Tesla plant, die Produktion in seinem einzigen europäischen Werk in Grünheide bei Berlin im Jahr 2026 weiter zu steigern. Dies gab Werksleiter André Thierig bekannt, obwohl der deutsche Elektroautomarkt eine herausfordernde Phase durchläuft. Das Werk in Brandenburg beschäftigt derzeit rund 11.000 Mitarbeiter und produziert wöchentlich über 5.000 Fahrzeuge.
Wichtige Punkte
- Tesla plant weitere Produktionssteigerung in Grünheide bis 2026.
- Aktuelle Wochenproduktion liegt bei über 5.000 Fahrzeugen.
- Das Werk beliefert über 30 internationale Märkte.
- Ausbau des Werks und Batteriezellenproduktion sind geplant.
- Werksleitung lehnt Tarifvertrag und 35-Stunden-Woche ab.
Stabile Lage und internationale Ausrichtung
Werksleiter André Thierig beschreibt die aktuelle Situation als „stabil“. Er betont, dass Tesla die Märkte und die Produktion kontinuierlich überwacht und bei Bedarf anpasst. Ein wichtiger Faktor für die Stabilität des Standorts ist die Belieferung von über 30 internationalen Märkten von Grünheide aus.
Dies macht das Werk weniger anfällig für regionale Marktschwankungen. Kanada wurde kürzlich als neuer Absatzmarkt hinzugefügt. Kanadische Kunden profitieren von günstigeren Preisen, da die hohen US-Einfuhrzölle entfallen.
Faktencheck
- Produktion 2025: Rund 250.000 Fahrzeuge jährlich.
- Beschäftigte: Etwa 11.000 Mitarbeiter.
- Exportmärkte: Mehr als 30 Länder werden von Grünheide beliefert.
- Produktionsstart: Offizieller Produktionsbeginn war 2022.
Herausforderungen im deutschen Markt
Obwohl die globale Autobranche eine Profitabilitätskrise erlebt, konnte Tesla seine Produktion in Grünheide stetig erhöhen. In Deutschland bleibt der Markt für Elektrofahrzeuge jedoch schwierig für den US-Hersteller.
Von Januar bis November 2025 wurden in Deutschland 17.358 neue Tesla-Pkw zugelassen. Dies entspricht einem Rückgang von etwa 48 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Der deutsche Elektroautomarkt insgesamt hat jedoch wieder angezogen.
„Wir konnten die Arbeitsplätze hier sichern, waren niemals wie andere Industriestandorte in Deutschland von Produktionsstillstand oder Stellenabbau betroffen“, sagte Werksleiter André Thierig.
Ausbaupläne und Umweltschutz
Tesla verfolgt weiterhin die geplanten Ausbauvorhaben für die Fabrik in Brandenburg. Eine erste Teilgenehmigung für die Erweiterung der Produktionskapazitäten liegt bereits vor. Der Antrag für die zweite Teilgenehmigung wurde noch nicht eingereicht, die Vorbereitungen laufen jedoch.
Im Norden des Werksgeländes wird der Bahnhof Fangschleuse verlegt und eine neue Landstraße gebaut. Ab voraussichtlich 2027 sollen in Grünheide auch komplette Batteriezellen produziert werden, mit einer Kapazität von bis zu acht Gigawattstunden pro Jahr.
Hintergrund: Umweltschutzbedenken
Umweltschützer äußern Bedenken, da Teile der Fabrik in einem Wasserschutzgebiet liegen. Tesla weist diese Bedenken zurück und verweist auf einen sinkenden Wasserverbrauch. Seit über einem Jahr wird das gesamte Produktionsabwasser recycelt, was den Wasserverbrauch deutlich reduziert hat.
Debatte um Tarifverträge und Arbeitszeiten
Werksleiter Thierig lehnt die Einführung eines Tarifvertrags kategorisch ab. Er verweist auf überdurchschnittliche Entgelterhöhungen bei Tesla. Seit Produktionsbeginn vor weniger als vier Jahren seien die Entgelte um mehr als 25 Prozent gestiegen, inklusive einer jüngsten Anhebung um vier Prozent.
Die IG Metall Berlin-Brandenburg-Sachsen fordert hingegen einen Tariflohn und argumentiert, dass die Bezahlung bei Tesla ohne Tarifvertrag deutlich unter dem Niveau anderer deutscher Automobilwerke liege.
Arbeitszeitverkürzung als „rote Linie“
Auch eine Verkürzung der Arbeitszeit, wie von der Gewerkschaft gefordert, lehnt Thierig ab. Er sieht darin ein Risiko für die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts.
„Die Diskussion um eine 35-Stunden-Woche ist für mich eine rote Linie, die werden wir nicht überschreiten“, betonte Thierig.
Im Jahr 2026 stehen bei Tesla Betriebsratswahlen an, was die Diskussionen um Arbeitsbedingungen und Tarifverträge weiter befeuern könnte. Die Haltung der Werksleitung bleibt jedoch klar: Tesla setzt auf eigene Regelungen und interne Gehaltsentwicklungen.
Vergleich Entgelterhöhung
- Tesla: Mehr als 25% Entgelterhöhung in weniger als 4 Jahren.
- Aktuelle Erhöhung Tesla: 4%.
- Tarifvertrag (einschlägig): 2% Entgelterhöhung.
Politische Unterstützung für E-Autos
Während in den USA Subventionen für Elektroautos auslaufen, plant die Bundesregierung, Haushalte mit kleinem und mittlerem Einkommen beim Kauf und Leasing von E-Autos zu unterstützen. Thierig befürwortet diese Maßnahme, fordert aber eine schnelle Umsetzung, um Konsumenten Klarheit zu verschaffen.
Eine weitere Entwicklung ist die Möglichkeit, dass nach Plänen der EU-Kommission auch nach 2035 Autos mit Verbrennungsmotor neu zugelassen werden könnten. Dies könnte Auswirkungen auf die langfristige Strategie von Elektroautoherstellern haben.





