Fortescue hat sein erstes großes Batteriespeichersystem (BESS) am Standort North Star Junction in der Pilbara-Region Westaustraliens in Betrieb genommen. Dieses System, das die Blade-Batterietechnologie von BYD nutzt, ist ein wichtiger Schritt in der Dekarbonisierungsstrategie des Bergbauunternehmens für seine Eisenerzbetriebe.
Wichtige Punkte
- Fortescue hat ein 50MW/250MWh Batteriespeichersystem in Pilbara installiert.
- Das System nutzt die Blade-Batterietechnologie von BYD und liefert fünf Stunden kontinuierliche Leistung.
- Es ist Teil einer geplanten 4-5GWh-Einführung zur vollständigen Dekarbonisierung der Bergbaubetriebe bis 2030.
- Das System speichert Solarenergie und speist sie nachts in das Pilbara Energy Connect-Netz ein.
- Flüssigkeitskühlung sorgt für Leistung in der extremen Hitze der Pilbara-Region.
Ein Meilenstein für grüne Energie im Bergbau
Die Installation des 50 Megawatt (MW) und 250 Megawattstunden (MWh) Speichersystems ist ein bedeutender Fortschritt. Es ist das erste von mehreren großen Energiespeichersystemen, die Fortescue plant. Insgesamt sollen 4 bis 5 Gigawattstunden (GWh) Speicherkapazität geschaffen werden, um fossile Brennstoffe in den gesamten Bergbaubetrieben zu ersetzen.
Die Technologie hinter diesem System stammt vom chinesischen Hersteller BYD. Die sogenannten Blade-Batterien sind bekannt für ihre hohe Energiedichte und Integration. Diese Eigenschaften sind entscheidend für große Industrieanwendungen wie den Bergbau.
Fakt: BYD Blade-Batterie
Die BYD Blade-Batterietechnologie zeichnet sich durch ihre hohe Sicherheit und Energiedichte aus. Sie wurde ursprünglich für Elektrofahrzeuge entwickelt und wird nun auch in großen Energiespeichersystemen eingesetzt.
Speicherung erneuerbarer Energien
Das BESS in North Star Junction speichert tagsüber erzeugte erneuerbare Energie. Diese Energie stammt von der bestehenden 100 MW Solaranlage des Unternehmens. Während der Abend- und Nachtstunden speist das System dann grünen Strom in das Pilbara Energy Connect (PEC)-Netz von Fortescue ein. Dies hilft, die Schwankungen der Solarenergie auszugleichen und die Netzstabilität im isolierten Stromnetz des Unternehmens in Westaustralien zu gewährleisten.
„Diese Installation verändert grundlegend, wie wir unsere Bergbaubetriebe mit Strom versorgen“, sagte Dino Otranto, CEO von Fortescue. „Es ist ein entscheidender Schritt auf unserem Weg zur vollständigen Dekarbonisierung.“
Teil der umfassenden Real Zero Strategie
Die Inbetriebnahme in North Star Junction ist ein wichtiger Bestandteil der umfassenderen 'Real Zero'-Strategie von Fortescue. Ziel ist es, die Scope 1 und 2 Emissionen an Land bis 2030 zu eliminieren. Das Unternehmen schätzt, dass es zusätzlich 2 bis 3 GW an erneuerbarer Energiekapazität und entsprechende Speichersysteme benötigt, um die vollständige Dekarbonisierung seiner Pilbara-Betriebe zu erreichen.
Hintergrund: Scope 1 und 2 Emissionen
- Scope 1 Emissionen: Direkte Emissionen aus unternehmenseigenen oder kontrollierten Quellen (z.B. Verbrennung von fossilen Brennstoffen in Fahrzeugen oder Generatoren).
- Scope 2 Emissionen: Indirekte Emissionen aus der Erzeugung von eingekauftem Strom, Dampf, Wärme oder Kühlung.
Herausforderungen in extremer Hitze
Die Pilbara-Region ist bekannt für ihre extremen Temperaturen, die regelmäßig über 40°C liegen. Um unter diesen Bedingungen eine optimale Leistung und Langlebigkeit der Batterien zu gewährleisten, integriert das Speichersystem eine spezielle Flüssigkeitskühlung. Diese thermische Managementfunktion ist entscheidend, um die Effizienz der Batterien in einer der härtesten Betriebsumgebungen Australiens aufrechtzuerhalten.
Die Fähigkeit, in solch anspruchsvollen Klimazonen zu funktionieren, unterstreicht die Robustheit der gewählten Technologie. Es zeigt auch Fortescues Engagement, innovative Lösungen für seine Nachhaltigkeitsziele einzusetzen.
Zukünftige Erweiterungen geplant
Fortescue hat bereits das nächste BESS-Projekt angekündigt. Es wird am Standort Eliwana installiert und soll ein 120 MWh-System umfassen. Die Lieferung und Installation sind für Anfang 2026 geplant. Diese Batterie wird sowohl die Eliwana-Mine als auch den Flying Fish-Betrieb versorgen. Beide werden über eine 140 Kilometer lange neue Übertragungsinfrastruktur mit dem Solomon-Außenposten verbunden.
Diese kontinuierliche Erweiterung der Batteriespeicherkapazitäten ist ein klares Zeichen für Fortescues langfristige Vision. Das Unternehmen investiert massiv in erneuerbare Energien und Speicherlösungen, um seine Bergbaubetriebe umweltfreundlicher zu gestalten und gleichzeitig die Produktion von grünem Wasserstoff voranzutreiben.
- North Star Junction: 50MW/250MWh, in Betrieb.
- Eliwana: 120MWh, geplant für Anfang 2026.
- Gesamtziel: 4-5 GWh Speicherkapazität.
Die Integration dieser Systeme in das bestehende Energienetz von Fortescue wird die Energieversorgung sicherer und nachhaltiger machen. Es ist ein wichtiger Schritt für die gesamte Bergbauindustrie, die oft als energieintensiv gilt.





