Uber plant eine umfassende Umstrukturierung und wird rund zehn Prozent seiner Belegschaft abbauen. Dies gab CEO Dara Khosrowshahi in einer internen Mitteilung bekannt. Die Maßnahme betrifft etwa 3300 Mitarbeiter weltweit und zielt darauf ab, Hierarchien zu reduzieren und Ressourcen auf Kernbereiche wie das autonome Fahren zu konzentrieren.
Wichtige Punkte
- Uber reduziert die Belegschaft um rund 3300 Mitarbeiter, etwa zehn Prozent.
- Ziel ist eine schlankere Struktur und Fokussierung auf strategische Wachstumsfelder.
- Die finanzielle Lage des Unternehmens ist solide, der Umsatz stieg um 18 Prozent auf 52 Milliarden Dollar.
- Künstliche Intelligenz wird nicht als Grund für den Stellenabbau genannt.
- Robotaxis sind ein zentraler Schwerpunkt für zukünftige Investitionen und Partnerschaften.
Umfangreicher Stellenabbau und Neuausrichtung
Der Fahrdienstvermittler Uber kündigte an, weltweit etwa zehn Prozent seiner Mitarbeiter zu entlassen. Dies entspricht rund 3300 Personen. Die Entscheidung wurde von CEO Dara Khosrowshahi in einer Mitteilung an die Belegschaft kommuniziert. Es ist die größte Entlassungswelle bei Uber seit der Pandemie, als etwa 6700 Stellen gestrichen wurden.
Durch diese Kürzungen sinkt die Mitarbeiterzahl auf knapp unter 30.000, was dem Niveau von 2021 entspricht. Uber will dadurch Teamstrukturen vereinfachen und die Belegschaft stärker an ausgewählten Standorten bündeln. Zukünftig soll nur noch etwa ein Prozent der Beschäftigten vollständig im Homeoffice arbeiten.
Zahlen und Fakten
- 3300 Stellen: Anzahl der weltweit gestrichenen Arbeitsplätze.
- 10 Prozent: Anteil der betroffenen Belegschaft.
- 52 Milliarden Dollar: Ubers Umsatz im Jahr 2025.
- 18 Prozent: Umsatzwachstum im Jahr 2025.
- 5,6 Milliarden Dollar: Operativer Gewinn, fast verdoppelt.
Finanzielle Stärke trotz Umstrukturierung
Trotz des Personalabbaus befindet sich Uber in einer guten finanziellen Lage. Im Jahr 2025 stieg der Umsatz des Unternehmens um 18 Prozent auf 52 Milliarden Dollar. Der operative Gewinn verdoppelte sich nahezu auf 5,6 Milliarden Dollar.
Seit 2021 hat sich der Umsatz des Konzerns fast verdreifacht. Khosrowshahi begründet den Schritt mit dem erheblichen personellen Wachstum der letzten fünf Jahre. Die Umstrukturierung soll Uber schlanker machen und Ressourcen gezielter auf das Kerngeschäft und zukünftiges Wachstum lenken.
„Die Umstrukturierung soll Uber schlanker machen und Ressourcen gezielter auf das Kerngeschäft und zukünftiges Wachstum lenken“, so eine Unternehmensmitteilung.
Keine Rolle für Künstliche Intelligenz
Im Gegensatz zu vielen anderen Entlassungswellen in der Technologiebranche nennt Khosrowshahi Künstliche Intelligenz (KI) nicht als Grund für den Abbau. In seiner Mitteilung erwähnt er die Technologie überhaupt nicht. Dies deutet darauf hin, dass die Entlassungen eher auf eine Effizienzsteigerung und strategische Neuausrichtung abzielen als auf Automatisierung durch KI.
Hintergrund: Ubers Wachstum
Uber hat in den letzten Jahren ein signifikantes Wachstum erlebt, sowohl im Fahrdienst- als auch im Liefersegment. Das Unternehmen hat sich von einem Startup zu einem globalen Mobilitätsanbieter entwickelt. Dieses Wachstum brachte jedoch auch eine komplexe Organisationsstruktur mit sich, die nun gestrafft werden soll.
Robotaxis als Zukunftschance und Herausforderung
Eine zentrale Rolle für Ubers zukünftige Strategie spielen Robotaxis. Diese stellen für das Unternehmen sowohl eine Bedrohung als auch eine enorme Wachstumschance dar. Anfang August gab Uber bekannt, in den kommenden Jahren mehr als zehn Milliarden Dollar in Partnerschaften für Robotaxis und den Ausbau seines autonomen Geschäfts zu investieren.
Das Ziel ist es, die eigene Plattform zum zentralen Marktplatz für autonome Fahrten zu etablieren. Diese Strategie nimmt auch in Europa Gestalt an. Eine Partnerschaft mit Pony.ai sieht vor, dass künftig über 2000 Robotaxis in fünf europäischen Städten über die Uber-Plattform vermittelt werden.
Gleichzeitig etabliert sich mit Waymo einer der größten potenziellen Konkurrenten ebenfalls in Europa. Der Wettbewerb zeigt sich besonders deutlich in London. Dort bereitet Uber gemeinsam mit Wayve einen Robotaxi-Dienst über die eigene App vor, während Waymo parallel einen eigenen fahrerlosen Fahrdienst aufbaut und bereits autonome Fahrzeuge testet.
Auch in München bereiten beide Unternehmen Robotaxi-Angebote vor. Die Entwicklung autonomer Fahrzeuge erfordert massive Investitionen und birgt erhebliche Risiken, verspricht aber auch ein hohes Potenzial für die Zukunft der Mobilität.
Strategische Bündelung von Ressourcen
Die Entscheidung, die Belegschaft zu reduzieren und Teamstrukturen zu vereinfachen, ist Teil einer größeren Strategie. Uber will seine Ressourcen stärker auf das Kerngeschäft und zukunftsweisende Projekte konzentrieren. Dazu gehört die Stärkung ausgewählter Standorte und eine Reduzierung der Homeoffice-Quote auf ein Minimum.
Diese Maßnahmen sollen dazu beitragen, das Unternehmen agiler und effizienter zu gestalten. Der Fokus auf Robotaxis zeigt Ubers Ambitionen, eine führende Rolle im Bereich der autonomen Mobilität zu spielen. Die Investitionen in diesem Bereich sind ein klares Zeichen für die strategische Ausrichtung des Unternehmens.





