In Carrington, Großbritannien, hat der Bau der nach eigenen Angaben weltweit größten kommerziellen Flüssigluft-Energiespeicheranlage (LAES) begonnen. Der Bürgermeister von Greater Manchester, Andy Burnham, gab den offiziellen Startschuss für das Projekt von Highview. Die Anlage soll bis Ende 2026 in Betrieb gehen und eine Speicherkapazität von 50 Megawatt (MW) und 300 Megawattstunden (MWh) bieten.
Wichtige Punkte
- Highview baut die weltweit größte kommerzielle Flüssigluft-Energiespeicheranlage in Carrington, UK.
- Die Anlage soll 50 MW / 300 MWh Speicherkapazität bieten und Ende 2026 betriebsbereit sein.
- Flüssigluftspeicher (LAES) nutzen überschüssige erneuerbare Energie und wandeln sie in flüssige Luft um.
- Das Projekt soll die Netzstabilität erhöhen und die Integration erneuerbarer Energien verbessern.
- Die Finanzierung umfasst 300 Millionen Pfund von verschiedenen Investoren, darunter der National Wealth Fund und Centrica.
Ein Meilenstein für die Energiespeicherung
Die Zeremonie auf dem Trafford Low Carbon Energy Park markierte den Beginn eines entscheidenden Projekts für die Energiewende. Neben Bürgermeister Burnham nahmen Richard Butland, CEO von Highview, und Colin Roy, Vorsitzender des Unternehmens, teil. Auch Andrew Western, Parlamentarier für Stretford und Urmston, war anwesend.
Die Anlage in Carrington wird eine Speicherkapazität von sechs Stunden liefern können. Diese Fähigkeit ist entscheidend, um Schwankungen in der Stromversorgung auszugleichen, die durch erneuerbare Energien wie Wind- und Solarkraft entstehen können.
Faktencheck
- Kapazität: 50 MW / 300 MWh
- Standort: Trafford Low Carbon Energy Park, Carrington, UK
- Inbetriebnahme: Ende 2026
- Investition: 300 Millionen Pfund (ca. 392,4 Millionen US-Dollar)
Wie Flüssigluftspeicher funktionieren
Das System von Highview basiert auf einer innovativen Technologie: der Flüssigluft-Energiespeicherung (LAES). Es fängt überschüssige erneuerbare Energie in Zeiten geringer Nachfrage ein und speichert sie als flüssige Luft. Diese kann über Stunden, Tage oder sogar Wochen gelagert werden.
Wenn Strom benötigt wird, wird die flüssige Luft wieder erwärmt und expandiert. Diese Expansion treibt Turbinen an, die emissionsfreien Strom erzeugen. Dieses Verfahren ermöglicht eine zuverlässige und steuerbare Stromversorgung.
„Diese Technologie bietet eine skalierbare und emissionsfreie Lösung für die Langzeitspeicherung von Energie, die für die globale Energiewende unerlässlich ist.“
Langlebigkeit und Flexibilität
Ein wesentlicher Vorteil des Highview-Systems ist seine Langlebigkeit. Die Technologie soll 40 bis 50 Jahre ohne Leistungsverlust betrieben werden können. Zudem ist sie modular aufgebaut und an verschiedenen Standorten einsetzbar, was eine flexible Anpassung an lokale Gegebenheiten ermöglicht.
Hintergrund: Die Notwendigkeit von Energiespeichern
Erneuerbare Energien wie Wind- und Solarkraft sind wetterabhängig und liefern nicht immer dann Strom, wenn er benötigt wird. Energiespeicher sind daher entscheidend, um die Netzstabilität zu gewährleisten und eine kontinuierliche Versorgung zu ermöglichen. Sie helfen, überschüssigen Strom zu speichern und bei Bedarf wieder ins Netz einzuspeisen, wodurch die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen reduziert wird.
Stärkung der Netzresilienz
Die Carrington-Anlage wird in die bestehende Umspannwerks- und Übertragungsinfrastruktur integriert. Ein besonderes Merkmal ist die sogenannte Stabilitätsinsel. Diese soll die lokale Netzresilienz verbessern und Ausfälle oder Blackouts verhindern. Eine stabile Stromversorgung ist für Wirtschaft und Gesellschaft gleichermaßen wichtig.
Die Technologie von Highview trägt dazu bei, die Integration von intermittierender Wind- und Solarenergie zu erleichtern. Sie reduziert die Notwendigkeit, überschüssigen Strom abzuregeln, und unterstützt den Übergang von fossilen Brennstoffen zu einer nachhaltigen Energieversorgung.
Umfassende Finanzierung sichert Projekt
Die Realisierung des Carrington-Projekts wird durch eine beträchtliche Finanzierung ermöglicht. Highview sicherte sich im vergangenen Jahr 300 Millionen Pfund. Diese Summe stammt von verschiedenen Investoren, darunter der National Wealth Fund, Centrica und ein Syndikat aus Rio Tinto, Goldman Sachs, KIRKBI und Mosaic Capital.
Diese Investition folgt auf frühere Erfolge des Unternehmens. Erst diesen Monat erhielt Highview 130 Millionen Pfund für sein schottisches Stabilitätsinsel-Projekt. Auch dort soll eine unabhängige Synchrongenerator- und Leistungselektronikanlage zur Stabilisierung des Netzes beitragen.
Die Finanzierung unterstreicht das Vertrauen der Investoren in die Flüssigluft-Speichertechnologie als Schlüsselkomponente für eine grüne Energiezukunft. Die Anlage in Carrington ist ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu einem widerstandsfähigeren und emissionsärmeren Energiesystem.
Vorteile der LAES-Technologie im Überblick
- Emissionsfrei: Keine Treibhausgasemissionen während des Betriebs.
- Langzeitlagerung: Speicherung über Stunden, Tage oder Wochen möglich.
- Hohe Lebensdauer: 40 bis 50 Jahre Betrieb ohne Leistungsabfall.
- Standortflexibilität: Modulare Bauweise ermöglicht Einsatz an verschiedenen Orten.
- Netzstabilisierung: Verbessert die Resilienz des Stromnetzes und gleicht Schwankungen aus.





