In Zeiten finanzieller Unsicherheit suchen viele Menschen nach schnellen Lösungen für Geldprobleme. Unseriöse Kreditvermittler nutzen diese Situation aus und versprechen unbürokratische Hilfe, oft mit verlockenden Angeboten wie Krediten ohne Schufa. Doch genau hier ist höchste Vorsicht geboten, denn die vermeintliche Rettung entpuppt sich häufig als Kostenfalle ohne tatsächliche Darlehensvergabe. Verbraucher müssen lernen, die Warnsignale zu erkennen, um sich vor betrügerischen Praktiken zu schützen.
Wichtige Erkenntnisse
- Kreditvermittler vergeben selbst keine Kredite, sondern leiten Anfragen weiter.
- Vorsicht bei Angeboten mit „Soforthilfe“ oder „ohne Schufa“.
- Niemals Vorauszahlungen leisten oder Unterlagen per Nachnahme annehmen.
- Zusätzliche Verträge bei Hausbesuchen meiden.
- Impressum und Telefonnummer des Anbieters prüfen.
Die Masche der unseriösen Kreditvermittler
Unseriöse Kreditvermittler locken mit schnellen und unkomplizierten Lösungen für finanzielle Engpässe. Sie werben aggressiv in Inseraten und online mit scheinbar attraktiven Konditionen. Oft versprechen sie Kredite, die angeblich auch bei negativen Schufa-Einträgen oder geringem Einkommen bewilligt werden. Diese Versprechen sind jedoch fast immer irreführend und dienen dazu, Verbraucher in eine Falle zu locken.
Das Team der Marktbeobachtung warnt explizit vor solchen Praktiken. Insbesondere Angebote, die mit „Schufa-freien“ Krediten und „goldenen MasterCards“ werben, sind oft betrügerisch. Solche Angebote werden auf Websites als „fair“, „transparent“ oder „zuteilungssicher“ dargestellt und sind häufig mit gefälschten Bewertungen oder Gütesiegeln versehen, um Vertrauen zu erwecken.
Faktencheck
Seriöse Kredite werden praktisch nie ohne eine entsprechende Bonitätsprüfung vergeben. Angebote, die das Gegenteil behaupten, sind fast immer unseriös.
Was passiert wirklich?
Anstatt des versprochenen Kredits erhalten Verbraucher häufig eine Rechnung für eine Prepaid-Kreditkarte. In vielen Fällen kommt zusätzlich ein Abo hinzu, das erhebliche Kosten verursacht und keinerlei Verbindung zu einem Kredit hat. Das Geld, das für die Vermittlung oder die Karte bezahlt wurde, ist dann oft verloren, ohne dass ein tatsächliches Darlehen zustande gekommen ist.
„Hohe Energiekosten, steigende Inflation – viele Verbraucher stehen gerade unter enormem finanziellen Druck und stoßen dann auf Werbung, die ihnen mit 'Krediten ohne Schufa' einen angeblichen Ausweg bieten“, so ein Sprecher der Verbraucherzentrale.
Sechs wichtige Tipps zum Schutz vor Betrug
Um sich vor den Fallen unseriöser Kreditvermittler zu schützen, sollten Verbraucher besonders wachsam sein. Die folgenden sechs Tipps helfen dabei, seriöse von unseriösen Angeboten zu unterscheiden und finanzielle Risiken zu vermeiden.
1. Misstrauisch bei „Soforthilfe“ und „ohne Schufa“
Angebote, die schnelle Soforthilfe oder Kredite „ohne Schufa“ versprechen, sind fast immer unseriös. Kreditvermittler vergeben selbst keine Darlehen. Sie leiten Anfragen lediglich an Banken weiter. Die Entscheidung über die Kreditvergabe treffen ausschließlich die Geldinstitute. Die Tätigkeit eines Vermittlers verteuert den Kredit, falls er überhaupt gewährt wird.
Es ist unwahrscheinlich, dass ein Kredit ohne Sicherheiten, ohne Bedeutung von Schufa-Einträgen oder bei geringem Einkommen vergeben wird. Seriöse Kreditgeber prüfen immer die Bonität des Antragstellers.
2. Namen und Internetseiten genau prüfen
Auch wenn Vermittler vertrauenerweckende Namen tragen oder auf Mitgliedschaften in Verbänden hinweisen, ist dies kein Garant für Seriosität. Eine behördliche „Zulassung“ nach Paragraph 34c der Gewerbeordnung ist eine Formsache und sagt nichts über die Qualität der Angebote aus.
Wichtiger Hintergrund
Jede Webseite, die Dienstleistungen in Deutschland anbietet, benötigt ein vollständiges Impressum. Fehlt es oder klingt die Adresse erfunden, ist Vorsicht geboten. Eine Überprüfung der angegebenen Adresse kann sich lohnen.
Besondere Vorsicht ist geboten, wenn Kreditvermittler im Ausland ansässig sind. Dann kann es schwierig sein, deutsches Recht durchzusetzen oder Probleme zu lösen. Eine fehlende Telefonnummer, unter der Fragen geklärt werden können, ist ebenfalls ein Warnsignal.
3. Keine Unterlagen per Nachnahme annehmen
Eine verbreitete Praxis ist der Versand von vermeintlichen Vertragsunterlagen per Nachnahme. Die Vermittlergebühr wird sofort kassiert. Oft enthält das Paket jedoch nur wertloses Papier, zum Beispiel Antragsunterlagen für eine nicht gewünschte Finanzsanierung. Das Geld ist dann weg, ohne dass ein Kreditvertrag zustande gekommen ist.
4. Vorsicht vor zusätzlichen Prepaid-Kreditkarten
Manche unseriösen Vermittler kombinieren den Kreditantrag mit einem Antrag für eine Prepaid-Kreditkarte. Diese Karten müssen erst aufgeladen werden, bevor man sie nutzen kann. Oft ist der Kreditantrag nur möglich, wenn man gleichzeitig eine solche Karte bestellt. In diesen Fällen kommt meist kein Kreditvertrag zustande. Stattdessen erhält man eine oft überteuerte Prepaid-Karte per Nachnahme, für die später noch Jahresgebühren anfallen.
5. Niemals Vorauszahlungen leisten
Grundsätzlich sollten Sie Angebote meiden, bei denen Sie zahlen sollen, bevor Sie ein Darlehen erhalten. Kreditvermittler haben nur dann Anspruch auf Vergütung, wenn ein Darlehen tatsächlich genehmigt und ausgezahlt wurde. Diese Vergütung muss schriftlich vereinbart und im Kreditvertrag ausgewiesen sein.
Unseriöse Vermittler fordern oft unzulässige Beträge als angebliche Auslagen. Dazu gehören pauschale Summen, Arbeitsstunden oder Reisekosten eines Außendienstmitarbeiters, teure Hotlines oder Eilbearbeitungsgebühren. Eine Vorauszahlung erhöht nicht die Chancen auf einen Kredit, sondern ist meist verloren.
6. Keine zusätzlichen Verträge bei Hausbesuchen
Manche Darlehensvermittler kündigen Besuche an und haben Versicherungen, Verträge über vermögenswirksame Leistungen oder dubiose Geldanlagen im Gepäck. Sie drängen auf Unterschriften mit dem Hinweis, die Bank brauche Sicherheiten. Dies führt jedoch nur dazu, dass Ihre Schulden wachsen, ohne die Chance auf einen Kredit zu erhöhen. Solche Verträge sind wertlos, solange keine nennenswerten Gelder eingezahlt wurden, und belasten das monatliche Budget zusätzlich.
Hilfe und Unterstützung
Wer Opfer von unseriösen Kreditvermittlern geworden ist, sollte sich umgehend an eine Verbraucherzentrale wenden. Die Experten dort können helfen, gezahlte Beträge zurückzubekommen oder unterschriebene Verträge rückgängig zu machen. Es ist wichtig, schnell zu handeln und alle relevanten Unterlagen zu sichern.
- Kontaktieren Sie Ihre Verbraucherzentrale: Sie bietet Beratung und Unterstützung an.
- Dokumentieren Sie alles: Bewahren Sie alle Korrespondenz, Rechnungen und Vertragsunterlagen auf.
- Melden Sie Betrugsversuche: Ihre Erfahrungen sind wertvoll für die Marktbeobachtung und können andere schützen.
Die aktuelle finanzielle Lage macht viele Menschen anfällig für solche Angebote. Informierte Entscheidungen und gesunde Skepsis sind der beste Schutz vor finanziellen Verlusten.





