Australien macht große Schritte in Richtung einer stabileren und nachhaltigeren Energieversorgung. Drei bedeutende Batteriespeicherprojekte mit einer Gesamtkapazität von 5,5 GWh wurden kürzlich unter dem Environment Protection and Biodiversity Conservation (EPBC) Act zur Genehmigung eingereicht. Diese Projekte verteilen sich auf die Bundesstaaten Victoria, New South Wales und South Australia und sollen die Netzinfrastruktur des Landes erheblich stärken.
Wichtige Erkenntnisse
- Drei Batteriespeicherprojekte mit 5,5 GWh Gesamtkapazität wurden in Australien eingereicht.
- Die Projekte befinden sich in Victoria, New South Wales und South Australia.
- Sie sollen die Netzstabilität erhöhen und erneuerbare Energien integrieren.
- Ein Projekt in Victoria ist mit 2 GWh das größte Einzelprojekt.
- Umweltverträglichkeit und kulturelles Erbe wurden bei der Planung berücksichtigt.
Massiver Ausbau der Energiespeicherkapazität
Die drei neuen Batteriespeicherprojekte repräsentieren eine kombinierte Leistung von 1.375 MW. Dies ist ein entscheidender Schritt für die Integration erneuerbarer Energien in das australische Stromnetz. Die Speichersysteme sollen Schwankungen ausgleichen, die durch Solar- und Windenergie entstehen, und somit die Versorgungssicherheit gewährleisten.
Das größte der drei Projekte, gemessen an der Leistung, ist ein 500 MW / 2.000 MWh Batteriespeicher in Victoria. Dieser Speicher soll an die bestehende 500-kV-Übertragungsleitung zwischen Moorabool und Mortlake angeschlossen werden. Die Entwicklung findet auf einem 169 Hektar großen Gelände statt, wobei die tatsächliche Bebauung nur etwa 21 Hektar beanspruchen wird. Der Betreiber, Alternate Path, plant, die Infrastruktur auf bereits gerodetem Ackerland zu errichten, um Umweltauswirkungen zu minimieren.
Fakten auf einen Blick
- Gesamtkapazität: 5,5 GWh
- Gesamtleistung: 1.375 MW
- Standorte: Victoria, New South Wales, South Australia
- Größtes Einzelprojekt: 2 GWh in Victoria
- Betriebsdauer: 20 bis 25 Jahre
Das Murchs Corner Batteriespeichersystem in Victoria
Das Murchs Corner Batteriespeichersystem (BESS) wird von Alternate Path in der Nähe der Darlington-Terang Road entwickelt. Obwohl die Projektfläche 169 Hektar umfasst, wird die eigentliche Entwicklung nur etwa 21 Hektar in Anspruch nehmen. Ein Großteil des Geländes dient der Flexibilität bei der Detailplanung.
Der Batteriespeicher selbst wird auf etwa 13 Hektar errichtet, während eine neue Umspannstation für den Netzanschluss weitere vier Hektar nördlich einer bestehenden Übertragungsleitung benötigt. Die Planer haben großen Wert darauf gelegt, direkte Auswirkungen auf national geschützte Umweltgüter zu vermeiden. Daher wird die Infrastruktur auf bereits genutztem Ackerland platziert, das hauptsächlich von eingeführten Pflanzenarten bewachsen ist.
Obwohl zwei Pflanzen- und drei Tierarten, die unter dem EPBC Act gelistet sind, im Projektgebiet vorkommen könnten, wird kein signifikanter Einfluss erwartet. Dies liegt an der bereits stark beeinträchtigten Natur des Standorts und der Vermeidung von Bachläufen, außer dort, wo bereits Infrastruktur vorhanden ist. Das Projekt ist für eine Betriebszeit von 20 bis 25 Jahren ausgelegt. Nach der Stilllegung sollen oberirdische Komponenten entfernt und das Land in seinen ursprünglichen landwirtschaftlichen Zustand zurückversetzt werden.
Das Swallow Tail BESS von AMPYR Australia in New South Wales
AMPYR Australia hat das Swallow Tail BESS, eine 375 MW / 1.500 MWh Anlage, in Bannaby, New South Wales, zur Genehmigung eingereicht. Die Anlage liegt etwa 70 km nördlich von Goulburn, Australiens erster Binnenstadt, und wird über neue 330-kV-Freileitungen oder Erdkabel an die bestehende Transgrid Bannaby Umspannstation angebunden.
Die Nähe zur Umspannstation war ein entscheidender Faktor für die Standortwahl, da sie den Bau zusätzlicher Übertragungsinfrastruktur minimiert. AMPYR betont die strategische Bedeutung des Standorts als wichtigen Netzknotenpunkt zur Unterstützung des hohen Energiebedarfs in Sydney. Eine Besonderheit des Swallow Tail BESS ist seine Auslegung als netzbildendes Batteriespeichersystem. Dies bedeutet, dass es nicht nur Energie speichert, sondern auch aktiv zur Netzstabilität durch Spannungs- und Blindleistungsmanagement beiträgt.
„Netzbildende Technologien stärken das Netz durch Spannungs- und Blindleistungsmanagement und tragen zur allgemeinen Systemresilienz bei“, so AMPYR Australia.
Hintergrund: Netzbildende Speicher
Netzbildende Batteriespeicher sind fortschrittliche Systeme, die über die reine Energiespeicherung hinausgehen. Sie können das Stromnetz aktiv stabilisieren, indem sie Spannung und Frequenz regulieren. Dies ist besonders wichtig, da immer mehr Kohlekraftwerke vom Netz gehen und die Notwendigkeit für solche Systemdienstleistungen steigt.
Das Projektgebiet umfasst etwa 144 Hektar, wobei der Entwicklungsbereich von etwa 56 Hektar mehrfach überarbeitet wurde, um ökologisch wertvolle Gebiete zu erhalten. Direkte Auswirkungen innerhalb von 40 Metern des St Paul’s Creek und angrenzender Uferlebensräume sollen minimiert werden. AMPYR plant zudem, die gleiche Transportroute wie für den Taralga Windpark zu nutzen, was nur minimale Straßenaufrüstungen erfordert.
Das Robertstown BESS von Revera Energy in South Australia
Revera Energy plant das Robertstown BESS in South Australia, ein 500 MW / 2.000 MWh Speichersystem mit einer vierstündigen Speicherkapazität. Das Projekt wird in zwei Phasen von je 250 MW / 1.000 MWh realisiert, die jeweils separat finanziert und vertraglich geregelt sind. Bereits im Juni 2018 erhielt das Projekt eine Entwicklungsgenehmigung der Regierung von South Australia, die im März 2023 angepasst wurde, um eine erhöhte BESS-Kapazität und eine überarbeitete Anschlussroute an die Robertstown Umspannstation von ElectraNet zu ermöglichen.
Mit nur 16,39 Hektar hat das Robertstown-Projekt den kleinsten Flächenbedarf der drei eingereichten Vorhaben. Die gesamte Beeinträchtigungsfläche ist auf dieses kompakte Gelände beschränkt. Die Anlage wird über dedizierte unterirdische Übertragungsleitungen an die Robertstown Umspannstation angeschlossen, was den Export und Import von Strom aus dem nationalen Netz ermöglicht.
- Projektfläche: 16,39 Hektar
- Phasen: Zwei, je 250 MW / 1.000 MWh
- Anschluss: Unterirdische Leitungen zur ElectraNet Robertstown Umspannstation
Ursprünglich war das Projekt zusammen mit einem 500 MW Solar-PV-Kraftwerk genehmigt worden. Revera hat jedoch entschieden, dass Solar-PV-Anlagen in South Australia derzeit nicht wirtschaftlich sind und konzentriert sich ausschließlich auf den Batteriespeicher. Das Unternehmen wird jedoch die Entwicklung der Wirtschaftlichkeit weiterhin beobachten, um die Solar-PV-Phase gegebenenfalls zu einem späteren Zeitpunkt zu realisieren.
Die Vegetationsrodung für das Robertstown BESS ist auf vier verstreute Bäume und 0,767 Hektar Mallee-Wald sowie degradiertes Chenopod-Buschland begrenzt, was minimale Umweltauswirkungen darstellt. Feldstudien und Designanpassungen wurden vorgenommen, um die Auswirkungen auf Mallee- und Chenopod-Buschland-Habitate neben bestehender Straßenvegetation und Infrastruktur zu minimieren.
Revera hat zudem eine freiwillige Vereinbarung zum kulturellen Erbe mit der Ngadjuri Nation Aboriginal Corporation getroffen, basierend auf Erhebungen aus dem Jahr 2022. Diese Vereinbarung führte zu einem aktualisierten Anlagendesign, das Gebiete mit kulturellem Wert ausschließt, sowie zu einem Managementplan für das kulturelle Erbe, der die fortlaufende Zusammenarbeit leitet.
Ausblick auf Australiens Energiezukunft
Die Genehmigung dieser drei Großprojekte unterstreicht Australiens Engagement für den Übergang zu einer saubereren und stabileren Energieversorgung. Durch den Ausbau der Batteriespeicherkapazitäten kann das Land die Integration erneuerbarer Energien vorantreiben und gleichzeitig die Zuverlässigkeit des Stromnetzes verbessern. Dies ist ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu einer nachhaltigeren Energiezukunft für den Kontinent.





