Die Stromrechnung kann eine erhebliche Belastung für viele Haushalte darstellen, besonders in Zeiten steigender Energiepreise. Doch mit gezielten Maßnahmen und einfachen Verhaltensänderungen lässt sich der Stromverbrauch deutlich reduzieren. Experten zufolge können Haushalte ihre Stromkosten um bis zu 50 Prozent senken, indem sie aufmerksam den Energieverbrauch ihrer Geräte überprüfen und effiziente Gewohnheiten etablieren.
Wichtigste Erkenntnisse
- Kleine Änderungen im Alltag führen zu großen Einsparungen beim Stromverbrauch.
- Alte Elektrogeräte sind oft versteckte Stromfresser; ein Austausch kann sich lohnen.
- Stand-by-Funktionen und nicht genutzte Ladegeräte verbrauchen unnötig Strom.
- Das richtige Einstellen von Kühl- und Gefriergeräten spart bis zu 6% pro Grad Celsius.
- LED-Lampen reduzieren den Stromverbrauch für Beleuchtung um bis zu 90%.
Wo im Haushalt das größte Sparpotenzial liegt
Der durchschnittliche Haushalt verbraucht fast ein Drittel seines Stroms für Kommunikation und Unterhaltung. Dazu gehören Fernseher, Computer, Spielekonsolen und zugehörige Geräte. Hier besteht ein erhebliches Potenzial, durch den Einsatz energieeffizienter Modelle und bewusstes Abschalten Kosten zu senken.
Ein weiterer großer Posten sind ältere Haushaltsgroßgeräte. Waschmaschinen, Kühlschränke und Gefriergeräte, die älter als zehn bis 15 Jahre sind, arbeiten oft ineffizient. Ein Neukauf kann sich trotz höherer Anschaffungskosten schnell amortisieren.
Faktencheck Stromverbrauch
- 33% des Haushaltsstroms entfallen auf Kommunikation und Unterhaltung.
- Eine alte Heizungspumpe kann durch ein hocheffizientes Modell 90% Strom sparen.
- Ein Grad Celsius weniger im Kühlschrank spart etwa 6% Strom.
- LED-Lampen verbrauchen bis zu 90% weniger Energie als Glühbirnen.
Versteckte Stromfresser entlarven und vermeiden
Viele Geräte verbrauchen auch im ausgeschalteten Zustand oder im Stand-by-Modus weiterhin Strom. Diese „heimlichen“ Stromfresser summieren sich über das Jahr. Ein einfaches Strommessgerät hilft, den Verbrauch einzelner Geräte zu identifizieren. Viele Verbraucherzentralen bieten solche Geräte auch zum Verleih an.
Ein warmer Netzstecker ist ein klares Zeichen dafür, dass ein Gerät weiterhin Strom zieht, selbst wenn es ausgeschaltet ist. Dies betrifft oft Steh- oder Schreibtischlampen, Laptops und andere Bürogeräte. Die Leistungsaufnahme kann hier zwischen 0,5 und 10 Watt liegen. Das regelmäßige Ziehen des Steckers ist eine einfache, aber effektive Sparmaßnahme.
„Die Stand-by-Funktion ist bequem, aber sie kostet Geld. Besonders bei Geräten, die mit dem Netzwerk verbunden sind, lohnt sich das komplette Abschalten.“
Stand-by-Modus und Netzwerkgeräte
Neuere Geräte dürfen laut EU-Vorgabe im Stand-by-Modus nur noch bis zu 0,5 Watt verbrauchen. Diese Regelung gilt jedoch nicht für netzwerkfähige Geräte wie Smart-Speaker, Set-Top-Boxen oder Spielekonsolen. Diese können im Stand-by-Modus deutlich mehr Strom ziehen, um Updates zu laden oder USB-Anschlüsse zu versorgen. Eine schaltbare Steckerleiste ist hier eine gute Lösung, um mehrere Geräte gleichzeitig vom Netz zu trennen.
Hintergrundinformation: Energielabel
Das Energielabel an Elektrogeräten gibt Aufschluss über den Jahresstromverbrauch in kWh und die Energieeffizienzklasse. Beim Neukauf ist es entscheidend, nicht nur auf die Klasse, sondern auch auf den konkreten Verbrauch zu achten, da auf den ersten Blick vergleichbare Geräte große Unterschiede aufweisen können.
Effektive Spartipps für Küche und Wäsche
Kühlen und Gefrieren optimieren
- Stellen Sie den Kühlschrank auf 7 °C ein; jedes Grad weniger erhöht den Verbrauch um etwa 6%.
- Im Gefrierschrank sind -18 °C optimal.
- Türen von Kühl- und Gefriergeräten sollten immer schnell geschlossen werden.
- Tauen Sie Geräte regelmäßig ab, um Eisbildung zu vermeiden.
- Lassen Sie Speisen vor dem Einräumen vollständig abkühlen.
Spülmaschine und Herd richtig nutzen
Die Spülmaschine sollte immer voll beladen sein. Nutzen Sie das Eco-Programm oder niedrige Temperaturen von 45 °C bis 55 °C. Diese Programme dauern länger, sparen aber Wasser und Energie. Vorspülen ist in der Regel nicht notwendig; grobe Essensreste können einfach entfernt werden.
Beim Kochen auf dem Herd sollten immer Deckel verwendet werden, um Zeit und Strom zu sparen. Wasserkocher sind effizienter als der Herd, um Wasser zu erhitzen. Beim Backen spart die Umluftfunktion etwa 15% Energie im Vergleich zu Ober-/Unterhitze. Vorheizen ist bei vielen Gerichten wie Pizza oder Aufläufen oft überflüssig.
Waschen und Trocknen energieeffizient gestalten
Füllen Sie die Waschmaschine immer ausreichend. Waschen Sie bei niedrigen Temperaturen; 30 Grad sind oft ausreichend und schonen zudem die Kleidung. Wenn ein Wäschetrockner genutzt wird, sollte ein hoher Schleudergang bei der Waschmaschine eingestellt werden, um die Trocknungszeit zu verkürzen. Am umweltfreundlichsten ist jedoch das Lufttrocknen der Wäsche.
Beleuchtung, Unterhaltung und Home Office
Beleuchtung umstellen
Der Austausch alter Glüh- und Halogenlampen durch LED-Lampen ist eine der einfachsten und effektivsten Maßnahmen. LEDs verbrauchen bis zu 90% weniger Strom und sind in verschiedenen Fassungen und Formen erhältlich. Achten Sie darauf, das Licht auszuschalten, wenn es nicht benötigt wird.
Smart sparen bei Fernseher und Spielekonsole
Große Fernseher, auch mit guter Energieeffizienzklasse, verbrauchen mehr Strom als kleinere Modelle. Überlegen Sie, ob die größte Bildschirmdiagonale wirklich notwendig ist. Spielekonsolen sollten nach Gebrauch komplett ausgeschaltet werden, da sie im Stand-by-Modus weiterhin Strom ziehen können. Eine schaltbare Steckerleiste ist hier besonders nützlich.
Computer, Router und Smartphone
Nutzen Sie den Energiesparmodus oder Ruhezustand Ihres Computers, besonders bei längerer Inaktivität. Ein Bildschirmschoner spart keinen Strom; im Gegenteil, bewegte Bilder erhöhen den Verbrauch. Schalten Sie ungenutzte Funktionen Ihres Routers, wie das Gastnetzwerk oder 5-GHz-WLAN, ab und aktivieren Sie Eco-Modi, um die Sendeleistung zu reduzieren.
Lassen Sie Ladegeräte nicht unnötig in der Steckdose stecken. Auch das Smartphone kann nachts in den Flugmodus geschaltet werden, um den Akku zu schonen und Ladezyklen zu reduzieren.
Gaming-PC als Stromfresser
Ein High-End-Gaming-Computer kann im Betrieb über 300 Watt verbrauchen. Bei 3,5 Stunden Nutzung pro Tag summiert sich das auf über 380 kWh pro Jahr. Mit dieser Energiemenge könnte man:
- Rund 500 Mal Wäsche waschen.
- Etwa 1900 Kilometer elektrisch fahren.
- Ein Jahr lang zwei Kühl-Gefriergeräte betreiben.
Hinzu kommt der Energieverbrauch für die Internetverbindung und den Serverbetrieb beim Online-Gaming.
Fazit: Kleine Schritte, große Wirkung
Stromsparen ist keine einmalige Aktion, sondern eine kontinuierliche Aufgabe. Mit den genannten Maßnahmen können Haushalte nicht nur ihre Stromrechnung deutlich senken, sondern auch einen Beitrag zum Umweltschutz leisten. Die Investition in energieeffiziente Geräte amortisiert sich oft schnell, und bewusste Verhaltensweisen im Alltag sind meist kostenlos umsetzbar.
Die Verbraucherzentralen bieten weitere umfassende Informationen und Beratungen an, um das individuelle Einsparpotenzial in jedem Haushalt zu ermitteln.





