Ausgrid, ein führendes australisches Energieversorgungsunternehmen, hat Pläne für ein großes Batteriespeichersystem (BESS) in Berkeley Vale, New South Wales, eingereicht. Das Projekt mit einer Leistung von 150 Megawatt und einer Speicherkapazität von 300 Megawattstunden wird derzeit von der australischen Regierung umweltrechtlich geprüft. Es stellt einen wichtigen Schritt in der australischen Energiewende dar.
Wichtige Punkte
- Ausgrid plant ein 150MW/300MWh Batteriesystem in Berkeley Vale.
- Das Projekt durchläuft eine Umweltprüfung gemäß dem EPBC Act.
- Es ist als staatlich bedeutsame Entwicklung in New South Wales eingestuft.
- Das System soll die Netzstabilität verbessern und Spitzenlasten abdecken.
- Die Anlage wird voraussichtlich von einem Drittanbieter gebaut und betrieben.
Einrichtung eines modernen Batteriespeichers
Das geplante Batteriespeichersystem in Berkeley Vale soll direkt neben der bestehenden Ausgrid-Umspannstation errichtet werden. Die Anlage ist für eine maximale Leistung von 150 Megawatt über zwei Stunden ausgelegt. Dies bedeutet eine Speicherkapazität von insgesamt 300 Megawattstunden. Die Verbindung zur Umspannstation erfolgt über ein 33-Kilovolt-Erdkabel.
Die Infrastruktur umfasst containerisierte Batteriemodule, Wechselrichter, Mittelspannungstransformatoren sowie einen kombinierten Schalt- und Kontrollraum. Zusätzlich sind eine Werkstatt, ein Notstromdieselgenerator, Brandbekämpfungssysteme, Regenwassermanagement, Sicherheitszäune und Überwachungskameras vorgesehen. Der gesamte Standort erstreckt sich über 2,25 Hektar. Für den Bau müssen 1,55 Hektar einheimischer Vegetation gerodet werden.
Faktencheck
- Leistung: 150 MW
- Kapazität: 300 MWh
- Fläche: 2,25 Hektar
- Rodung: 1,55 Hektar
Beitrag zur Netzstabilität und Energiewende
Nach der Inbetriebnahme wird die Anlage Strom aus dem Netz speichern und diesen in Zeiten hoher Nachfrage wieder abgeben. Dies trägt wesentlich zur Stabilität des Netzes bei. Zusätzlich erbringt das System Hilfsdienste für den National Electricity Market (NEM). Solche Batteriespeicher sind entscheidend, um Schwankungen bei der Einspeisung erneuerbarer Energien auszugleichen und die Versorgungssicherheit zu gewährleisten.
Wie bei anderen geplanten Batteriespeichern von Ausgrid soll auch das Berkeley Vale Projekt von einem Drittanbieter gebaut und betrieben werden. Ausgrid agiert hierbei als Netzbetreiber und integriert die Anlage in seine Infrastruktur. Dies zeigt die Strategie des Unternehmens, auf externe Expertise zu setzen und die Energiewende voranzutreiben.
Zunehmende Zahl von Speicherprojekten
Das Berkeley Vale BESS-Projekt ist Teil einer größeren Initiative von Ausgrid. Das Unternehmen treibt mehrere netzgebundene Batteriespeicherprojekte in ganz New South Wales voran. Im März 2026 genehmigte die NSW Independent Planning Commission (IPC) bereits das 200MW/400MWh Steel River East BESS. Diese Anlage befindet sich in einer bestehenden 132-Kilovolt-Umspannstation in Mayfield West.
Die Genehmigung für Steel River East erfolgte trotz 61 öffentlicher Einsprüche. Die IPC stellte fest, dass das 208 Millionen australische Dollar teure Projekt einen positiven Beitrag zur Energiewende in New South Wales leisten wird. Ausgrid verfolgt zudem ein zweites 200MW/400MWh System in Homebush im Westen Sydneys, das sich derzeit im Planungsprozess befindet.
„Das 208 Millionen australische Dollar teure Projekt wird einen positiven Beitrag zur Energiewende in New South Wales leisten.“
Hintergrund: Hunter und Central Coast REZ
Die Region Hunter und Central Coast ist eine der ausgewiesenen Renewable Energy Zones (REZ) in New South Wales. Diese Zonen sind strategisch wichtige Gebiete für die Entwicklung erneuerbarer Energien und zugehöriger Infrastruktur, wie Batteriespeichersysteme. Obwohl Berkeley Vale nicht direkt in dieser REZ liegt, befindet es sich in deren Nähe und profitiert von der regionalen Ausrichtung auf erneuerbare Energien.
Herausforderungen und Ziele
Die Einreichung des Berkeley Vale BESS-Projekts unter den EPBC Act reiht sich in eine wachsende Zahl von Batteriespeicherentwicklungen in New South Wales ein, die eine bundesstaatliche Umweltfreigabe benötigen. BW ESS hat beispielsweise kürzlich sein 700MW Bannaby BESS im Upper Lachlan Shire zur Prüfung eingereicht.
Die zunehmende Anzahl von EPBC Act-Anträgen in New South Wales fällt mit einer wachsenden Lücke zwischen den Speicherzielen des Bundesstaates und der bisher vertraglich vereinbarten Kapazität zusammen. Laut Paul Peters, CEO der Energy Security Corporation, benötigt New South Wales bis 2030 nun 56 Gigawattstunden Energiespeicher. Dies entspricht einem Anstieg von 40 Prozent gegenüber den Mitte 2025 prognostizierten 40 Gigawattstunden. Diese Zahlen betonte Peters auf dem Energy Storage Summit Australia 2026 im März.
- Speicherbedarf 2030: 56 GWh
- Anstieg seit 2025: 40%
Diese ehrgeizigen Ziele unterstreichen die Notwendigkeit schneller Genehmigungsverfahren und den Bau weiterer Speicherkapazitäten. Projekte wie das Berkeley Vale BESS sind daher von zentraler Bedeutung, um die zukünftige Energieversorgung von New South Wales zu sichern und die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen zu reduzieren.
Ausblick auf die Energiezukunft
Die Investitionen in Batteriespeichersysteme sind ein klarer Indikator für Australiens Engagement in der Energiewende. Sie ermöglichen eine effizientere Nutzung erneuerbarer Energien und tragen dazu bei, ein stabiles und zuverlässiges Stromnetz aufzubauen. Die Prüfung durch den EPBC Act ist ein wichtiger Schritt, um sicherzustellen, dass diese Entwicklungen auch den Umweltstandards entsprechen.
Die kontinuierliche Weiterentwicklung und der Ausbau dieser Technologien sind entscheidend, um die Klimaziele zu erreichen und eine nachhaltige Energiezukunft zu gestalten. Ausgrid spielt dabei eine Vorreiterrolle in New South Wales. Das Unternehmen setzt auf innovative Lösungen, um den steigenden Energiebedarf zu decken und gleichzeitig die Umwelt zu schützen.





