlinie erlassen. Projekte, die vom Viability Gap Funding profitieren, müssen einen Mindestanteil von 20% an heimischen Inhalten aufweisen. Diese Maßnahme soll die lokale Wertschöpfung und die Entwicklung der indischen Fertigungsindustrie stärken.
Das VGF-Programm wurde im Juni 2024 erweitert. Es unterstützt nun zusätzliche 30 GWh an Projekten. Zuvor waren bereits 4 GWh im Jahr 2023 und weitere 13,2 GWh angekündigt worden. Dies zeigt das enorme Wachstumspotenzial und die Entschlossenheit Indiens, seine Energiespeicherinfrastruktur massiv auszubauen.
Indiens Weg zur grünen Energie
Die Investitionen in Batteriespeicher sind ein zentraler Pfeiler für Indiens Übergang zu einer grüneren Energiezukunft. Durch die Speicherung überschüssiger erneuerbarer Energie kann das Land die Netzstabilität verbessern und die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen reduzieren. Die jüngsten Ausschreibungen sind ein klares Zeichen für das Engagement der Regierung und die Dynamik des Sektors.
KPI Group, der Mutterkonzern von KPI Green Energy, verfolgt das Ziel, bis 2030 ein Portfolio von 10 GW an erneuerbarer Energie zu erreichen. Aktuell liegt das Portfolio bei rund 6 GW. Die neuen Batteriespeicherprojekte sind ein wichtiger Schritt auf diesem Weg.
Die Kombination aus staatlicher Förderung, klaren Richtlinien zur lokalen Produktion und dem Engagement privater Unternehmen schafft ein starkes Fundament für Indiens Energiespeicherrevolution. Dies wird nicht nur die Energieversorgung des Landes sichern, sondern auch neue Arbeitsplätze schaffen und die technologische Entwicklung vorantreiben.





