Mexiko hat ein beschleunigtes Genehmigungsverfahren für Projekte zur Erzeugung und Speicherung erneuerbarer Energien eingeführt. Das Energieministerium (SENER) veröffentlichte am 15. Mai den Aufruf zu strategischen Projekten, der die Genehmigungszeiten von typischerweise 12 bis 24 Monaten auf wenige Wochen verkürzt. Dies soll die Entwicklung von Energieprojekten vorantreiben, die Mexikos nationale Energieplanung unterstützen.
Die Initiative konzentriert sich auf Batterie-Energiespeichersysteme (BESS) und erneuerbare Energieanlagen. Sie stellt einen wichtigen Schritt dar, um die Energieinfrastruktur des Landes zu modernisieren und die Ziele für saubere Energie zu erreichen.
Wichtige Punkte
- Beschleunigtes Genehmigungsverfahren für erneuerbare Energien und Speicherprojekte.
- Fokus auf Batterie-Energiespeichersysteme (BESS).
- Projekte werden nach Nutzen für das nationale Stromnetz bewertet, nicht nach festen Quoten.
- Registrierungszeitraum bis August 2026.
- Möglichkeit der Partnerschaft mit dem staatlichen Energieversorger CFE.
Neuer Ansatz für die Projektbewertung
Im Gegensatz zu früheren Beschaffungsprogrammen, die feste Kapazitätsziele vorgaben, verwendet der aktuelle Aufruf einen bewertungsbasierten Ansatz. Projekte werden basierend auf ihrem nachgewiesenen Nutzen für das Nationale Elektrizitätssystem genehmigt. Dies umfasst Verbesserungen der Netzstabilität, die Reduzierung von Engpässen und eine erhöhte Betriebsflexibilität.
Ein technisches Analyseteam prüft die Projekte anhand mehrerer Kriterien. Dazu gehören auch sozio-ökologische Beiträge und wirtschaftliche Effizienz. Projekte, die den größten Nutzen für das nationale Stromnetz bieten, erhalten Priorität.
Faktencheck
- 935 MW: Illustrative Referenz für Speicherbedarf in sieben Regionen (3-Stunden-Systeme).
- 30 Tage: Frist für CENACE zur Durchführung von Netzanschlussstudien.
- 6 Tage: Frist für Entwickler zur Annahme oder Ablehnung der Kosten für Übertragungsnetz-Upgrades.
- 6 Monate: Frist für Umweltgenehmigungen nach Erhalt der Erzeugungsgenehmigung.
- 8 Monate: Frist für den Nachweis der Finanzierung.
Referenzwerte für Speicherbedarf
Das Dekret enthält Referenzbeispiele für den potenziellen Speicherbedarf in sieben Regionen. Insgesamt beläuft sich dieser auf etwa 935 MW für 3-Stunden-Systeme. Die Regierung betont jedoch, dass diese Zahlen lediglich zur Orientierung dienen und nicht als starre Grenzen zu verstehen sind.
„Die folgende Tabelle dient als Referenz zur Identifizierung des Bedarfs an elektrischer Energiespeicherung, stellt jedoch keine strenge Grenze für die Einreichung von Vorschlägen dar“, heißt es im Dekret.
Dies gibt Entwicklern Flexibilität bei der Gestaltung ihrer Projekte. Sie können sich auf die spezifischen Bedürfnisse und Chancen in den verschiedenen Regionen konzentrieren.
Schnellere Genehmigungsprozesse und Fristen
Entwickler können Projekte vom 25. Mai bis zum 25. August 2026 registrieren. Das Nationale Energie-Kontrollzentrum (CENACE) muss Netzanschlussstudien innerhalb von 30 Tagen abschließen. Zudem werden Kostenschätzungen für notwendige Übertragungsnetz-Upgrades bereitgestellt. Entwickler haben dann sechs Tage Zeit, diese Kosten zu akzeptieren oder abzulehnen. Nach Annahme der Kosten sollen die Genehmigungsentscheidungen innerhalb weniger Wochen erfolgen. Eine Neuverhandlung nach der Annahme ist nicht vorgesehen.
Diese straffen Fristen sollen den Prozess erheblich beschleunigen. Sie sind ein klares Signal der Regierung, die Energiewende zügig voranzutreiben.
Hintergrundinformationen
Mexikos Präsidentin Claudia Sheinbaum hat im Oktober 2024 das Ziel bekannt gegeben, bis 2030 einen Anteil von 38% bis 45% sauberer Energie im Land zu erreichen. Im Jahr 2025 kündigte Jorge Marcial Islas Samperio, Unterstaatssekretär für Planung und Energiewende, an, dass zukünftige Wind- und Solarprojekte in Mexiko verpflichtend BESS-Systeme mit einer Kapazität von 30% der Projektkapazität umfassen müssen.
Partnerschaften mit der CFE und frühere Erfolge
Das Programm ermöglicht Entwicklern auch Partnerschaften mit der Federal Electricity Commission (CFE), dem staatlichen mexikanischen Energieversorger. Solche „gemischten Entwicklungsmodelle“ können Joint Ventures oder langfristige Produktionsvereinbarungen umfassen. Projekte, die in Zusammenarbeit mit der CFE entwickelt werden, erhalten eine bevorzugte Koordination mit den Netzbetreibern und eine vereinfachte regulatorische Behandlung.
Dies ist nicht der erste Vorstoß von SENER in diesem Bereich. Bereits im Dezember 2025 wurden 3,3 GW an erneuerbarer Energiekapazität vergeben. Davon entfielen 2,6 GW auf Solaranlagen. Bemerkenswert ist, dass alle ausgezeichneten Solar- und Windprojekte mit BESS-Systemen kombiniert wurden.
Die größten Projekte waren das 694,2 MW Solarkraftwerk La Alegría und die 350,7 MW Anlage La Esperanza. Beide werden von Sunstone Power im südöstlichen Bundesstaat Campeche entwickelt. Diese Projekte werden auch die größten Batteriekomponenten aufweisen: La Alegría mit 177,6 MW und La Esperanza mit 86,19 MW Speicherkapazität.
Zukünftige Herausforderungen und Transparenz
Das Ministerium hat den Gesamtumfang des Programms oder Budgetbeschränkungen bisher nicht bekannt gegeben. Es bleibt offen, wie viele Projekte letztendlich genehmigt werden. SENER plant jedoch, monatliche Updates über die genehmigte Kapazität nach Region zu veröffentlichen, um Transparenz im Programmverlauf zu gewährleisten.
Die strikten Zeitpläne erfordern von den Entwicklern, Umweltgenehmigungen innerhalb von sechs Monaten nach Erhalt der Erzeugungsgenehmigung zu beschaffen. Zudem müssen sie die Finanzierung innerhalb von acht Monaten nachweisen und die im Genehmigungsverfahren festgelegten Bauzeiten einhalten. Dies unterstreicht die Ernsthaftigkeit der Regierung, die Projekte zügig umzusetzen und Mexikos Energielandschaft nachhaltig zu verändern.





